Kinne/Schach/Bieber, BGB § ... / 2.2 Umfang der Gebrauchsüberlassung
 

Rz. 3

Der Mieter hat nur einen Anspruch auf Erlaubnis zur Überlassung eines Teils des Wohnraums. Das bedeutet, dass nur eine räumlich abgegrenzte Fläche der Wohnung an den Dritten überlassen werden darf (LG Berlin, GE 1992, 1043; a. A. LG Berlin, Urteil v. 13.7.1990, 29 S 4/90, MM 1994, 323 für eine Einzimmerwohnung). Will der Mieter ausziehen und die Wohnung an einen Dritten weitergeben, so fällt die vollständige Drittüberlassung grundsätzlich unter § 540 (LG Mannheim, WuM 1979, 369; LG Mannheim, GE 2001, 1133; LG Berlin, ZMR 2002, 49 [50]; LG Frankfurt/Main, WuM 2002, 92). Die Überlassung der gesamten Wohnung dürfte im Rahmen des § 553 nur vorübergehend für kürzere, absehbare Zeit zulässig sein (LG Berlin, Urteil v. 22.5.1995, 62 S 80/95, GE 1995, 1277; LG Berlin, ZMR 2002, 49 [50]; LG Frankfurt/Main, WuM 2002, 92 [93]; AG Berlin-Tiergarten, GE 1987, 523; weitergehend LG Berlin, GE 1994, 703; LG Berlin, Urteil v. 22.4.1994, 63 S 37/94, GE 1994, 931; LG Berlin, Urteil v. 22.10.1992, 62 S 259/92, MM 1993, 109; LG Berlin, Urteil v. 14.2.1994, 67 S 297/93, MM 1994, 210; LG Hamburg, Urteil v. 18.4.1991, 334 S 160/90, WuM 1994, 535). Weitere Voraussetzung für den Anspruch auf eine Erlaubnis für die Überlassung eines Teils der Wohnung dürfte sein, dass der Mieter weiterhin – selbst oder durch eine Vertrauensperson – die Obhut über die Wohnung ausüben kann. Dies wird aber auch dann noch bejaht, wenn der Mieter die Wohnung nur an den Wochenenden nutzt (LG Berlin, MM 1992, 352) oder für kürzere oder längere Zeit ortsabwesend ist, z. B. bei längerer krankheitsbedingter Verhinderung an der Wohnungsnutzung (AG Berlin-Schöneberg, GE 1990, 549), bei längerem Sanatoriumsaufenthalt (LG Berlin, MM 1992, 284), bei längerem Auslandsaufenthalt (LG Berlin, MM 1986, 37; NJW-RR 1994, 1289; AG Berlin-Schöneberg, GE 1990, 549), bei dreijähriger Umschulungsmaßnahme außerhalb des Wohnorts (LG Berlin, MM 1993, 109), bei fünfjährigem Aufenthalt in einer anderen Stadt (LG Berlin, GE 1981, 439). Der Mieter hat aber in diesen Fällen auch dann einen Anspruch auf Gebrauchsüberlassungerlaubnis, wenn die Wohnung nicht mehr sein Lebensmittelpunkt bleibt, er aber noch die Sachherrschaft über die Wohnung hat (BGH, Urteil v. 23.11.2005, VIII ZR 4/05, GE 2006, 249 = NZM 2006, 220 = WuM 2006, 147 = ZMR 2006, 261; Schmidt-Futterer/Blank, § 553 Rn. 8; Bieber in MünchKomm, § 553 Rn. 6).

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