Berufliche Hautgesundheit

Studie zu Unterziehhandschuhen: Hautschutz und Hygiene

Schutzhandschuhe aus Kunststoffen, wie sie bei Tätigkeiten im Gesundheitswesen getragen werden, können schwere Hautirritationen und -allergien verursachen. Daher tragen viele Beschäftigte unter ihnen textile Unterziehhandschuhe. Wie effektiv helfen diese aber wirklich gegen Hautprobleme infolge von längerem Schutzhandschuhtragen? Und wie sollten sie sicher und hygienisch getragen werden? 

Krankenhaus_OP_Monitore

Hauterkrankungen gehören zu den häufigsten berufsbedingten Erkrankungen in Deutschland. Überwiegend handelt es sich dabei um Handekzeme, die durch Hautirritationen und/oder allergische Kontaktekzeme hervorgerufen werden. Zu den besonders gefährdeten Berufsgruppen zählen die Beschäftigten im Gesundheitswesen. Diese tragen daher je nach Anforderung Schutzhandschuhe, die zumeist aus flüssigkeitsdichten Materialien wie Nitril oder Latex bestehen. Durch das dichte Anliegen der Handschuhe entsteht bei längerer Tragezeit auf der Haut Feuchtigkeit (Schweiß) und Wärme. In Folge kann die Haut rissig und damit besonders angreifbar für Krankheitserreger werden, da die natürliche Hautschutzbarriere aufgeweicht wird. Zur Reduktion der Feuchtbelastung durch das Schwitzen in Schutzhandschuhen werden daher oft Unterziehhandschuhen aus textilen Materialien wie Baumwolle eingesetzt. Doch wie wirksam sind diese wirklich? Wie sollten sie von ihren Anwendern getragen und genutzt werden? Auf was sollten die Einrichtungen bei ihrer Bereitstellung und Aufbereitung für die Beschäftigten achten? Diese Fragen wurden für das deutsche Gesundheitswesen erstmals im Rahmen einer neuen Studie beantwortet. 

Ergebnisse

Die Studie zeigt, dass das Tragen von Unterziehhandschuhen den Wärme- und Feuchtigkeitsstau unter flüssigkeitsdichten Schutzhandschuhen reduzieren kann. Insbesondere bei längeren Tragezeiten werden diese als hautschützende Maßnahme empfohlen. Die Anwenderakzeptanz sei hoch, doch erfordert der hygienisch korrekte Einsatz im Gesundheitswesen klare Aufklärung und eine strukturierte Aufbereitungs- oder Entsorgungslogistik.
Die wesentlichen Erkenntnisse auf einen Blick:

  • Hautgesundheit und Komfort: Das Tragen von Unterziehhandschuhen kann den Wärme- und Feuchtigkeitsstau unter flüssigkeitsdichten Schutzhandschuhen reduzieren und wird insbesondere bei längeren Tragezeiten als hautschützende Maßnahme empfohlen.
  • Hygiene und Sicherheit: Um das Kontaminationsrisiko zu minimieren, dürften Unterziehhandschuhe nicht über den Bereich der Patientenversorgung hinausgetragen werden. Potenziell mit Gefahr- oder Biostoffen kontaminierte Unterziehhandschuhe sollen nicht von Beschäftigten zu Hause gewaschen werden. Eine professionelle Aufbereitung mit nachgewiesen wirksamem desinfizierendem Waschverfahren wird empfohlen. 

Empfehlungen für die Praxis

Die Studie empfiehlt eine strukturierte, aufgabenabhängige Nutzung textiler Unterziehhandschuhe. Sie sollten regelmäßig gewechselt werden, um eine Durchfeuchtung der Haut zu verhindern. Der Einsatz erfordere eine individuelle Hautschutzberatung sowie Schulungen zum richtigen An- und Ausziehen. Weiterhin müssten die Unterziehhandschuhe kontrolliert wiederaufbereitet werden, auf die jeweilige Händeform und -größe der Beschäftigten zugeschnitten sein und keine Faltenbildung aufweisen. Bei aseptischen Tätigkeiten ist der Einsatz von Unterziehhandschuhen besonders kritisch zu prüfen und an die jeweiligen hygienischen Vorgaben der Einrichtung anzupassen. Im Gesundheitswesen ist insbesondere ein regelmäßiger Wechsel sowie eine hygienisch kontrollierte, professionelle Aufbereitung wichtig; eine private Wiederaufbereitung potenziell kontaminierter Handschuhe ist nicht vorgesehen.

Link zur Studie: Einsatz textiler Unterziehhandschuhe im Gesundheitswesen


Schlagworte zum Thema:  Gesundheitswesen , Arbeitsschutz
0 Kommentare
Sie haben noch keinen Text eingegeben.
Noch keine Kommentare - teilen Sie Ihre Sicht und starten Sie die Diskussion