Überarbeitete DGUV-Regel für die Luftfahrzeug-Instandhaltung
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat ihre Regel 114-607 zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Luftfahrzeug-Instandhaltung grundlegend überarbeitet. Besonders die Einführung von Hochvolttechnologien sowie der zunehmende Stress durch Zeitdruck und Wettbewerb in der Luftfahrtbranche machten eine Anpassung notwendig.
Beispiel Hochvolttechnologien
Eine zentrale Neuerung betrifft den Umgang mit Hochvoltsystemen, die in Elektro-, Hybrid- oder Wasserstoffsystemen verwendet werden. Diese Technologien sind durch Stromschlag, Lichtbögen, Brände, Explosionen und Gefahrstoffe erhebliche Gefährdungsquellen für das Wartungspersonal. Das Berühren unter Spannung stehender Hochvolt-Komponenten kann zu schweren Herzrhythmusstörungen, Verbrennungen oder sogar zum Tod führen. Kurzschlüsse im Hochvoltnetz wiederum erzeugen heiße Lichtbögen (Störlichtbögen), die Verbrennungen der Haut und Augen sowie Lungenschäden verursachen. Mit der neuen DGUV Regel gibt es erstmals konkrete Vorgaben und Schutzmaßnahmen für den Umgang mit diesen Technologien.
Psychische Belastungen durch Zeitdruck und Stress
Neben technischen Gefahren widmet sich die Neufassung auch psychischen Belastungen. Diese haben ihre vorrangige Ursache in dem zunehmenden Wettbewerb in der Luftfahrt. Bleiben Flugzeuge wegen einer geplanten Instandhaltung oder einer ungeplanten Reparatur am Boden, fallen Einnahmen aus. Der Zeitdruck für das sogenannte „Grounding“, die Reparatur und die Instandhaltung der Flugzeuge, wächst. Stress und damit oft auch psychische Belastungen nehmen zu. Die DGUV Regel beschreibt, wie die komplexen zeitkritischen Abläufe und der hohe Termindruck bei der Flugzeugwartung systematischer und damit auch arbeitnehmerfreundlicher und gesundheitsorientierter organisiert werden können. Aktuell wird der Arbeitsschutz stärker als bislang üblich in allen Prozessen des Luftfahrt-Instandhaltung bedacht und mitberücksichtigt. Die Verantwortung für Sicherheit und Gesundheit sollte im Bewusstsein aller Ebenen, von der Unternehmensleitung bis zu den Beschäftigten, verankert sein.
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