Rz. 50

Stand: EL 109 – ET: 05/2016

Soweit die Aufwendungen keinem Abzugsverbot unterliegen, so kommt ein Abzug der auf diesen Raum entfallenden Aufwendungen als Werbungskosten/Betriebsausgaben und/oder Sonderausgaben (> Rz 7) in Betracht. Abziehbar sind dem Grunde nach zunächst einmal die ausschließlich dem Arbeitszimmer zuzuordnenden Aufwendungen wie zB die anteiligen allgemeinen Raumkosten (> Rz 53 ff; zum Aufteilungsmaßstab > Rz 61 ff) sowie für Gegenstände der Ausstattung (> Rz 65 ff). Trägt der Stpfl die Aufwendungen nicht selbst, gelten Besonderheiten (> Rz 71 ff). Erstattet der ArbG dem ArbN die Aufwendungen für ein Arbeitszimmer, führt dies idR zu stpfl Arbeitslohn (> Rz 80).

 

Rz. 51

Stand: EL 109 – ET: 05/2016

Bei mehreren nebeneinander ausgeübten betrieblichen und beruflichen Tätigkeiten müssen die Aufwendungen anteilig entsprechend dem Nutzungsumfang des Arbeitszimmers zugeordnet werden. Vorab ebenso bei Nutzung durch mehrere Personen, soweit für sie kein Abzugsverbot gilt (FG NI vom 25.03.2013, DStRE 2014, 1346 – Rev, BFH VI R 86/13). Der Vollabzug setzt voraus, dass für alle diese Tätigkeiten der Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit im häuslichen Arbeitszimmer liegt (> Rz 40 ff). Ist das nicht gegeben, steht aber für einzelne Tätigkeiten kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, ist der Abzug der auf diese Tätigkeiten entfallenden Aufwendungen auf 1 250 EUR begrenzt (> Rz 45). Der Höchstbetrag gilt objektbezogen (BFH 204, 176 = BStBl 2004 II, 775). Zu einem Beispiel vgl BMF vom 02.03.2011 Tz 20, BStBl 2011 I, 195 = > Anh 2 Arbeitszimmer. Ggf kann der Höchstbetrag auch nur zeitanteilig abgezogen werden (FG NI vom 25.03.2013, DStR 2014, 6 – Rev, BFH VI R 86/13).

 

Rz. 52

Stand: EL 109 – ET: 05/2016

Eine weitere Voraussetzung für den Abzug der Aufwendungen als Betriebsausgabe ist, dass sie einzeln und getrennt von sonstigen BA aufgezeichnet werden (§ 4 Abs 7 EStG); die anteiligen Finanzierungskosten können geschätzt werden (BMF vom 02.03.2011 Tz 25, aaO). Diese Aufzeichnungspflicht gilt jedoch nicht im Bereich der Überschusseinkünfte (WK), weil § 9 Abs 5 EStG nicht auf diese Vorschrift verweist; insoweit gelten aber die allgemeinen Grundsätze (> Belege, > Beweislast).

1. Raumkosten

a) Eigene Räume

 

Rz. 53

Stand: EL 109 – ET: 05/2016

Bei einem Arbeitszimmer im eigenen Haus oder in einer eigenen ETW gehören die Gebäude-AfA einschließlich der Absetzungen für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung und Sonderabschreibungen zu den WK/BA. AfA-Grundsätze gelten auch für zusätzlichen Herstellungsaufwand wie zB beim Einbau einer Trennwand (EFG 1995, 914) oder für den Schallschutz eines Musikzimmers (EFG 2001, 740). Zu Einzelheiten > Absetzung für Abnutzung. Als WK/BA kommen auch AfA für > Arbeitsmittel und die Ausstattung (> Rz 65 ff) in Betracht (vgl § 9 Abs 1 Satz 3 Nr 6 EStG). Zum Drittaufwand – Kostentragung durch den Ehegatten – > Rz 71 ff.

 

Rz. 54

Stand: EL 109 – ET: 05/2016

Außerdem kommen dem Grunde nach besonders folgende Aufwendungen als WK in Betracht: die anteiligen Finanzierungskosten (Schuldzinsen – ohne Tilgung) für Kredite, die zur Anschaffung, Herstellung oder Reparatur des Gebäudes oder der ETW verwendet worden sind, die Kosten von Reparaturen einschließlich der Schönheitsreparaturen, die Grundsteuer, Beiträge zu Hausversicherungen, Schornsteinfeger-, Müllabfuhrgebühren, Stromkosten, Heizungskosten, Wassergeld (BFH 139, 521 = BStBl 1984 II, 112; vgl BMF vom 02.03.2011 Tz 6, BStBl 2011 I, 195 = > Anh 2 Arbeitszimmer). Bei einer ETW gehören nicht das anteilige Hausgeld, sondern nur die tatsächlichen Aufwendungen für den Betrieb und die Instandhaltung zu den WK; auch die Instandhaltungsrücklage wird erst bei Verwendung für Erhaltungsmaßnahmen berücksichtigt. Eine Neuanlage eines Gartens führt anteilig nur dann zu WK beim häuslichen Arbeitszimmer, wenn und soweit sie durch die Reparatur des Gebäudes veranlasst ist (BFH 206, 571 = BStBl 2004 II, 1071; BFH/NV 2008, 1146). Gleiches soll für anteilige WK bei einer Modernisierung des Bads gelten, wenn sich der Wert des Gebäudes insgesamt erhöht (EFG 2015, 1073 = DStR 2015, 1496 – Rev, BFH VIII R 16/15; uE zweifelhaft > Rz 63). Zum Aufteilungsmaßstab für die Zuordnung der Aufwendungen vgl auch Ramisch, DB 1986, 1254, sowie Karst, Rechnerische Ermittlung der auf ein häusliches Arbeitszimmer entfallenden Aufwendungen, BB 1986, 306.

 

Rz. 55

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Auch die anteiligen Kosten der Reinigung des Arbeitszimmers – besonders die Reinigungsmittel, uE auch die anteiligen Aufwendungen für Reinigungsgeräte, wenn diese auch zur Reinigung privater Räume verwendet werden (vgl BFH 227, 1 = BStBl 2010 II, 672) – sind WK; insoweit gibt es keine Steuerermäßigung für die Beschäftigung einer Reinigungskraft (§ 35a EStG; > Rz 8). Die dem Grunde nach anzuerkennenden Nebenkosten können ggf der Höhe nach geschätzt werden (EFG 1990, 577). Vergütungen des Stpfl an einen Angehörigen seines Haushalts für die Reinigung sind idR nicht abziehbar (BFH 126, 285 = ...

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