01.10.2013 | Serie Kanzleiorganisation: Läuft es in der Kanzlei "rund"?

Offene Honorarrechnungen im Internet verkaufen

Serienelemente
Bild: Haufe Online Redaktion

Ärgerlich, wenn Mandanten nach getaner Tat die Dienstleistung nicht honorieren. Doch viele Wege führen nach Rom: Anwälte können Forderungen gegenüber ihren Mandanten nicht nur an anwaltliche Verrechnungsstellen abtreten. Sie können auch selber einen Käufer für ihre Forderung finden. Dafür ist das Internet prädestiniert.

Zum Beispiel auf der Internetplattform www.Debitos.de, die Käufer und Verkäufer offener Forderungen zusammen bringt.  Da ist zum Beispiel der Zahnarzt XY, der eine Forderung gegen einen Patienten im Auktionsweg, also meistbietend, verkaufen möchte. Oder Unternehmensberater W., der seine offene Forderung gegen einen Mandanten zum Festpreis anbietet.  

Forderungswert

€ 8.274,00

Haupt-Forderungswert

€ 6.604,00

Zusätzl. Gebühren

€ 35,00

Zinsen

€ 1.173,00

MwSt.-Betrag

€ 462,00

Gebote

0

Restzeit

17t, 10h, 0m, 15s+

28.10.2011 , 00:00 Uhr

Fälligkeitsdatum

--

Startpreis

€ 1,00

Aufrufe

23 Aufrufe, 0 Fragen

Originalaufstellung von einem Zahnarzt für zahntechnische Leistungen, angeboten bei Debitos

Anwälte dürfen Forderungen an Dritte abtreten

Auch Anwälte dürfen Forderungen nach § 49b Abs. 4 BRAO an Dritte abtreten. Allerdings sind Abtretung oder Übertragung nur zulässig, wenn eine ausdrückliche, schriftliche Einwilligung des Mandanten vorliegt oder die Forderung rechtskräftig festgestellt ist.

In erster Linie bei titulierten Forderungen interessant

Vor der Einwilligung ist der Mandant über die Informationspflicht des Rechtsanwalts gegenüber dem neuen Gläubiger oder Einziehungsermächtigten aufzuklären. Der neue Gläubiger oder Einziehungsermächtigte ist in gleicher Weise zur Verschwiegenheit verpflichtet wie der beauftragte Rechtsanwalt. Deshalb dürfte der Forderungsverkauf über das Internet für Anwälte in erster Linie bei titulierten Forderungen in Betracht kommen, die die Mandanten derzeit nicht erfüllen können.  

Schnelle Liquidität

Debitos startete Mitte 2011 seine Transaktionsplattform Debitos.de für den Online-Handel von Forderungen. Nach ein paar anfänglichen Schwierigkeiten wurden innerhalb der ersten 4 Wochen bereits mehr als 100 Firmenkunden auf der Plattform verzeichnet.

Da das aktuelle Marktumfeld von äußerster Zurückhaltung bei der Kreditvergabe durch Banken geprägt ist, während kontinuierlich steigende regulatorische Auflagen das flexible Agieren am Markt erschweren, steht vor allem der Mittelstand in Deutschland vor der Herausforderung der Liquiditätsgenerierung. Bei Debitos kann man sowohl ausgefallene als auch noch nicht fällige Forderungen verkaufen.

Nicht jeder kann bieten

Und so funktioniert Debitos: Spezialisierte Investoren bewerten die Rechnungen und bieten im Auktionsverfahren auf die jeweilige Forderung. Alternativ kann der Forderungsinhaber auch einen Festpreis festlegen. Nach Ende der Auktion wird die Rechnung per Forderungsabtretung regresslos an den Höchstbietenden abgetreten. Dieser überweist dann den Kaufpreis. Der Käufer übernimmt damit nicht nur das Recht, die Rechnung im eigenen Namen einzutreiben, sondern auch das Risiko, falls der Schuldner die Rechnung nicht mehr begleichen kann. Deshalb können sich nur von Debitos zugelassene Unternehmen und Dienstleister wie Inkasso-Unternehmen, Factoring-Unternehmen, Rechtsanwälte, Banken oder Fonds als Käufer der Forderungen betätigen.

Erfolgsabhängige Transaktionsgebühren

Für die Verkäufer fallen auf Debitos nur bei erfolgreichem Abschluss einer Transaktion Kosten an. Transaktionsgebühren entstehen nur auf den erzielten Verkaufspreis. Je nach Höhe der Transaktionssumme und der Kategorie der Forderung gibt es unterschiedliche Transaktionsgebühren von einem bis neun Prozent.

Schlagworte zum Thema:  Forderungsverkauf, Anwaltshonorar, Abtretung, Kanzleimanagement, Kanzleiorganisation, Kanzlei

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