Vonovia fliegt aus dem Berliner Wohnungsbündnis
Vonovia profitiert von der hohen Nachfrage nach Wohnungen in den Ballungsgebieten, insbesondere in der Hauptstadt. Die Mieten steigen. In Berlin hat es der Immobilienkonzern nun offenbar zu weit getrieben.
Laut einem Bericht des "Tagesspiegel" hat der Senat Berlins größten Vermieter aus dem "Bündnis für Wohnungsneubau und bezahlbares Wohnen" geworfen. Seit Anfang des Jahres soll Vonovia Mieterhöhungen mit einem "erfundenen" Mietspiegelmerkmal verschickt haben.
Vonovia scheitert mit Mieterhöhungen vor Gericht
Nachdem die Adler Group im August 2023 aus dem Berliner Bündnis ausgetreten ist – Streit waren auch hier die Mieten –, war Vonovia noch das einzig verbliebene Einzelunternehmen neben verschiedenen Verbänden.
Das Bündnis, das im Januar 2022 gegründet wurde und Vereinbarungen zu Mieterhöhungen erhält, werde auf Initiative des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) und in enger Abstimmung mit Bausenator Christian Gaebler (SPD) neu aufgestellt und als Verbändebündnis fortgesetzt, sagte eine Senatssprecherin dem "Tagesspiegel".
Das Amtsgericht Berlin-Lichtenberg hatte im März 2025 den Mieterhöhungen von Vonovia einen Riegel vorgeschoben, worüber auch die "taz" ausführlich schreibt . Begründet wurden diese teils mit "wohnwertsteigernden Merkmalen", die im Mietspiegel gar nicht vorgesehen sind – etwa mit guter ÖPNV-Anbindung und guter Nahversorgung. Das ist laut Gericht nicht zulässig.
Berliner Mietspiegel 2024 veröffentlicht
Vonovia will wieder bauen und sanieren
Die Mietsteigerungen bei Vonovia betrugen 2024 bundesweit 4,1 Prozent, wie aus den aktuellen Unternehmenszahlen hervorgeht, die im März 2025 vorgestellt wurden. Da der Konzern in den vergangenen zwei Jahren weniger gebaut oder in Modernisierung investiert hat, schlug der Bereich "marktbedingte Mietsteigerungen" mit 2,8 Prozent besonders stark zu Buche. Das sei der mit Abstand höchste Wert eines Anstiegs der Bestandsmieten (ohne Modernisierung) in der Unternehmensgeschichte, so der Deutsche Mieterbund Nordrhein-Westfalen.
Vonovia hatte im September 2023 erklärt, wegen hoher Zinsen und Kosten vorerst auf den Bau Zehntausender neuer Wohnungen verzichten zu wollen. Bereits angefangene Projekte wurden weitergeführt. Auch 2024 wurde nicht gebaut. Künftig sollen unsanierte Bestände gekauft und auf Vordermann gebracht werden, teilte das Unternehmen im März 2025 mit. Zudem nehme man den Neubau mit 3.000 Wohnungen wieder auf.
Seit der Übernahme der Deutschen Wohnen gehören Vonovia mehr als 130.000 Wohnungen allein in Berlin.
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