Hartz/Meeßen/Wolf, ABC-Führ... / 1. Kindbegriff
 

Rz. 15

Stand: EL 108 – ET: 01/2016

Als Kinder werden berücksichtigt (vgl § 63 EStG):

Minderjährige Kinder, und zwar
Kinder, die mit dem Berechtigten im ersten Grad verwandt sind (§ 32 Abs 1 Nr 1 EStG iVm § 63 Abs 1 Satz 1 Nr 1 EStG; > Kinderfreibeträge Rz 40 ff),
Pflegekinder des Berechtigten iSv § 32 Abs 1 Nr 2 EStG iVm § 63 Abs 1 Satz 1 Nr 1 EStG (> Kinderfreibeträge Rz 42),
Stiefkinder (> Kinderfreibeträge Rz 43), – das sind vom Berechtigten in seinen Haushalt aufgenommene Kinder seines Ehegatten (§ 63 Abs 1 Satz 1 Nr 2 EStG) oder Lebenspartners (§ 2 Abs 8 EStG; BFH 242, 362 = BStBl 2014 II, 36);
vom Berechtigten in seinen Haushalt aufgenommene Enkelkinder (§ 63 Abs 1 Satz 1 Nr 3 EStG; > Rz 15/2).

Minderjährig sind Kinder bis zum 18. Lebensjahr, das sie mit Ablauf des Tages vor dem 18. Geburtstag vollenden (> Kinderfreibeträge Rz 50 ff). Für Kinder, deren Behinderung vor Ablauf des 25. Lebensjahres eingetreten ist, gilt die Beschränkung auf das 18. Lebensjahr nicht (vgl A 7 DA-KG).

Ob ein Kind zu berücksichtigen ist, hängt von seinem tatsächlichen Alter ab. § 33a SGB I, wonach das zuerst gegenüber dem Sozialleistungsträger oder ArbG angegebene Alter maßgeblich bleibt, ist im Steuerrecht nicht anzuwenden (BFH/NV 2010, 616).

 

Rz. 15/1

Stand: EL 108 – ET: 01/2016

Volljährige Kinder der in > Rz 15 genannten Art werden grundsätzlich nur noch bis zum Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums berücksichtigt (> Kinderfreibeträge Rz 61 ff). Nach dem Abschluss wird ein Kind noch bis zum 25. Lebensjahr berücksichtigt, wenn es nicht erwerbstätig ist. Unschädlich sind dabei Erwerbstätigkeiten mit bis zu 20 Stunden regelmäßiger Arbeitszeit, ein Ausbildungsdienstverhältnis oder eine > Geringfügige Beschäftigung iSv §§ 8, 8a SGB IV. KiG gibt es für diese volljährigen Kinder mithin nur unter den gleichen Voraussetzungen wie für > Kinderfreibeträge Rz 116 ff; vgl den Verweis in § 63 Abs 1 Satz 2 EStG auf § 32 Abs 3 bis 5 EStG. Diese Regelung gilt nicht für Kinder bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres, die bei einer Agentur für Arbeit als arbeitsuchend gemeldet sind, sowie für behinderte Kinder; zu Einzelheiten > Kinderfreibeträge Rz 55 ff und Rz 110ff.
 

Rz. 15/2

Stand: EL 108 – ET: 01/2016

Abweichungen: Der Kindbegriff des § 63 EStG ist weiter gefasst als der des § 32 Abs 1 EStG. Denn für in den Haushalt aufgenommene Stief- und Enkelkinder gewährt § 63 Abs 1 EStG einen unmittelbaren Anspruch auf KiG, während § 32 Abs 6 EStG lediglich eine Übertragung des Kinderfreibetrags zulässt (> Kinderfreibeträge Rz 170 ff). Ein Stiefkindschaftsverhältnis besteht jedoch nur bei einer zivilrechtlich wirksamen Ehe oder Lebenspartnerschaft (> Familienstand; BFH/NV 2007, 1855; BFH 242, 362 = BStBl 2014 II 36 betr > Lebenspartner; vgl dazu BZSt vom 07.01.2014, BStBl 2014 I, 109). Zu der bei der ESt-Veranlagung vorzunehmenden Günstigerprüfung unter Hinzurechnung des gezahlten KiGs in solchen Fällen > Kinderfreibeträge Rz 145 ff. Nicht begünstigt sind Kinder iSv § 2 Abs 4 Satz 2 BKGG (§ 63 Abs 1 Satz 4 EStG; zum BKGG > Anh 13.1).

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