22.05.2012 | Top-Thema Anwaltsgebühren: Praxisprobleme, Bearbeitungsoptimierung, angemessene Honorierung

Honorarabrechnung in der Anwaltskanzlei: Schwächen abstellen, Organisation verbessern

Kapitel
Bild: PhotoAlto

Steigende Anwaltszahlen, seit Jahren unveränderte Gebührensätze, geplante Gesetzesänderungen u. a. im Beratungshilferecht belasten die Existenz vieler Anwälte. Auch die Finanzkrise hat Wirkung gezeigt. Arbeitsrechtliche Mandate haben sicherlich zugenommen. Andererseits ist z. B. bei Familiensachen der Mandant oft «kostenarm» und zwingt den Anwalt, die Bearbeitung so effizient wie möglich zu gestalten, da die reduzierten Gebühren bei der Verfahrenskostenhilfe ohnehin meist nicht kostendeckend sind. Soweit Anwälte die Abrechnung ihren Angestellten überlassen, ohne diese auf Fortbildungen zu schicken oder über wichtige Urteile zu informieren, besteht das Risiko, dass Gebühren vergessen bzw. zu niedrig angesetzt werden.

Unbeliebtes Thema

Der Anwalt selbst macht zudem nicht selten den Fehler, dass er ungern über das Thema «Gebühren» mit dem Mandanten kommuniziert. Streit nach Beendigung des Mandats ist dann oft vorprogrammiert.

Der Beitrag gibt Optimierungshinweise und richtet sich vor allem an kleinere Kanzleien und Einzelkämpfer, denn Großkanzleien rechnen ohnehin meist nach Stundenaufwand ab und berücksichtigen dabei den Arbeitsaufwand - nach Sozius und zuarbeitendem Personal getrennt - umfassend mit digitalen Zeiterfassungssystemen.

Maßgebliche Rechtsgrundlage für die Gebührenabrechnung ist das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) vom 5.5.2004.

Informationspflicht nach Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung

Seit dem 17.5.2010 gilt für Dienstleister, also auch für Anwälte, dass diese nach § 4 DL-InfoV (Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung) den gewerblichen Mandanten vor Erbringung der Anwaltstätigkeit informieren müssen, was die Dienstleistung kostet. Zumindest wird verlangt, dass die Höhe der Gebühren leicht errechnet werden kann, oder ein «Kostenvoranschlag» erstellt wird. Für Verbraucher-Mandanten richten sich die Preisangaben nach wie vor nach der Preisangabenverordnung.

Schon zuvor war jeder Mandant nach § 49b Abs. 5 BRAO vor Übernahme des Auftrags darauf hinzuweisen, dass sich die Gebühren nach dem Gegenstandswert richten (§ 2 Abs. 1 RVG), - anderenfalls droht dem Anwalt die Schadensersatzpflicht (BGH, Urteil v. 11.10.2007, IX ZR 105/06).

Schlagworte zum Thema:  Honorarabrechnung, Anwaltshonorar

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