Weiter in Richtung einheitlicher ESG-Datenstandard
Die Initiative "ESG Circle of Real Estate" (Ecore) wurde 2020 gegründet, um einen Nachhaltigkeitsstandard für Immobilien zu entwickeln. Nun gab es einen weiteren entscheidenden Schritt hin zur Standardisierung der ESG-Bewertung: neue Kennzahlen wurden in das Scoring-Modell integriert. Die KPI-Liste kommt vom Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) und dem Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp).
"Mit einem einheitlichen Verständnis der Datenanforderungen bei Banken und Gebäudeeigentümern können wir den Datenaustausch erleichtern, Digitalisierungsprojekte vorantreiben, den bürokratischen Aufwand auf beiden Seiten reduzieren und den Blick wieder auf das Kerngeschäft richten", erklärt ZIA-Vizepräsident Jochen Schenk.
Harmonisierung der Datenabfragen bei Immobilienfinanzierungen
Veröffentlicht wurden neun umweltbezogene Immobilien-Schlüsselkennzahlen (Key Performance Indicators, KPIs) und 29 definierte Datenpunkte. Die Liste erfüllt zentrale Anforderungen aus EU-Taxonomie, CSRD, SFDR und CRR sowie aus der bankenaufsichtlichen Klimarisiko-Regulatorik – und soll damit eine tragfähige Basis für einen standardisierten Datenaustausch zwischen Gebäudeeigentümern und Finanzinstituten bilden.
Ecore hat die ZIA-Kennzahlen in Abstimmung mit dem Verband bereits vollständig ins Scoring-Modell integriert. "Unsere Datenüberschneidung lag bei rund 90 Prozent – aber bei der Bewertung liegt der Teufel bekanntlich im Detail. Genau deshalb haben wir gezielt Harmonisierung geschaffen, um echte Vergleichbarkeit zu gewährleisten", so Sabrina Eckstein, Chief Technology Officer (CTO) bei Ecore. Für Anwender sind ZIA-Kriterien damit sofort und ohne Umstellung oder zusätzlichen Aufwand einsatzbereit.
"Mit dieser KPI-Liste schließen wir eine Lücke zwischen Immobilien- und Finanzwelt", ergänzt Sascha Kullig, Mitglied der vdp-Geschäftsleitung. "Wir laden Kreditinstitute und Branchenakteure ein, ihre Fragebögen an dieser KPI-Liste auszurichten." Die Verwendung einer einheitlichen KPI-Liste für umweltbezogene Informationen trage zur Harmonisierung der Datenabfragen bei Immobilienfinanzierungen bei.
ZIA-KPI-Liste und ein erläuternder Begleitbericht (Download)
Initiative "ESG Circle of Real Estate": Hintergrund
Im Februar 2020 startete Ecore als Initiative verschiedener Unternehmen der Immobilienbranche, um einen ESG-Daten- und Nachhaltigkeitsstandard zu entwickeln.
Knapp 150 Unternehmen aus dem Gebäudemanagement, Development und Finanzsektor arbeiteten aktiv an dem Scoring mit, das 90 Fragen umfasst. Die Idee: Es sollte allen Beteiligten die Transformation zu nachhaltigen Gebäuden durch einheitliche Maßstäbe erleichtert werden. Neben dem ESG-Scoring-Standard ging daraus die Cloud-Plattform Ecore zur Verwaltung und Analyse von ESG-Daten hervor.
Die Analyse der Immobilien soll jährlich erfolgen, die Nachhaltigkeitsperformance der Portfolios ergibt sich aus dem Durchschnitt der Objektbewertungen. Anhand einer Punkteskala von Null bis 100 können Mieter und Anleger erkennen, zu wie viel Prozent eine Immobilie oder ein Portfolio die ESG-Kriterien erfüllt. Die Performance wird dabei am Zwischenziel 2030 gemessen.
Seit Anfang 2024 wird die Initiative als Stiftung geführt. Über die Weiterentwicklung des ESG-Scoring-Standards hat künftig ein Kuratorium die Hoheit. So soll Neutralität gewahrt werden. Die wichtigsten Stiftungsziele sind:
- Zukunftsgerichtete Weiterentwicklung des ESG-Scoring-Modells.
- Etablierung des Ecore-Scorings als ESG-Branchenstandard.
- Beschleunigung der ESG-Transformation durch Förderung von smarten Lösungen und offenem Austausch zwischen Marktteilnehmern.
- Stärkung des öffentlichen Vertrauens in das Nachhaltigkeitsengagement der Immobilienwirtschaft durch neutrale ESG-Standards.
Initiative "ESG Circle of Real Estate" (Ecore)
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