Energiepreise: Heizen für Millionen Haushalte zu teuer
In Europa sagt etwa jeder zehnte (9,2 Prozent) Bürger von sich, das Geld habe im vergangenen Jahr nicht fürs Heizen gereicht. Damit liegt Deutschland unter dem EU-Schnitt: Hierzulande liegt der Anteil an der Bevölkerung bei 5,3 Millionen Menschen (6,3 Prozent der Bevölkerung), die nach eigener Einschätzung die Wohnung nicht angemessen warm halten konnten. 2023 hatte der Anteil 8,2 Prozent betragen.
Das sind Berechnungen des Statistischen Bundesamts auf der Grundlage des Mikrozensus.
Energiepreise seit 2020 stark gestiegen
Hintergrund sind die seit knapp fünf Jahren unter anderem wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine stark gestiegenen Preise für Energie. Sie legten laut Bundesbehörde zwischen 2020 und 2024 um 50,3 Prozent zu und stiegen damit deutlich schneller als die allgemeinen Verbraucherpreise (plus 19,3 Prozent).
Zuletzt hätten Verbraucher aber für Energie etwas weniger zahlen müssen als vor einem Jahr: Haushaltsenergie war im September 2025 in Deutschland durchschnittlich 1,9 Prozent günstiger als im gleichen Vorjahresmonat, so das Bundesamt. Zum Vergleich: Die Verbraucherpreise insgesamt nahmen um 2,4 Prozent zu.
Jahresvergleich: Erdgas teurer, Fernwärme günstiger
Je nach Art der Heizung sind die privaten Haushalte den Statistikern zufolge unterschiedlich stark von den Preisentwicklungen betroffen.
Erdgas als am weitesten verbreiteter Heizenergieträger verteuerte sich im September 2025 gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,7 Prozent. Auch leichtes Heizöl verzeichnete erstmals seit Juli 2024 einen leichten Preisanstieg (plus 0,1 Prozent).
Profitieren konnten Verbraucher von günstigeren Preisen für Fernwärme (minus 2,2 Prozent). Auch Brennholz, Holzpellets oder andere feste Brennstoffe (minus 1,8 Prozent) und Strom (minus 1,6 Prozent) verbilligten sich gegenüber September 2024.
Seit Energiekrise: Preise für Heizöl und Ergas verdoppelt
Im langfristigen Vergleich sind die Preise für leichtes Heizöl besonders stark gestiegen: Von 2020 bis 2024 haben sie sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts beinahe verdoppelt (plus 99,3 Prozent). Auch für Erdgas mussten Verbraucher deutlich tiefer in die Tasche greifen (plus 89,9 Prozent).
Fernwärme verteuerte sich um 76 Prozent, Brennholz, Holzpellets oder andere feste Brennstoffe um 49,1 Prozent. Die Preise für Strom wiesen mit einem Plus von rund einem Viertel (27,4 Prozent) die geringste Steigerung unter den Heizenergieträgern auf.
Härtefallhilfen und Preisbremsen ausgelaufen
Um die Energiekrise ab 2020 abzufedern, konnten private Haushalte bis Ende Oktober 2023 unter anderem für Heizöl und Pellets Härtefallhilfen beantragen. Gaskunden profitierten außerdem bis April 2024 von den sogenannten Preisbremsen.
Aktuelle Förderungen für den Kauf von Heizöl sowie Preisbremsen gibt es nicht mehr. Stattdessen können Zuschüsse für den Umstieg von Ölheizungen auf klimafreundlichere Heizsysteme durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) beantragt werden.
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