Psychische Erkrankungen und ihre Folgen
Wie das Bundesarbeitsministerium auf eine Anfrage der Linken mitteilte, stieg die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage wegen psychischer Leiden von 40 Mio. im Jahr 2008 auf 98 Mio. in 2017. Bei Männern stiegen die AU-Tage wegen psychischen Problemen in diesem Zeitraum um rund 160 %.
Psychische Erkrankungen lassen Kosten für die Wirtschaft steigen
Die Krankmeldungen machen mit ihrer Zunahme auch einen entsprechend großen Teil bei den Kosten für die Wirtschaft aus. Insgesamt betrugen die Kosten wegen krankheitsbedingtem Produktionsausfall 76 Mrd. EUR für das Jahr 2017. Da entspricht einem Anstieg von 77 % seit 2008.
Linke fordern verbindliche Richtlinien und mehr Kontrollen
Auf Grundlage der Zahlen fordern die Linken erneut klare und verbindliche Richtlinien gegen Stress bei der Arbeit. Außerdem sollten die Gefährdungen durch wachsenden psychischen Druck mit Arbeitsschutzkontrollen flächendeckend erfasst werden. Auch den Betriebsräten käme eine Kontrollfunktion zu, allerdings würde es in immer weniger Unternehmen Betriebsräte geben.
Deutsche machen sich wenig Gedanken zur psychischen Gesundheit
Während die Linken sich für mehr Kontrollen und eine Anti-Stress-Verordnung einsetzen, machen sich nur 45 % der Deutschen häufig über ihr geistiges Wohlbefinden Gedanken. Das zeigen die Ergebnisse einer weltweiten Online-Befragung des Ipsos-Instituts. Außerdem haben psychische Erkrankungen in Deutschland einen geringen Stellenwert.
Psychische Erkrankungen werden anders eingeschätzt als andere Krankheiten
Zwar halten 84 % die geistige Gesundheit für genauso wichtig wie die körperliche und 58 % sehen es als Stärke, wenn Betroffene bei einer psychischen Erkrankung sich Hilfe beim Experten holen, allerdings sehen nur 56 % eine psychische Erkrankung als Krankheit wie jede andere an. Und nur für 39 % der befragten Deutschen haben psychische Erkrankungen im Gesundheitssystem den gleichen Stellenwert wie andere Krankheiten.
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