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Benzinkosten bei Anwendung 1-Prozent-Regelung steuerlich abzugsfähig

Private Benzinkosten sind auch bei Anwendung der 1-%-Regelung als Werbungskosten abzugsfähig.
Bild: Haufe Online Redaktion

Ein Arbeitnehmer macht selbst getragene Benzinkosten als Werbungkosten geltend, den geldwerten Vorteil für den Dienstwagen versteuert er nach der 1-Prozent-Regelung. Das Finanzgericht Düsseldorf gab ihm recht und ließ auch die für Privatfahrten aufgewendeten Benzinkosten zum Abzug zu.

Der geldwerte Vorteil aus der Gestellung eines Dienstwagens für private Zwecke wird regelmäßig mit monatlich pauschal einem Prozent des inländischen Listenpreises bewertet. Zahlt der Mitarbeiter an den Arbeitgeber für die außerdienstliche Nutzung des Firmenwagens ein Nutzungsentgelt, mindert dies den zu versteuernden geldwerten Vorteil. Dabei ist es gleichgültig, ob das Nutzungsentgelt pauschal oder entsprechend der tatsächlichen Nutzung des Kraftfahrzeugs bemessen wird (vergleiche Bundesfinanzministerium, Schreiben vom 19. April 2013, Aktenzeichen IV C 5 - S 2334/11/10004).

Die vollständige oder teilweise Übernahme einzelner Kraftfahrzeugkosten (zum Beispiel Treibstoffkosten, Versicherungsbeiträge oder Wagenwäsche) durch den Mitarbeiter ist jedoch kein solches Nutzungsentgelt (vergleiche Bundesfinanzhof, Urteil vom 18. Oktober 2007, Aktenzeichen VI R 96/04).

Auch private Benzinkosten abzugsfähig

Das Finanzgericht Düsseldorf hat nun aber den Abzug im Rahmen der Steuererklärung zugelassen. Der Kläger, ein Außendienstmitarbeiter, erhielt von seinem Arbeitgeber einen Pkw auch zur privaten Nutzung. Der Arbeitgeber ermittelte den geldwerten Vorteil nach der sogenannten 1-%-Regelung. Die Benzinkosten musste der Kläger selbst tragen. Diese machte er in seiner Einkommensteuererklärung als Werbungskosten geltend. Das beklagte Finanzamt lehnte den Abzug der Aufwendungen ab.

Das Finanzgericht Düsseldorf hat der dagegen gerichteten Klage stattgegeben und die Benzinkosten insgesamt zum Abzug zugelassen. Die auf die beruflichen Fahrten entfallenden Benzinkosten seien abziehbar, weil sie zur Erzielung des Barlohns aufgewendet worden seien. Aber auch die für Privatfahrten aufgewendeten Benzinkosten seien abziehbar, weil sie zum Erwerb von Sachlohn in Gestalt der privaten Pkw-Nutzung aufgewendet worden seien. 

Abziehbarkeit dient finanzieller Gleichstellung

Der Abzug dieser Werbungskosten sei nicht deshalb zu versagen, weil der Wert der Privatnutzung nach der 1-Prozent-Regelung ermittelt worden sei. Durch den Abzug individueller Werbungskosten - auch bei Anwendung der 1-Prozent-Regelung - werde vielmehr die Ungleichbehandlung zwischen Arbeitnehmern abgemildert, deren Arbeitgeber alle Kosten tragen, und Arbeitnehmern, die die Pkw-Kosten teilweise selbst tragen müssen.

Arbeitgeber sollten Arbeitnehmer informieren

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Das Finanzgericht Düsseldorf hat die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.

Das Finanzgericht folgt der bisherigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs insoweit, als nur an den Arbeitgeber gezahlte Entgelte die lohnsteuerliche Einnahme mindern. Eine Kürzung des lohnsteuerlichen Sachbezugs um die Benzinkosten kommt also auch nach dem Urteil nicht in Betracht.

Betroffene Mitarbeiter sollten aber die Kosten in ihrer Steuererklärung geltend machen und bei Ablehnung den Bescheid bis zur endgültigen Klärung durch den Bundesfinanzhofs offen halten.

Quelle: Finanzgericht Düsseldorf, Urteil vom 4. Dezember 2014, Aktenzeichen 12 K 1073/14 E.

Haufe Online Redaktion

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