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Beiträge zur betrieblichen Krankenversicherung sind seit 2014 nicht mehr steuerbegünstigt. Bild: Michael Bamberger

Beiträge zu einer betrieblichen Krankenversicherung übernimmt regelmäßig der Arbeitgeber. Beim begünstigten Arbeitnehmer entsteht dann ein geldwerter Vorteil, der versteuert werden muss. Es besteht aber die Möglichkeit, dass der Arbeitgeber die Steuern übernimmt.

Beiträge des Arbeitgebers zu einer arbeitgeberfinanzierten Gruppenkrankenversicherung im Bereich der privaten Krankenversicherung zugunsten der Mitarbeiter galten bis Ende 2013 als Sachzuwendung (Bundesfinanzhof, Urteil vom 14. April 2011, Aktenzeichen VI R 24/10). Das hatte den Vorteil, dass die monatlichen Versicherungsbeiträge steuerfrei und beitragsfrei zur Sozialversicherung waren. Voraussetzung war lediglich, dass sie zusammen mit anderen Sachzuwendungen beim Arbeitnehmer im jeweiligen Kalendermonat den Wert von 44 Euro nicht übersteigen.

Beiträge zur betrieblichen Krankenversicherung sind Barlohn

In einem sog. Nichtanwendungserlass hat das Bundesfinanzministerium die Sachlage anders beurteilt und Versicherungsbeiträge zu einer betrieblichen Krankenversicherung (bKV) als Barlohn eingestuft (vgl. Bundesfinanzministerium, Schreiben vom 10. Oktober 2013, Aktenzeichen IV C 5 - S 2334/13/10001). Auch wenn der Arbeitgeber Versicherungsnehmer und der Arbeitnehmer die versicherte Person ist, führt die Beitragszahlung des Arbeitgebers zum Zufluss von Barlohn. Die 44-Euro-Grenze ist nicht anzuwenden.

Finanzgerichtsurteil: Beiträge zur bKV können Sachlohn sein

Nach einem Urteil des Finanzgerichts Mecklenburg-Vorpommern führen Zuschüsse des Arbeitgebers zu einer privaten Zusatzkrankenversicherung der Arbeitnehmer zu Sachlohn - und damit zur Anwendung der 44-Euro-Sachbezugsfreigrenze. Die Finanzverwaltung hat gegen das Urteil des Finanzgerichts Revision eingelegt (Aktenzeichen beim Bundesfinanzhof: VI R 13/16). Bis zur abschließenden Entscheidung kann in gleichgelagerten Fällen Einspruch eingelegt und ein Ruhen des Verfahrens beantragt werden.

Betriebliche Krankenversicherung: Pauschalbesteuerung als sonstiger Bezug

Neben der individuellen Besteuerung nach den sog. Elstam kann der Arbeitgeberzuschuss auch nach § 40 Absatz 1 EStG pauschal besteuert werden. Bei der Individualbesteuerung gelten die Beiträge als Nettoentgelt, aus dem der entsprechende Bruttowert errechnet wird. Bei einer Lohnsteuerpauschalierung müssen die Versicherungsbeiträge als "sonstige Bezüge" jährlich gezahlt werden und dürfen dabei den Wert von 1.000 Euro je Mitarbeiter nicht übersteigen. Die Pauschalversteuerung muss beim Betriebsstättenfinanzamt beantragt werden. 

Sowohl die Beiträge zur Gruppenversicherung selbst als auch die Pauschalsteuer können als Betriebsausgabe gebucht werden.

Arbeitgeberzuschuss zur bKV ist sozialversicherungspflichtig

Für den Arbeitnehmer ist eine arbeitgeberfinanzierte bKV ein geldwerter Vorteil. Dieser ist zu versteuern und infolgedessen auch beitragspflichtig. Freibeträge sind beitragsrechtlich nur zu berücksichtigen, soweit sie auch steuerrechtlich bestehen.

Arbeitgeberwechsel oder Ende des Beschäftigungsverhältnisses

Da es keine spezielle gesetzliche Regelung für die betriebliche Krankenversicherung gibt, fehlt es an einheitlichen Regelungen etwa für den Fall eines Arbeitgeberwechsels oder eines Beschäftigungsendes. Hier gilt es, die Verträge der Versicherungsunternehmen entsprechend zu vergleichen. In den meisten Fällen können neue Arbeitgeber aber auch in bestehende Verträge einsteigen. Außerdem ermöglichen die meisten Anbieter die Fortführung zu Lasten des Arbeitnehmers zu den bestehenden Konditionen.

Schlagworte zum Thema:  Betriebliche Krankenversicherung

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