Wohntrends: Worauf legen Mieter und Käufer von Wohnungen Wert?

Vermieter und Verkäufer, die ihre Wohnungen jetzt loswerden wollen, gehen mit der Zeit, wenn sie sie vorher mit schnellem Internet oder E-Ladesäulen aufrüsten, wie eine Studie zu Wohntrends zeigt. Makler wären demnach gut beraten solche Kriterien in den Abfragekatalog aufzunehmen.

"Wer von zu Hause arbeitet, braucht eine schnelle Internetleitung, um störungsfreie Videokonferenzen führen und größere Datenmengen verarbeiten zu können", kommentiert Thorsten Höge, Geschäftsführer von DeinNeuesZuhause.de., ein zentrales Ergebnis einer Umfrage, die im Auftrag des Immobilienportals und der PSD Bank Nord im vierten Quartal 2020 stattgefunden hat. Befragt wurden 1.500 Deutsche ab 18 Jahren.

Lockdown und vermehrtes Homeoffice haben die Suchpräferenzen der Deutschen bei der Immobiliensuche der Umfrage zufolge erheblich verändert. Dieser Trend wird laut Höge auch nach der Pandemie anhalten: "Verkäufer, Makler und Vermieter sollten dieses Merkmal langfristig stärker in den Fokus nehmen", sagt er. Es sei eine Überlegung wert, schnelles Internet direkt in den Abfragekatalog von Suchportalen mit aufzunehmen.

Eine leistungsstarke Internetleitung habe sich in der Corona-Krise zu einem entscheidenden Kriterium bei der Immobiliensuche entwickelt. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Befragten messen dem "schnellen Netz" inzwischen eine sehr hohe Relevanz zu, mehr sogar als der Objektgröße (51 Prozent).

Wohnungssuche: Lage und Größe nicht mehr "allesentscheidend"

Die Finanzierbarkeit des Miet- oder Kaufobjekts steht derzeit wegen der wirtschaftlichen Turbulenzen ebenfalls ganz oben bei der Wohnungssuche: Sie ist für 59 Prozent der Umfrage-Teilnehmer bei der Suche nach einer neuen Wohnung "sehr wichtig", noch vor einem Garten oder ein Balkon (56 Prozent). Knapp dahinter liegt der Wunsch nach einer guten Infrastruktur aus Einkaufmöglichkeiten, ärztlicher Versorgung sowie Kitas und Schulen (54 Prozent).

"Die reine Quadratmeterzahl und andere klassische Kriterien wie Lage oder Zustand sind heute nicht mehr allesentscheidend", sagt Höge. Gesucht seien auch Wohnungen außerhalb der Städte, auch wenn sie umfangreich renoviert werden müssten. Aber auch hier zähle: Dann am besten mit schnellem Internet.

Jeder zehnte Befragte achtet der Studie zufolge schon jetzt darauf, dass eine Wohnung oder ein Haus mit einer Ladestation für Elektroautos ausgestattet ist. "Dieser Anteil wird in den nächsten Monaten voraussichtlich steigen", prognostiziert Höge. Gerade Vorstadtbewohner nutzten E-Fahrzeuge als umweltfreundliche Alternative immer häufiger.


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