Das Paradoxe an energiesparenden Geräten ist, dass sie das Verhalten der Nutzer so ändern können, dass sie am Ende mehr Energie verbrauchen als vorher. Dieser Effekt wird Rebound genannt. Mit einem neuen Forschungsprojekt wollen die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte I Wohnstadt und das Institut für Wohnen und Umwelt (IWU) in Darmstadt dem Phänomen auf den Grund gehen. Es heißt KOSMA und läuft bis März 2022.

Ein direkter Rebound-Effekt liegt beispielsweise vor, wenn Bewohner nach einer energetischen Gebäudesanierung mehr heizen als bisher. Beim indirekten Rebound-Effekt wiederum wird Geld, das durch ein energieeffizientes Gerät eingespart wird, für neue – und zwar energieverbrauchende – Produkte wieder ausgegeben.

Doch warum ändert sich mit steigender Energieeffizienz das Nutzerverhalten und konterkariert so das angestrebte Ziel? Was sind die Ursachen für diese verhaltensbedingte Mehrnachfrage? Und welche Rolle spielen sozio-kulturelle und sozio-ökonomische Faktoren? Das alles sind Fragen, mit denen sich das Forschungsprojekt KOSMA (Komponenten der Entstehung und Stabilität von Rebound-Effekten und Maßnahmen für deren Eindämmung) beschäftigen wird.

Wärmenutzungsverhalten und Einflussgrößen im Vergleich unterschiedlicher Nutzertypen

Um die indirekten Rebound-Effekte genauer unter die Lupe zu nehmen, wird es zunächst eine Mieterbefragung im Bestand der Nassauische Heimstätte I Wohnstadt geben zum Thema: Wärmenutzungsverhalten und dessen (psychologische) Einflussgrößen im Vergleich unterschiedlicher Nutzertypen.

Auf dieser Basis entwickelt das Team dann konkrete Vorschläge für Maßnahmen, will tiefergehende Erkenntnisse zu den Ursachen und Informationen liefern, die für die Optimierung von Tools und
Bilanzierungsverfahren oder Kampagnen zum Klimaschutz genutzt werden können.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Weitere Partner sind das Ecolog-Institut für sozial-ökologische Forschung und Bildung sowie das Fraunhofer Institut für System und Innovationsforschung ISI. Begleitet wird das Projekt von einem Praxisrat, dem Akteure aus der Wohnungswirtschaft, aus Umwelt-, Mieter- und Verbraucherverbänden, soziale Träger sowie Bundesbehörden angehören.

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