13.06.2016 | Destatis

Wohnungsbau: Zahl der Fertigstellungen steigt erneut um ein Prozent

Der Bau vor allem von Mehrfamilienhäusern boomt.
Bild: Corbis

2015 wurden in Deutschland 247.700 Wohnungen fertiggestellt, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtet. Das waren 2.400 Wohnungen oder ein Prozent mehr als 2014 und so viele wie seit dem Jahr 2006 (255.600 Wohnungen) nicht mehr. Vor allem in Mehrfamilienhäusern entstanden neue Wohnungen (4.100). Nicht genug, so der Spitzenverband GdW: Das Ziel, den Neubaubedarf von 400.000 Wohnungen jährlich zu decken, rücke in weite Ferne.

In bestehenden Gebäuden wurden 27.525 neue Wohngelegenheiten gebaut. Das war ein Zuwachs von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Von den im Jahr 2015 fertiggestellten Wohnungen waren 216.700 Neubauwohnungen in Wohngebäuden (plus 0,3 Prozent gegenüber 2014). Dieser Anstieg resultierte insbesondere aus der Fertigstellung von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (plus vier Prozent beziehungsweise plus 4.100 Wohnungen).

Fertigstellungen in Wohnheimen steigen um rund acht Prozent

Auch in Wohnheimen stieg die Zahl der fertiggestellten Wohnungen (plus 8,1 Prozent beziehungsweise plus 700 Wohnungen).

Die Fertigstellungen von Wohnungen in Zweifamilienhäusern (minus 4,6 Prozent beziehungsweise minus 900 Wohnungen) und Einfamilienhäusern (minus 3,7 Prozent beziehungsweise minus 3.300 Wohnungen) waren rückläufig. 

Bei den im Jahr 2015 fertiggestellten neuen Nichtwohngebäuden verringerte sich der umbaute Raum gegenüber dem Jahr 2014 um 3,5 Prozent auf 178,8 Millionen Kubikmeter.  
Dabei betrug der Rückgang  bei den öffentlichen Bauherren 3,2 Millionen Kubikmeter (minus 17,8 Prozent) und bei den nicht öffentlichen Bauherren 3,3 Millionen Kubikmeter (minus zwei Prozent).

GdW: Wohnungsbau deutlich unter den Erwartungen

"Die Bilanz beim Wohnungsbau ist ernüchternd. Im vergangenen Jahr wurden deutlich weniger Wohnungen gebaut als erwartet", so Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, zu den Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Die Zahl der neu gebauten Wohnungen liege insgesamt rund 20.000 Einheiten unter den vom Bundesbauministerium erwarteten 265.000 bis 270.000 Fertigstellungen für 2015.

"Alle von der Baukostensenkungskommission bereits identifizierten Maßnahmen müssen jetzt dringender denn je umgesetzt werden, damit der Wohnungsbau wieder für alle bezahlbar wird“, forderte Gedaschko. Seit dem Jahr 2000 sei der Neubau von Mehrfamilienhäusern in Deutschland um rund 49 Prozent teurer geworden, wie Analysen der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE Kiel) zeigten. Zusätzlich bremse die Politik den Neubau mit Eingriffen ins Mietrecht und immer neuen Verschärfungen der Energieeinsparvorgaben aus.

Dem GdW-Chef zufolge steigen die Baugenehmigungszahlen zwar seit einigen Jahren, aber deutlich weniger Wohnungen würden auch wirklich fertiggestellt und davon die meisten im hochpreisigen Segment. Eine Möglichkeit wäre laut Gedaschko, mehr Bauflächen zur Verfügung zu stellen, die durch die Kommunen verstärkt nach Konzeptqualität vergeben werden könnten. Neben einem Stopp der Preisspirale insbesondere bei der Grunderwerbsteuer sei zudem eine Erhöhung der linearen Abschreibung für Abnutzung (AfA) von zwei auf mindestens drei Prozent notwendig.

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