Steuerliche Klarheit für Bauen im Bestand
"Das Steuerrecht ist vermutlich der stillste, aber einer der entscheidendsten Hebel für die Kostensicherheit im Bestand", so Sarah Dungs, Vorstandsvorsitzende des Verbands für Bauen im Bestand (BiB).
Ein neuer Leitfaden zur steuerlichen Behandlung von Bestandsgebäuden soll eines der zentralen Hemmnisse der Bauwende adressieren: mangelnde steuerliche Planungssicherheit bei Sanierung, Umbau und Umnutzung bestehender Gebäude. Er richtet sich an Immobilieneigentümer, Projektentwickler, Kommunen, Planer und Steuerberater.
Enthalten sind unter anderem Quick-Checks, Vergleichstabellen und Fallbeispiele aus realen Projekten. So sollen Investitionsentscheidungen belastbar vorbereitet und Abstimmungen mit Finanzverwaltung und Förderstellen erleichtert werden können.
Bestandsaufnahme bis steuerliche Abwicklung
Solange die Steuerbetrachtung nicht integraler Bestandteil der Projektentwicklung sei, sondern nur an Steuerberater abgegeben werde, entstünden gegebenenfalls blinde Flecken, meint Dungs – "und mit ihnen Folgekosten, die frühzeitig vermeidbar wären."
Der Leitfaden führt strukturiert von der Bestandsaufnahme über die Maßnahmen- und Nutzungsanalyse bis zur steuerlichen Abwicklung und Kontrolle. Thematisiert werden unter anderem die Abgrenzung von Erhaltungsaufwand und Herstellungskosten, die 15-Prozent-Grenze, die Vermeidung der sogenannten Neubaufalle, Fragen zur Absetzung für Abnutzung (AfA), der Umsatzsteuer sowie die Nutzung von Sanierungs-AfA und Denkmal-AfA.
"In der Praxis ist es schon die steuerliche Einordnung, die über die Wirtschaftlichkeit eines Projekts entscheiden kann, ohne, dass es auf die technische Machbarkeit ankommen muss", sagt Franziska Bouchard, Fachbeirätin Recht und Steuern beim BiB. Der Leitfaden übersetze komplexe steuerliche Vorgaben in eine strukturierte und verständliche Hilfestellung und helfe dabei, Risiken früh zu erkennen, sauber zu dokumentieren und Spielräume rechtssicher zu verstehen.
BiB Leitfaden Recht & Steuern (Download)
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Eine Neubau-DIN für den Bestand
Der Verband hatte kurz nach der Gründung im Februar 2023 bereits eine Umsetzungsstrategie entwickelt und die für Neubauprojekte anerkannte DIN 276 für den Bestand übersetzt – mit der sogenannten BIB 276 soll so in bekannten Strukturen geplant und berichtet werden können.
Die Norm wurde für den Hochbau von neuen Projekten erstellt worden. Die Ermittlung der Kosten in der Bestandsentwicklung erfordert aus Sicht des BiB zusätzliche Kostengruppen, wie etwa planerische und gutachterliche Voruntersuchungen, die Berücksichtigung der laufenden Bewirtschaftung oder Rück- und Reparaturleistungen. Die BIB 276 als Arbeitstabelle und praktische Checkliste lehnt sich an die DIN 276 an.
Zum kostenlosen Download: der BIB 276
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