Littmann/Bitz/Pust, Das Ein... / Schrifttum:

Kruse, Die Grundprobleme der PersGes im Steuerrecht, Köln 1979, 41;

Messmer, Die Gesellschafter u Mitunternehmer des § 15 Abs 1 Nr 2 EStG, FS Döllerer, 1988, 429;

Messmer, Rechtssubjekte iRd Besteuerung gemäß § 15 Abs 1 Nr 2 EStG, FR 1990, 205;

Martini, Das Verhältnis des persönlichen KSt-Tatbestandes zur Mitunternehmerschaft – Die steuerliche Zuordnung von Personenvereinigungen als Herausforderungen für die Kongruenz von ESt u KSt, DStR 2012, 388;

Wendt, Die Besteuerung von PersGes im Blickfeld von Berliner Steuergesprächen, FR 2012, 1026;

Mitschke, Der Vorlagebeschluss des I. BFH-Senats an das BVerfG zur PersGes-Besteuerung: – Ein neuer "Paukenschlag", FR 2013, 1077;

Uhländer, 100 Jahre Besteuerung von Mitunternehmern – Aktuelle Entwicklungen auf der Ebene der PersGes und des Gesellschafters, DB 2019, 2373.

Ferner s Schrifttum vor Rn 12a.

 

Rn. 7

Stand: EL 141 – ET: 02/2020

Wegen der Begriffsbestimmung u konkreten inhaltlichen u tatbestandsvoraussetzungsmäßigen Abgrenzung des Tatbestandsmerkmals "Mitunternehmer" s Rn 23ff.

Zur Besteuerung der von einer PersGes erzielten Einkünfte bestehen zwei alternative Möglichkeiten:

(1) Der einzelne, unmittelbare o mittelbare (s Rn 111b) Gesellschafter ist mit seinem Ergebnisanteil (§ 15 Abs 1 S 1 Nr 2 Hs 1 EStG) (auch Verlustanteil in den Grenzen des § 15a EStG) als natürliche Person originär unmittelbar Steuersubjekt der ESt (s Rn 1); transparente Besteuerung der PersGes mit Auswirkung auch auf die Übertragung von Einzel-WG zwischen den BV-Sphären des/der Gesellschafter/s (s § 6 Abs 5 EStG u s Cropp, DStR 2014, 1855; Vorlagebeschluss an das BVerfG BFH v 10.04.2013, BStBl II 2013, 1004); BFH v 20.11.2014, BStBl II 2017, 34 Rz 16. Das Transparenzprinzip gilt auch für die ErbSt; FG Münster v 12.01.2017, EFG 2017, 696 u FG BdW v 01.03.2017, EFG 2017, 734.
(2) Die PersGes wird der KapGes gleichgestellt (Anwendung des § 1 KStG betreffend nichtrechtsfähige Personenvereinigungen) u somit selbst Steuersubjekt der KSt; beim Gesellschafter als natürliche Person wird nur der zugeflossene Ausschüttungsbetrag versteuert; dies bedeutet in Gewinnjahren eine Entlastung betreffend die Versteuerung nicht entnommener Gewinne (soweit KSt u ESt auf die Nettoausschüttung nicht höher sind als die Nur-ESt auf den Gewinnanteil), in Verlustjahren ergibt sich durch den Wegfall der transparenten Verlustzurechnung (in den Grenzen der §§ 15a15b EStG) eine Mehrbelastung gegenüber Alt (1): Trennungsprinzip bei der Besteuerung (zB nichtrechtsfähiger Verein).

Das Personensteuerrecht knüpft de lege lata nur an natürliche Personen (§ 1 Abs 1 S 1 EStG) oder juristische Personen (§ 1 Abs 1 KStG) an. PersGes als solche können also nicht Steuersubjekt sein (nur Subjekt der Einkünftequalifikation u der Gewinnermittlung, indem sie Merkmale von Besteuerungstatbeständen verwirklichen, die den Gesellschaftern für deren Besteuerung zugeordnet werden: s Rn 12a-12b u GrS BFH v 11.04.2005, BStBl II 2005, 679 zu III.1. der Begründung u GrS BFH v 03.07.1995, BStBl II 1995, 617 zu C.IV.2.b.aa. der Begründung mwN; BFH v 29.03.2007, BStBl II 2008, 420 zu II.2.d.bb.(1) der Begründung u BFH v 17.12.2008, BFH/NV 2009, 477). Die PersGes als Organisationseinheit u die eigene Vermögenssphäre der PersGes konstituieren nicht deren Rechtspersönlichkeit im Widerspruch zu § 1 EStG (s Rn 12a u s Cropp, DStR 2014, 1855 mwN in Fn 27). Sie ist steuerdogmatisch nur Subjekt der Einkünftequalifikation u der Gewinnermittlung für die allein stpfl Gesellschafter zwecks Ermittlung des Gewinnanteils 1. Stufe (s Rn 61) aus der PersGes. Korrespondierend stellt der Anteil eines Gesellschafters steuerlich nicht dessen Beteiligung an einem selbstständigen Steuersubjekt PersGes dar, vielmehr repräsentiert er nur einen Anteil an den einzelnen WG des Gesamthandvermögens: s FG D'dorf v 22.10.2013, EFG 2014, 132 u s Rn 64.

§ 15 EStG definiert also nicht, wer StPfl ist.

Beim "Zoff im BFH" (s BFH-Richter Gosch, DStR 2010, 1173) zu § 6 Abs 5 EStG (s Vorlagebeschluss an das BVerfG – Az 2 BvL 8/13 – des BFH v 10.04.2013, BStBl II 2013, 1004) geht es im Grunde auch um die Frage, wer Steuersubjekt ist, die PersGes o der Gesellschafter. Darum geht es auch bei der Diskussion um die DBA-Berechtigung von PersGes (s Rn 18a).

§ 15 Abs 1 S 1 Nr 2 Hs 1 EStG rechnet den von PersGes erzielten Gewinn zur Versteuerung anteilig unmittelbar den einzelnen Gesellschaftern (Mitunternehmern) als originär StPfl zu (BFH BStBl II 1981, 84/86), konsequent "ohne dass es eines Zufließens des Gewinnes oder Verlustes beim Gesellschafter selbst bedarf" (BFH BStBl II 1981, 164/67). Beim Gesellschafter unterliegt der Gewinnanteil bei natürlichen Personen der ESt u bei Körperschaften der KSt (GrS BFH BStBl II 1984, 751/59; BFH BStBl II 1976, 73). Im Gegensatz zur Nichtanerkennung disquotaler Gewinnausschüttungen aus einer GmbH können die Gesellschafter einer PersGes wegen des Transparenzgedankens die Höhe von Entnahmen weitgehend autonom individuell gestalten.

Der Dualismus zwischen der auf den einzel...

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