Die Heizkosten in ölversorgten Wohngebäuden sind im Bundesdurchschnitt zuletzt um 15,4 Prozent gestiegen. Grund sind höhere Ölpreise: Die haben 2017 gegenüber 2016 um 16,2 Prozent zugelegt. Das ist ein Ergebnis der Heizkostenprognose des Energiedienstleisters Techem. Vor allem Heizölnutzern in Bayern drohen Nachzahlungen. Die Erdgaspreise sind im Schnitt um 3,3 Prozent gefallen – daraus resultiert bei den Heizkosten für Erdgas ein Minus von 3,9 Prozent.

Auf höhere Heizkosten – trotz einer im Bundesdurchschnitt um 0,7 Prozent wärmeren Witterung im Vergleich zu 2016 – müssen sich laut Techem vor allem die Mieter aus München, Oberstdorf und Straubing einstellen. Vor dem Hintergrund potenziell deutlicher Steigerungen für viele Mieter fordert Techem-CEO Frank Hyldmar die künftige Bundesregierung auf, größere Anreize für kostengünstige Energieeffizienzmaßnahmen zu setzen.

"Dazu müssen die Ansätze der Sondierungsergebnisse durch innovative Vorschläge für die stärkere Nutzung niedriginvestiver technischer Maßnahmen konkretisiert werden", so Hyldmar.

In den vergangenen Jahren sind die Heizkosten in Deutschland gesunken. 2016 erhielten viele Mieter eine reduzierte Nebenkostenabrechnung. 2015 waren die Heizkosten beim Energieträger Öl um 18,6 Prozent gesunken, während sie für Erdgas um sechs Prozent angestiegen waren.

Wie hoch die Nachzahlungen in diesem Jahr tatsächlich ausfallen werden, hängt davon ab, zu welchem Zeitpunkt das Heizöl gekauft wurde. Möglicherweise macht sich die Teuerung nicht sofort bemerkbar, wenn 2017 noch alte Reserven verheizt wurden.

Höhere Heizkosten für Heizöl werden laut Techem vor allem auf Mieter aus dem Süden Deutschlands zukommen. Obwohl das Jahr 2017 im Bundesdurchschnitt um 0,7 Prozent wärmer war als 2016, weisen die Münchner und Oberstdorfer Mieter auf Basis der Temperaturwerte einen Mehrverbrauch von jeweils 3,9 Prozent auf. Im Norden hatten nur die Einwohner von Arkona auf Rügen einen Mehrverbrauch an Raumheizwärme.

Städte mit dem höchsten Energieverbrauch 2017

Verbrauch RaumheizwärmeKosten HeizölKosten Erdgas
München+ 3,9 Prozent+ 20,7 Prozent+ 0,5 Prozent
Oberstdorf+ 3,9 Prozent+ 20,7 Prozent+ 0,5 Prozent
Straubing+ 3,5 Prozent+ 20,3 Prozent+ 0,1 Prozent
Fürstenzell+ 3,4 Prozent+ 20,2 Prozent+/- 0 Prozent
Regensburg+ 3,1 Prozent+ 19,7 Prozent- 0,3 Prozent
Augsburg+ 3,1 Prozent+ 19,7 Prozent- 0,3 Prozent
Arkona / Rügen+ 2,3 Prozent+ 18,8 Prozent- 1,1 Prozent
Bamberg+ 2,1 Prozent+ 18,6 Prozent- 1,2 Prozent

Quelle: www.techem.de

Regionen mit rückläufigen Verbräuchen sind beispielsweise Köln mit einem Minus von 4,9 Prozent, Norderney mit minus 4,8 Prozent oder Düsseldorf (minus 4,7 Prozent) – trotz gestiegener Ölpreise.

Städte mit dem höchsten Minderverbrauch 2017

Verbrauch RaumheizwärmeKosten HeizölKosten Erdgas
Köln- 4,9 Prozent+ 10,5 Prozent- 8,0 Prozent
Norderney- 4,8 Prozent+ 10,7 Prozent- 7,9 Prozent
Düsseldorf- 4,7 Prozent+ 10,8 Prozent- 7,8 Prozent
Cuxhaven- 4,6 Prozent+ 10,9 Prozent- 7,7 Prozent
Münster- 4,5 Prozent+ 10,9 Prozent- 7,6 Prozent
Hahn- 3,4 Prozent+ 12,2 Prozent- 6,5 Prozent
Emden- 3,3 Prozent+ 12,3 Prozent- 6,5 Prozent
Saarbrücken- 2,8 Prozent+ 12,9 Prozent- 6,0 Prozent

Quelle: www.techem.de

Die Prognose basiert auf dem Vergleich von Gradtagszahlen, die auf Basis von Temperaturdaten des Deutschen Wetterdienstes der Jahre 2016 und 2017 ermittelt wurden sowie auf einer Auswertung der Brennstoffpreise für Erdgas und Heizöl aus dem vergangenen Jahr. Wie hoch der tatsächliche Energieverbrauch und damit die Kosten im konkreten Fall sein werden, lässt sich erst nach Erstellung der jeweiligen Abrechnung sagen.

Schlagworte zum Thema:  Heizkosten, Nachzahlungszinsen