Digitalisierung

Oberbürgermeister-Barometer: Verwaltungsdigitalisierung wird wichtiger

Die angespannte Finanzlage bleibt laut dem „Oberbürgermeister-Barometer“ des Deutschen Instituts für Urbanistik auch 2026 wichtigstes Thema der Städte. Verwaltungsmodernisierung und Digitalisierung gewinnen im Vergleich zum Vorjahr stark an Bedeutung. Doch auch bei diesem Handlungsfeld bremsen die beschränkten Finanzressourcen – allerdings nicht nur die. 

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Das „OB-Barometer“ des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) ist eine jährlich durchgeführte Befragung der (Ober-)Bürgermeister der deutschen Städte ab 50.000 Einwohner. Sie wird vom Deutschen Städtetag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund unterstützt und hat das Ziel, die aus Sicht der Städtespitzen wichtigsten kommunalen Handlungsfelder, d.h. mit dem drängendsten aktuellen Handlungsbedarf sowie dem Handlungsbedarf in den kommenden fünf Jahren („Zukunftsthema“), zu identifizieren. Das Barometer für 2026 beruht auf telefonischen Befragungen, die vom Januar bis Anfang April 2026 vom Meinungsforschungsinstitut infratest dimap durchgeführt wurden. 121 der 195 angesprochenen Bürgermeister bzw. ihre Stellvertreter beteiligten sich daran.

Wichtigste Handlungsfelder

Im Vergleich zum Vorjahr kommt es in Hinsicht auf das Ranking der priorisierten Handlungsfelder nur zu wenigen deutlichen Änderungen. Schon gar nicht beim Thema Nummer Eins: Die Finanzlage blieb mit 78 Prozent der Nennungen wie auch in den zwei Jahren zuvor klar an erster Stelle. Auch auf die Frage nach den wichtigsten Feldern der nächsten fünf Jahre sahen 64 Prozent die Haushaltssituation ganz vorne. Dahinter folgten bei den aktuellen Themen (Mehrfachnennungen waren möglich) mit einigem Abstand der Wohnungsbau mit 36 Prozent, die Wirtschaftsförderung mit 32 Prozent und die Bildung mit 25 Prozent. Besonders deutlich allerdings war der Unterschied bei der Bewertung des Themas Klimaanpassung und Nachhaltigkeit. Hier sanken die Nennungen von 30 im Jahr 2025 auf nur noch 22 Prozent, 2024 waren es sogar 40 Prozent. 

„Smart City“ mit steilem Anstieg

Einen deutlichen Anstieg dagegen gab es bei der digitalen Verwaltungsmodernisierung. 14 Prozent der Rathausspitzen nannten Smart City, Breitband und Verwaltungsdigitalisierung als dringendste Aufgabe – nachdem es bei der letzten Umfrage nur 6 Prozent gewesen waren. 97 Prozent stuften die Digitalisierung sogar als wichtig oder sehr wichtig ein, doch nur 15 Prozent waren mit dem aktuellen Stand der Umsetzung zufrieden. Der Hauptgrund hierfür sei zwar auch hier der Mangel an finanziellen Mitteln (85 Prozent, für 23 Prozent war der Investitionsbedarf bei diesem Thema für ihre Kommune sogar sehr groß), doch seien anderen Gründe ebenfalls hierfür entscheidend. Allen voran waren das aus Sicht von 70 Prozent der Befragten ungeeignete oder unflexible rechtliche und bürokratische Vorgaben durch den Bund. Große Chancen für die kommunalen Verwaltungen sahen die Befragten beim Einsatz Künstlicher Intelligenz. Dies ist im Einklang mit anderen einschlägigen Umfragen: Laut des 2023 veröffentlichten Zukunftsradars Digitale Kommune zum Beispiel erwarteten die Kommunen insbesondere Effizienzsteigerungen (76 Prozent) und schnellere Bearbeitung von Verwaltungsdienstleistungen (65 Prozent). Allerdings besaßen damals erst 19 Prozent der Kommunen verbindliche Richtlinien für den KI-Einsatz.

Die Umfrage kann hier eingesehen werden.


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