22.05.2012 | Top-Thema Anwaltsgebühren: Praxisprobleme, Bearbeitungsoptimierung, angemessene Honorierung

Aufwand: Fahrtkosten, Abwesenheitsgelder, Porto und Kopien

Kapitel
Bild: Haufe Online Redaktion

Telefonkosten sind heute meist kein großer Kostenfaktor mehr. Alle Fahrtkosten und Abwesenheitsgelder sowie Parkgebühren (teilweise extrem hoch) und Porto können problemlos in der Handakte erfasst werden. Stellt sich später heraus, dass die Kosten für Porto unterhalb der Pauschale nach Nr. 7002 VV RVG sind, kann letztere geltend gemacht werden.

Wenn das schriftliche Einverständnis des Mandanten dazu vorliegt, kann der Schriftverkehr kostengünstiger und schneller per Email (auch ohne Verschlüsselung nach dem Signaturgesetz) erfolgen. Das macht vor allem bei gewerblichen Mandanten Sinn, die ohnehin ihre Emails regelmäßig lesen.

Bei den Kopien muss der Anwalt wissen, dass «nur» notwendige Ablichtungen von Gerichts- oder Behördenakten erstattungsfähig sind bzw. Ablichtungen zur Zustellung oder Information des Gegners ohnehin nur, soweit mehr als 100 Seiten kopiert wurden und für Ablichtungen zur notwendigen Information des Mandanten auch nur, soweit mehr als 100 Seiten kopiert wurden. In der Praxis muss der Rechtsanwalt detailliert nachweisen, wann und aus welchem Grund er wie viele Kopien gefertigt hat.

Viele Kopien (Ausdrucke aus dem Internet bzw. aus Datenbanken) fallen auch an, weil der Anwalt Unterlagen für die eigene Information benötigt. Baupläne, Erbverträge, deren Originale er besser dem Mandanten belässt oder Unterlagen, die er zur Informa­tion der Rechtschutzversicherung oder für ein außergerichtliches Sachverständigengutachten benötigt, sind also i. d. R. nicht erstattungsfähig. Der Mandant sollte daher im Vorfeld gebeten werden, die erforderlichen Kopien zu fertigen und zum Termin mitzubringen bzw. diese eingescannt als PDF-Datei vorab zu mailen. Kopien kosten nicht nur Papier und Toner, sondern vor allem Arbeitszeit des Personals.

Schlagworte zum Thema:  Anwaltshonorar

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