17.06.2013 | Institut der deutschen Wirtschaft Köln

IW Köln: Fiskus setzt falsche Anreize für den Wohnungsbau

IW: Fiskus benachteiligt Investitionen in Immobilien gegenüber anderen Kapitalanlagen
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten für Wohnimmobilien in Deutschland sind zu niedrig angesetzt. Das führt dazu, dass weniger gebaut und saniert wird, was die Wohnungsnot weiter verschärft. Zu diesem Ergebnis eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Der Studie zufolge sollte der Abschreibungssatz auf vier Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Häusern oder Wohnungen steigen, damit technische Abnutzung, Alterung und Inflation angemessen berücksichtigt werden können. Derzeit gewährt der Fiskus aber lediglich zwei Prozent.

Durch diese unzureichende Regelung werden Investitionen in Immobilien gegenüber anderen Kapitalanlagen steuerlich benachteiligt. Die Folge: Für potenzielle Investoren der Anreiz, neue Wohnungen zu bauen.

Angesichts des ohnehin knappen Wohnungsangebots in den Metropolregionen trägt der Staat damit indirekt zu steigenden Mieten bei. Ein weiterer negativer Effekt betrifft ältere Immobilien. Nach der geltenden Abschreibungspraxis ist es für Eigentümer attraktiver, diese nur instand zu halten, anstatt umfassend zu sanieren oder, falls nötig, abzureißen und neu zu bauen.

Diese Weichenstellung führt gerade mit Blick auf Themen wie energetische Sanierung, Klimaschutz oder altersgerechtes Wohnen in die völlig falsche Richtung.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Wohnungsbau

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