Smart-Meter-Rollout: Wie ist der Stand?

Wie viel und wann Strom verbraucht wird – das können Smart Meter genau bestimmen. Wer die intelligenten Messsysteme einbauen muss, regelt das Gesetz. Es kommt unter anderem auf den Stromverbrauch an. Erste Wohnungsunternehmen starten jetzt im großen Stil durch.

Seit Februar 2020 müssen Stromversorger ihre Kunden mit einem Jahresverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden durch den gesetzlich vorgeschriebenen Smart-Meter-Rollout nach und nach mit digitalen Messgeräten ausrüsten. Erste Zahlen zum Pflichteinbau von intelligenten Stromzählern will die Bundesregierung 2021 veröffentlichen. Bis 2032 müssen alle Stromverbraucher in Deutschland zumindest digitale Zähler haben, aber nur spezielle Gruppen bekommen auch ein Smart Meter, das die Daten verbrauchsabhängig mit einem intelligenten Datensammler und -übermittler (Smart Meter Gateway) speichert und überträgt.

Auf freiwilliger Basis können natürlich auch Smart Meter jederzeit eingebaut werden. Mieter können bis Ende 2020 den Messstellenbetreiber – in der Regel ist das der Netzbetreiber – frei wählen. Danach entscheidet der Vermieter – er kann die Kosten auch auf die Miete umlegen.

Rollout in der Wohnungswirtschaft: Smart-Meter-Gateways verknüpfen Smart- und Submetering

Die Kalorimeta GmbH (Kalo), ein Full‑Service‑Dienstleister für die Wohnungswirtschaft, kündigte an, zwischen 2021 und 2023 den kompletten Bestand der Stuttgarter Immobiliengruppe GWG, rund 1.000 Gebäude, mit Smart-Meter-Gateways ausstatten zu wollen. Kalo soll zudem den Messstellenbetrieb in sämtlichen Immobilien und für rund 5.500 Nutzeinheiten auch das Submetering bei der auf Wohnimmobilien spezialisierten GWG übernehmen.

Die erfassten Heizenergieverbräuche werden bei dieser Technik mit der Messung des Allgemeinstromverbrauchs verknüpft – sozusagen eine "intelligente Bündelung" von Metering und Submetering über das Gateway, um Doppelstrukturen zu vermeiden. Die Anbindung der übrigen Stromzähler in den GWG-Immobilien ist später ebenfalls möglich.

Das Thema Smart Metering nimmt Fahrt auf

Die Aareal Bank AG hat gerade mit der Pixolus GmbH, einem auf mobile Datenerfassung spezialisierten Unternehmen, eine neue digitale Lösung zum Erfassen und Weiterverarbeiten von Zählerständen entwickelt: "Aareal Meter" – ein digitales Auftragsportal plus Ablese-App.

Die Lösung soll künftig in Unternehmen der Energie- und der Wohnungswirtschaft die sonst zeitaufwändige und fehleranfällige Zählerablesung digitalisieren und effizienter gestalten. Die Verbrauchsdaten werden mit einer Smartphone-Kamera am eigentlichen Verbrauchszähler erfasst. In der App sehen die Ableser, welche Verbrauchswerte sie wann und wo erfassen sollen. Mittels Barcode-Scan wird der Zähler korrekt zugeordnet. Das Erfassen erfolgt durch eine Scan-Funktion, jede Ablesung wird durch ein Foto dokumentiert und im System hinterlegt.

Über die cloudbasierte Plattform werden die Auftragsdaten der Versorger importiert, Objekt- und Zählerdaten verwaltet sowie Ableseaufträge an die Mobilgeräte der Hausmeister und Ablesedienstleister disponiert. Alle Nutzer können den Ablesestatus jederzeit einsehen und die Daten verwalten. Die Idee sei bereits bei ersten Kunden im Einsatz, sagte Martin Konrath, Director Key Accounts der Aareal Bank. Zu den Pilotkunden gehören etwa die Stadtwerke Düsseldorf (SWD).

Moderner oder intelligenter Stromzähler?

Unterschieden wird zwischen einer modernen Messeinrichtung, also einem digitalen Stromzähler ohne Kommunikationseinheit, der den alten analogen Stromzähler (Ferraris-Zähler) ersetzen soll, und einem intelligenten Messsystem. Dieses beinhaltet einen digitalen Stromzähler (Smart Meter), der mit einem Kommunikationsmodul zur Datenübertragung (Smart-Meter-Gateway) verbunden ist. Die intelligenten Messsysteme ermitteln nicht nur den Stromverbrauch, sondern versenden auch Daten – etwa an die Netzbetreiber oder den Stromanbieter. Mit ihnen kann beispielsweise auch der Stromfluss aus einer Solarstromanlage gesteuert werden.

Während alle Haushalte bis zum Jahr 2032 mindestens einen digitalen Zähler (moderne Messeinrichtung) erhalten, müssen einige auf Smart Meter umrüsten:

  • Haushalte mit einem hohem Stromverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden pro Jahr (ab sofort)
  • Anlagen mit denen Strom erzeugt wird (etwa Photovoltaik) mit einer Nennleistung von mehr als sieben Kilowatt. Bei Neuanlagen mit einer Nennleistung zwischen eins und sieben Kilowatt entscheidet der Messstellenbetreiber.
  • Haushalte mit einer steuerbaren Verbrauchseinrichtung (wie Wärmepumpe), wenn eine Steuerung mit dem Netzbetreiber vereinbart wurde.


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