Jüngere Beamte können auf Entschädigung hoffen
Das ergibt sich aus einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom Donnerstag. Hintergrund ist die inzwischen in einer Reihe von Bundesländern korrigierte Besoldungs-Einstufung rein nach Lebensalter. Dadurch verdienten die Kläger automatisch schlechter als ältere Kollegen.
Anspruch auf 100 Euro im Monat begrenzt
Aus Sicht der Leipziger Richter widerspricht diese Praxis einer seit dem Jahr 2006 geltenden EU-Richtlinie zur Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf. Jüngere Beamte hätten daher unter gewissen Voraussetzungen einen Anspruch auf Entschädigung. Das Gericht begrenzte diesen Anspruch allerdings auf 100 Euro im Monat und zeitlich auf die Spanne zwischen dem Inkrafttreten der Richtlinie und der Korrektur der Besoldungsrichtlinien in den jeweiligen Ländern.
Soldaten gehen leer aus
Der zweite Senat verhandelte mehrere Klagen von Beamten aus Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie von drei Soldaten. In dem Streitfall mit dem längsten Zeitraum stehen dem Kläger nun 5500 Euro zu. In einem anderen Fall sind es nur 50 Euro, einige Klagen wurden auch als unberechtigt abgewiesen. Die Soldaten gingen leer aus, weil sie ihre Forderungen gegenüber der Bundeswehr nicht fristgerecht eingereicht hatten.
Urteil hat grundsätzliche Bedeutung
Das Leipziger Urteil hat laut einem Gerichtssprecher grundsätzliche Bedeutung. Bei den deutschen Verwaltungsgerichten gebe es eine Vielzahl ähnlicher Fälle. Die Maßstäbe, die der Senat entwickelt habe, seien Vorbild auch für diese Entscheidungen. Keine Angaben lagen darüber vor, wie viele der insgesamt 1,88 Millionen Beamten und Soldaten von der Entscheidung betroffen sein könnten. Ihre Ansprüche müssen sie dem Sprecher zufolge in jedem Fall selbst geltend machen (BVerwG, Urteil v. 30.10.2014, 2 C 3.13)
-
Besoldungsanpassung für Landesbeamte: Das planen die Bundesländer
3.698
-
Jahressonderzahlung nach TVöD und TV-L
9521
-
Stufenzuordnung nach TV-L bei Einstellung: Anerkennung von Berufserfahrung
168
-
Lohnpfändung bei Überlassung eines Dienstwagens
168
-
Neue Pfändungsfreigrenzen für Arbeitseinkommen
106
-
Keine Kürzung des Leistungsentgelts wegen Arbeitsunfähigkeit
73
-
Ungenutztes Potenzial gegen Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst
71
-
Stufenlaufzeit bei Korrektur einer Eingruppierung
58
-
Eingruppierung einer medizinischen Fachangestellten
48
-
Wann ist bei der Stufenzuordnung eine Mitbestimmung des Personalrats notwendig?
46
-
Keine Tarifautomatik bei der Höhergruppierung von Lehrkräften
13.07.2026
-
Einigung in den Tarifverhandlungen für Unikliniken in Baden-Württemberg
10.07.2026
-
Besoldungsanpassung für Landesbeamte: Das planen die Bundesländer
07.07.2026
-
Bürgermeisterin scheitert mit Diskriminierungsklage gegen Gemeinde
17.06.2026
-
Rückforderung gezahlter Zulagen von städtischem Leichenfahrer unzulässig
27.05.2026
-
Eingruppierung eines Beschäftigten als Gruppenleiter in einer großen Serviceeinheit
19.05.2026
-
Weitere Tarifeinigungen im öffentlichen Personennahverkehr
28.04.2026
-
Beamtenbund fordert Entlastungsprämie auch für den öffentlichen Dienst
16.04.2026
-
Beschäftigte in Hamburg erhalten eine Zulage
25.03.2026
-
Berliner Hochschulen fordern Finanzierung der Hauptstadtzulage
09.03.2026