26.08.2014 | Top-Thema Betriebliche Krankenversicherung

Steuerliche Behandlung der betrieblichen Krankenversicherung

Kapitel
Beiträge zur betrieblichen Krankenversicherung sind seit 2014 nicht mehr steuerbegünstigt.
Bild: Michael Bamberger

Die betriebliche Krankenversicherung musste sich mit Beginn dieses Jahres auf härtere Bedingungen bei der steuerlichen Behandlung einstellen. Für Beiträge des Arbeitgebers gilt seit 1. Januar 2014 nicht mehr die 44-Euro-Freigrenze für Sachbezüge.

Beiträge des Arbeitgebers zu einer arbeitgeberfinanzierten Gruppenkrankenversicherung im Bereich der privaten Krankenversicherung zugunsten der Mitarbeiter galten bis zum 31. Dezember 2013 als Sachzuwendung (BFH, Urteil vom 14.4.2011, VI R 24/10). Das hatte den Vorteil, dass die monatlichen Versicherungsbeiträge steuerfrei und beitragsfrei zur Sozialversicherung waren. Voraussetzung dafür war lediglich, dass sie zusammen mit anderen Sachzuwendungen beim Arbeitnehmer im jeweiligen Kalendermonat den Wert von 44 Euro nicht übersteigen durften.

Versicherungsbeiträge zur bKV gelten als Barlohn

Das Bundesfinanzministerium hat dem nun eine Absage erteilt (Schreiben vom 10.10.2013, GZ IV C 5 - S 2334/13/10001). Auch wenn der Arbeitgeber Versicherungsnehmer und der Arbeitnehmer die versicherte Person ist, führe die Beitragszahlung des Arbeitgebers zum Zufluss von Barlohn. Die 44-Euro-Grenze ist damit nicht anzuwenden.

Pauschalversteuerung der betrieblichen Krankenversicherung

Neben der individuellen Versteuerung kommt auch die Option der Pauschalversteuerung nach § 40 Abs. 1 EStG in Betracht. Bei der Individualbesteuerung gelten die Beiträge als Nettoentgelt, aus dem der entsprechende Bruttowert errechnet wird. Die darauf entfallenden Steuern und Beiträge trägt der Arbeitgeber. Bei einer Pauschalversteuerung müssen die Versicherungsbeiträge als "sonstige Bezüge" jährlich gezahlt werden und dürfen dabei den Wert von 1.000 Euro je Mitarbeiter nicht übersteigen. Die Pauschalversteuerung muss beim Betriebsstättenfinanzamt beantragt werden. Sowohl die Beiträge zur Gruppenversicherung selbst als auch die Pauschalsteuer können als Betriebsausgabe gebucht werden.

Arbeitgeberwechsel oder Ende des Beschäftigungsverhältnisses

Da es keine spezielle gesetzliche Regelung für die betriebliche Krankenversicherung gibt, fehlt es an einheitlichen Regelungen etwa für den Fall eines Arbeitgeberwechsels oder eines Beschäftigungsendes. Hier gilt es, die Verträge der Versicherungsunternehmen entsprechend zu vergleichen. In den meisten Fällen können neue Arbeitgeber aber auch in bestehende Verträge einsteigen. Außerdem ermöglichen die meisten Anbieter die Fortführung zu Lasten des Arbeitnehmers zu den bestehenden Konditionen.

Schlagworte zum Thema:  Betriebliche Krankenversicherung

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