Hartz/Meeßen/Wolf, ABC-Führ... / 4. Private Nutzung
 

Rz. 27

Stand: EL 109 – ET: 05/2016

Das Arbeitszimmer muss nahezu ausschließlich beruflich/betrieblich genutzt werden (BFH GrS 1/14 Tz 62, aaO [> Rz 2/2]; zum Begriff des Arbeitszimmers > Rz 15 ff). Die private Mitbenutzung muss mithin von ganz untergeordneter Bedeutung sein; andernfalls schließt sie den Abzug von WK – insgesamt (keine Aufteilung; > Rz 29) – aus (BFH GrS 1/14 Tz 59, aaO). Eine private Mitbenutzung von < 10 % ist unschädlich (vgl BMF vom 02.03.2011 Tz 3, BStBl 2011 I, 195 = > Anh 2 Arbeitszimmer).

 

Rz. 28

Stand: EL 109 – ET: 05/2016

Von untergeordneter Bedeutung kann zB das gelegentliche Schreiben von Privatbriefen sein sowie die private Mitbenutzung eines Sofas (BFH 98, 462 = BStBl 1970 II, 458); ebenso ca 1 Stunde wöchentlich für private Schreiben an Bank, Versicherung, Bausparkasse, Handwerker (EFG 1985, 391). Ebenso die Aufbewahrung privater Literatur und Kleidung (BFH/NV 1990, 763) oder eines Wäscheschranks (EFG 1977, 208). Nicht mehr zu vernachlässigen ist aber die private Mitbenutzung, wenn das einzige Fernsehgerät (BFH/NV 1994, 18) oder ein DVD-Player in diesem Raum steht; ebenso bei Ausstattung mit Bett, Kühlschrank, Kaffeemaschine (EFG 2002, 1586 – rkr). Mehr als geringfügig ist auch eine private Nutzung als Schatzmeister eines Sportvereins für 10 Stunden wöchentlich (EFG 1988, 66) oder wenn ein Arzt in dem Arbeitszimmer 5 – 8mal monatlich wegen eines möglichen Einsatzes während der Nachtrufbereitschaft übernachtet (FG BW vom 10.06.1997, BeckRS 1997, 30931189 = HaufeIndex 1159298). Eine Nutzung des Arbeitszimmers zur steuerlichen Fortbildung und Anfertigung der ESt-Erklärung mit einem Zeitanteil von mindestens 16 % ist nicht von untergeordneter Bedeutung (BFH/NV 2005, 1549).

 

Rz. 29

Stand: EL 109 – ET: 05/2016

Eine nicht nur untergeordnete private Nutzung des "Arbeitszimmers" ist schädlich und schließt den Abzug von WK insgesamt aus (> Rz 27). Eine Aufteilung der Aufwendungen entsprechend BFH GrS 1/06 (BFH 227, 1 = BStBl 2010 II, 672; > Lebensführung Rz 4 ff) – etwa anhand der Nutzungszeiten – wie sie im Vorlagebeschluss des IX. Senats (BFH 243, 563 = BStBl 2014 II, 312) in Betracht gezogen worden war – ist in diesem Fall ausgeschlossen, weil ein gemischt genutzter Raum begrifflich kein ‚Arbeitszimmer‘ ist und Aufwendungen für einen solchen Raum insgesamt keine WK sind (> Rz 15), die aufgeteilt werden könnten (vgl BFH GrS 1/14 Tz 74, 75, aaO; vgl Heger, DB 2016, 249). Der GrS lehnt eine Aufteilung darüber hinaus wegen der fehlenden sachgerechten Abgrenzung ab und hält sie auch nicht auf Grund des > Nettoprinzip für geboten (Tz 70 ff). Erst recht nicht zulässig ist eine Aufteilung zB bei einem beruflich nur mitgenutzten Wohnzimmer/Arbeitsecke (BFH GrS Tz 69, aaO).

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Hartz, ABC-Führer Lohnsteuer (Schäffer-Poeschel). Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Hartz, ABC-Führer Lohnsteuer (Schäffer-Poeschel) 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge