Wohntrends: Käufer lassen sich Nachhaltigkeit etwas kosten

Verkäufer können für Wohnungen mehr Geld verlangen, wenn die Gebäudefassaden gedämmt sind, klimafreundlich geheizt wird und viel Grün angelegt ist, wie eine Umfrage zeigt. Fast jeder zweite Wohnungskäufer würde für ein Mehr an Energieeffizienz höhere Preise akzeptieren.

Bei der Suche nach einer Wohnimmobilie sind für einen Großteil der potenziellen Käufer die ökologische Nachhaltigkeit und Energieeffizenz des Gebäudes ein wichtiger Faktor, wie eine Umfrage von YouGov im Auftrag des Berliner Projektentwicklers Archigon zeigt. 73 Prozent der rund 2.000 Befragten legen darauf Wert – nur 17 Prozent gaben in der aktuellen Umfrage an, bei der Wohnungssuche nicht darauf zu achten.

Hauptmotivation für nachhaltigen Immobilienkauf: Senkung der Energiekosten beim Wohnen

Knapp die Hälfte (42 Prozent) der Umfrageteilnehmer ist dazu bereit, für ökologische Nachhaltigkeit einen höheren Kaufpreis gegenüber einer vergleichbaren, weniger energieeffizienten Wohnung zu bezahlen. Zwölf Prozent der Wohnungssuchenden würden sogar Mehrkosten von mehr als zehn Prozent des Kaufpreises akzeptieren. Diese Bereitschaft nimmt mit steigendem Einkommen zu. Bei gleichem Kaufpreis würden 84 Prozent der Befragten eine ökologisch nachhaltige und energieeffiziente Wohnung bevorzugen. Etwa einem Drittel (32 Prozent) der Befragten ist die Energieeffizienz derzeit noch kein zusätzliches Geld wert.

Für die meisten Erwerber spielt der Umfrage zufolge aber nicht der Klimaschutz die wichtigste Rolle, sondern die Senkung der Energiekosten. 44 Prozent der potenziellen Wohnungskäufer gaben an, dass für sie vor allem niedrige Energiekosten für den Kauf einer nachhaltigen Wohnung sprechen, nur 15 Prozent finden den Klimaschutz wichtiger. Mehr als jeder Dritte (39 Prozent) hält Klimaschutz und geringere Energiekosten für gleich wichtig. Auf eine klimafreundliche Heizungsart achtet mehr als jeder Zweite (54 Prozent) – auf Strom aus regenerativen Quellen mehr als jeder Dritte (39 Prozent) der interessierten Wohnungskäufer. Auf eine gute Wärmedämmung von Außenfassade und Dach achten rund zwei Drittel (69 Prozent) der Befragten.

Trotz des Mobilitätswandels spielen hauseigene Ladestationen für Wohnungskäufer kaum eine Rolle. Nicht einmal jeder Vierte (22 Prozent) gab bei der Umfrage zu Protokoll, Lademöglichkeiten für Elektroautos seien ein wichtigen Faktor beim Kauf einer Wohnung. Viel wichtiger sind den meisten Käufern (58 Prozent) klassische Park- oder Tiefgaragenstellplätze und viel Grün auf dem Grundstück (58 Prozent).

Wohntrends: Auch schnelles Internet gehört zum A und O für Wohnungskäufer (und Mieter)

Vermieter und Verkäufer, die ihre Wohnungen jetzt loswerden wollen, gehen aber trotzdem mit der Zeit, wenn sie vorher E-Ladesäulen aufrüsten, wie eine Studie des Immobilienportals DeinNeuesZuhause.de und der PSD Bank Nord zeigt, für die Ende des vergangenen Jahres 1.500 potenzielle Wohnungssuchende befragt wurde. Noch wichtiger: schnelles Internet.

Lockdowns und Homeoffice haben demnach die Präferenzen bei der Immobiliensuche erheblich verändert. "Verkäufer, Makler und Vermieter sollten dieses Merkmal langfristig stärker in den Fokus nehmen", heißt es in der Umfrage. Es sei sogar eine Überlegung wert, schnelles Internet direkt in den Abfragekatalog von Suchportalen mit aufzunehmen.

Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Befragten messen dem "schnellen Netz" inzwischen eine sehr hohe Relevanz zu, mehr sogar als der Objektgröße (51 Prozent). Die Finanzierbarkeit des Miet- oder Kaufobjekts steht derzeit wegen der wirtschaftlichen Turbulenzen ebenfalls ganz oben bei der Wohnungssuche: Sie ist für 59 Prozent der Umfrage-Teilnehmer bei der Suche nach einer neuen Wohnung "sehr wichtig", noch vor einem Garten oder einem Balkon (56 Prozent).

Jeder zehnte Befragte achtet laut dieser Studie darauf, dass eine Wohnung oder ein Haus mit einer E-Ladestation ausgestattet ist.


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