| Expo Real

Verschärfte Energiesparverordnungen hemmen Investitionsbereitschaft

Auf der Expo Real in München diskutierten die Vertreter der BID-Verbände BFW, GdW und ZIA die in Folge der Energiewende erheblich verschärften energetischen Anforderungen an Immobilien und deren Auswirkungen auf Neubau und Bestand: Etwa das Ausbremsen der Investitionsbereitschaft.

"Die deutsche Immobilienwirtschaft engagiert sich unter Berücksichtigung des Wirtschaftlichkeitsgebotes sowie der Wahrung sozialverträglicher Lösungen bereits stark, ihren Anteil zum Gelingen beizutragen", erklärte Walter Rasch, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID) und Präsident des BFW, die Haltung der BID zur Klima- und Energiepolitik der Bundesregierung.

Denn um die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu erreichen, kommt der Immobilienwirtschaft eine Schlüsselfunktion zu. Etwa 40 Prozent des Endenergieverbrauchs und knapp ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland entfallen allein auf Wohn- und Nichtwohngebäude.

"Ein Gelingen der Energiewende ist nur in einem klaren rechtlichen Umfeld möglich", sagte Matthias Böning, Mitglied des Präsidiums im Zentralen Immobilien Ausschuss ZIA. Gemeinsam mit der Politik gelte es, das Einsparpotenzial im Gebäudebestand für eine effizientere Nutzung von Energie und einen verstärkten Einsatz regenerativer Energien wirtschaftlich vertretbar zu heben und den Verbraucher zu mehr energiesparendem Handeln zu bewegen.

BID-Vertreter: "Weitere Verschärfung der EnEV 2009 hätte fatale Folgen"

Um die ambitionierten Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen, sei jedoch eine angemessene und verlässliche staatliche Förderung nötig, verdeutlichte Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband Deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, die Position der Bundesarbeitsgemeinschaft. "Und keine weitere Verschärfung der Energieeinsparverordnung".

Einstimmigkeit herrschte in der Gesprächsrunde darüber, dass bereits die Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 ein Investitionshemmnis darstellt. Eine weitere Verschärfung der energetischen Anforderungen für Neubau und Bestandsgebäude im Zuge einer Novellierung der EnEV hätte für die Immobilienwirtschaft fatale Auswirkungen. Sich ständig ändernde klimarelevante Gesetze und Verordnungen hemmen zudem die Investitionsbereitschaft, da sie Unsicherheit erzeugen.

Breitenwirkung im Bestand statt Förderung kostspieliger Leuchtturmprojekte

Zur Umsetzung der sehr ambitionierten Energie- und CO2-Einsparungsziele von Bundesregierung und EU seien umfangreiche und zumeist kostenintensive Sanierungen des Gebäudebestandes notwendig. Vor diesem Hintergrund ist aus Sicht der Bundesarbeitsgemeinschaft ein Zusammenwirken von Eigentümern, Mietern und öffentlicher Hand erforderlich.

Zusätzlich benötige man für den Gebäudebereich einen geeigneten Instrumenten-Mix aus dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm, steuerlichen Anreizen, Anpassungen im Mietrecht und der längerfristigen Bereitstellung angemessener Fördermittel. Grundsätzlich solle das Augenmerk stärker auf eine Breitenwirkung im Bestand gelegt werden statt auf die Förderung einzelner kostspieliger Leuchtturmprojekte.

Eine stärkere Verlässlichkeit bei der Gesetzgebung für mehr Planungs- und Investitionssicherheit erhöhe auch die Akzeptanz bei den Investoren. Dies gelte ausdrücklich für EU-Richtlinien, die in den Mitgliedstaaten umzusetzen sind.

Schlagworte zum Thema:  Gebäudesanierung, Expo Real, Verband, Immobilienwirtschaft

Aktuell

Meistgelesen