Digitalisierung

Bitkom DESI Index 2026: Deutschland bei öffentlicher Verwaltung auf Rang 22 unter den 27 EU-Ländern

In der aktuellen Ausgabe des seit 2023 jährlich erscheinenden „Bitkom DESI Index“ belegt Deutschland den 17. Platz unter den 27 Mitgliedstaaten der EU. Damit rutscht es im Vergleich zum Vorjahr um drei Plätze ab. Insbesondere in der Kategorie Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung schneidet Deutschland besonders schlecht ab und erreicht hier nur Platz 22. Insgesamt sind kleinere Nationen deutlich schneller bei der Digitalisierung als die größeren.

Programmierer im Kontroll Raum

Deutschland macht bei der Digitalisierung kleine Fortschritte, belegt aber im europäischen Vergleich immer noch nur einen unteren Mittelfeldplatz. Das ist das Ergebnis des neuen, im Juli 2026 veröffentlichten Bitkom-DESI-Index. Deutschland kam dabei unter den 27 EU-Mitgliedstaaten lediglich auf den 17. Platz – mit 51,1 Punkten. Im Vorjahr lag Deutschland noch auf Rang 14 (50,1 Punkte), im alten DESI-Index der EU-Kommission 2022 auf Rang 13. Die beste Platzierung erreicht Deutschland in den Kategorien „Digitale Transformation von Unternehmen“ und „Qualität der digitalen Infrastruktur“ – in beiden Bereichen liegt Deutschland auf Platz 11.

44 Indikatoren des DESI Index

Der neue Bitkom-DESI umfasst 44 Indikatoren. Die Werte für die Studie ermittelte die Bitkom nicht selbst, sondern wertete die Daten aus, welche die EU-Kommission regelmäßig im Rahmen des „2030 Digital Decade Report“ erhebt. Zu den von der Studie berücksichtigten Indikatoren gehörten digitale Kompetenzen, 5G-Abdeckung, Glasfaserverfügbarkeit, Nutzung digitaler Technologien in Unternehmen oder digitale Verwaltungsleistungen. 

Kleine Staaten vorne

Besonders auffällig ist, dass im oberen Drittel des Rankings nur kleine und kleinere Staaten zu finden sind. Dänemark liegt mit 76,4 Punkten auf Platz 1, dahinter folgen Finnland (72,9 Punkte), die Niederlande (72,7 Punkte), Malta (70,3 Punkte) und Luxemburg (69,3 Punkte). Deren Vorteil ist, dass sie besonders schnell digitalisieren können – was sie natürlich auch ihrer geringen Größe und ihren niedrigen Einwohnerzahlen zu verdanken haben. Am Ende des Rankings stehen Rumänien (26,5 Punkte), Bulgarien (36,9 Punkte) und die Slowakei (38,3 Punkte).

Föderalismus nicht unbedingt Bremsklotz

Zugleich zeigt der Vergleich: Unter den fünf größten EU-Ländern steht Deutschland immerhin auf Platz 2 hinter Spanien und vor Frankreich, Polen und Italien. Dass Spanien und Deutschland mit ihren föderalen Strukturen hier ganz vorne liegen, zeige, so die Bitkom, dass der Föderalismus nicht unbedingt ein grundlegender Bremsklotz für eine schnelle und konsequente Digitalisierung sein muss. Zwar werde oft auf die Defizite föderaler Strukturen bei der Umsetzung von landesweiten Prozessen und Strukturen verwiesen, vor allem das Beispiel Spaniens zeige aber, dass föderale Strukturen flexibler und innovativer sein können als von vielen Kritikern angenommen.

Schwachpunkt Öffentliche Verwaltung

Ganz besonders schwach ist Deutschland ausgerechnet bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung aufgestellt. Hierbei belegt es nur Platz 22 von 27 EU-Ländern, nach Rang 21 im Vorjahr. Zwar gab es auch hier Fortschritte, etwa bei der Bereitstellung digitaler und teilweise auch vorausgefüllter Formulare. Platz 1 bei der digitalen Verwaltung belegt Malta, dahinter folgen Estland und Finnland. Unter den fünf größten EU-Ländern belegt Deutschland in diesem Segment Platz 3.

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