Vernetzung: Unter anderem die nationale und globale Anbindung der Stadt sorgt für ihre Attraktivität Bild: Haufe Online Redaktion

Berlin ist die dynamischste deutsche Stadt im aktuellen "Savills IM Dynamic Cities Index". London, Cambridge, Paris, Amsterdam haben laut Savills Investment Management die Plätze eins bis vier unter 130 untersuchten europäischen Städten und Stadtregionen. Zu den größten Aufsteigern gehört Frankfurt am Main mit einem Sprung um vier Plätze auf Rang 17. Grund hierfür sind neben Brexit-Diskussionen vor allem eine gute Vernetzung (Interconnection) und Investitionsvorhaben.

Auch Sheffield (plus 16 auf Rang 46), Rotterdam (plus 13 auf Rang 47) und Göteborg (plus 11 auf Rang 30) gehören zu den großen Gewinnern. Mit Berlin, Frankfurt, München (minus 1 auf Rang 7) und Hamburg (minus 1 auf Rang 27) zählen vier deutsche Städte zu den 30 dynamischsten Städten Europas.

Die Kriterien für den "Savills IM Dynamic Cities Index" waren Innovation, Inspiration, Inklusion, Vernetzung (Interconnection), Investment und Infrastruktur.

Wettbewerb um Talente immer wichtiger für Stadtentwicklung

Angeführt wird der Index laut Savills von Städten, die erfolgreich Talente anziehen und diese langfristig binden, Innovationen vorantreiben und die Produktivität steigern. Der Index prognostiziert, dass alle gewerblichen Immobiliensektoren langfristig profitieren werden: Der Bürosektor wird durch steigende Beschäftigtenzahlen unterstützt, der Einzelhandel von der Wohlstandsbildung und die Nachfrage nach stadtnahen Logistik- und Lagerflächen wird durch die Zunahme des Onlinehandels angetrieben.

Immobilieninvestments: Gute Rahmenbedingungen in den Top 10

Die Analyse unterstreicht nach Auffassung von Savills die Bedeutung einer langfristigen Stadtentwicklung und zeigt, dass die zehn dynamischsten Städte in den vergangenen 20 Jahren in Bezug auf das BIP- und Beschäftigungswachstum insgesamt besser abgeschnitten haben als die 28 EU-Länder. Sie schufen dadurch gute Rahmenbedingungen für den Immobilieninvestmentmarkt.

Auch kleinere Städte attraktiv für Investoren

Die Studie zeigt laut Irfan Younus, Head of Research Europe bei Savills Investment Management, dass dabei Größe nicht alles ist. Neben den etablierten Top-Metropolen wie London und Paris seien auch kleinere Städte durchaus attraktiv für Investoren. Aufgrund von Infrastrukturprojekten, schnell wachsenden Wissensnetzwerken, Spitzenuniversitäten und innovativen Unternehmen, die weltweit auf der Suche nach Talenten sind und diese durch ein attraktives kulturelles Angebot langfristig binden wollen.

So gelang etwa der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn, die in der Kategorie Vernetzung Rang 12 erzielte, ein umfassender Strukturwandel von einer eher monostrukturellen Parlamentsstadt hin zu einem lebendigen, weltoffenen und überdurchschnittlich gut vernetzten Wirtschaftsstandort.

Vernetzung und Inspiration

"Die Hauptstadt verdankt ihr gutes Abschneiden vor allem hohen Platzierungen in den Kategorien Vernetzung, Inspiration und Innovation, die zum überdurchschnittlichen lokalen Wirtschaftswachstum beitragen", sagt Andreas Trumpp, Head of Research Deutschland bei Savills Investment Management.

München besitze eine sehr hohe Anziehungskraft für Unternehmen und verfüge über die höchste Dichte an DAX30-Unternehmen. Daher profitiert München auch besonders stark von hohen Platzierungen in den Kategorien Innovation, Vernetzung und Investment.

Frankfurt als Finanzzentrum profitiere insbesondere von seiner guten Vernetzung. "Die Nachfrage nach Büroimmobilien hat auch ohne größere Ansiedlungen im Zuge der Brexit-Diskussionen mittlerweile Rekordhöhen erreicht", so Trumpp.

Drei deutsche Städte in den Top 20 im Savills-Ranking

StadtGesamtplatzierungInspirationInklusionInnovationInterconnectionInfrastrukturInvestment
Berlin571643137
München71817104-18
Frankfurt17-19196-20

Tabelle nach Zahlen von Savills IM

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