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23.02.2015 | Serie Kolumne Talent Management

Der Motivator Büropflanze

Serienelemente
Talent-Management-Experte Martin Claßen
Bild: Claßen

Viele Studien zeigen, was Talente motivieren könnte - so auch eine von der Manpower Group, die unser Kolumnist Martin Claßen heute unter die Lupe nimmt. Er weiß: Oft sind es die Motivatoren am unteren Ende des Rankings, die entscheidend sein können.

Es ist nun einmal so. Auch ein Talent-Manager muss regelmäßig die Bildzeitung lesen. Ansonsten werden entscheidende Studien rund um die Zielgruppe wie etwa die zur "Arbeitsmotivation 2014" des Personaldienstleisters Manpower Group übersehen. Diese Analyse unterscheidet zwar nicht explizit zwischen Talenten und normalen Arbeitnehmern. Aber warum sollte sie dies tun? In vielen Organisationen gilt ohnehin jedermann und jederfrau als Talent beziehungsweise Talentin.

Top 6 Motivatoren sind bekannt

Die Top-6-Motivatoren wie gutes Arbeitsverhältnis zu Vorgesetzten und Kollegen (77 Prozent), flexible Arbeitszeiten (67 Prozent), gutes Verhältnis zu Kollegen über die Arbeitszeit hinaus (45 Prozent), betriebliche Gesundheitsförderung (38 Prozent), ansprechende Raumgestaltung (35 Prozent) und Teamarbeit (33 Prozent) schenken wir uns hier. Die sind inzwischen landläufig bekannt. Wobei aus ihnen deutlich wird, wie sehr der arbeitende Mensch ein soziales Wesen ist.

Solche Motivatoren werden von Unternehmen mehr oder weniger in den Blick genommen. Wobei gerade das gute Arbeitsverhältnis zum Vorgesetzten – als Top-1-Motivator – oft noch im Argen liegt und unter dem Schlagwort „Leadership Qualität“ in dieser Talent-Management-Kolumne schon mehrfach aufgegriffen wurde. Übrigens: Nach Gehalt wird in zeitgeistigen Motivationsstudien gleich gar nicht mehr gefragt.

Grundversorgung: Kleiner Unterschied mit großer Wirkung

Wie kann heute im Talent Management ein Vorsprung erzielt werden? Werfen wir einen Blick auf vermeintlich „nur“ sekundäre Motivatoren: Kostenlose Getränke (32 Prozent), attraktive Büropflanzen (28 Prozent), „kleine Aufmerksamkeiten“ (24 Prozent), individuelle Schreibtische (24 Prozent), exzellente Kaffeequalität (23 Prozent), moderne Büromöbel (21 Prozent), kostenlose Nervennahrung wie etwa Schokoriegel (elf Prozent). Sagt die Studie.

In nicht wenigen Bürolandschaften wären sogar noch lebensqualitätsfördernde Dinge wie funktionierende Klimaanlage (sommers) und Heizkörper (winters), die Beleuchtungs- und Geräuschsituation sowie fußläufige Parkplätze zu ergänzen.

Verwöhnung der Talent schon eingetreten

Als Unternehmensberater komme ich viel herum, in höchst unterschiedlichen Arbeitsbiotopen. Da erlebe ich ab und an Tops sowie gelegentliche Flops. Die unmittelbare Auswirkung auf Talent Management und die Attraktivität als Arbeitgeber besitzen. Schade nur, dass manches verwöhnte Talent seinen erreichten Standard nicht mehr zu schätzen weiß und die bereitgestellten Süßigkeiten als Selbstverständlichkeit erachtet. Das sind sie noch längst nicht. Außerdem machen sie dick.

Martin Claßen hat 2010 das Beratungsunternehmen People Consulting gegründet. Talent Management gehört zu einem seiner fünf Fokusbereiche in der HR-Beratung.

Haufe Online Redaktion

Talent Management, Motivation, Personalentwicklung, Recruiting, Mitarbeiterbindung

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