Studenten am Campus: Ist bei der KVdS ein bundeseinheitlicher Standard wie im Arbeitgeber-Meldeverfahren möglich? Bild: Corbis

Zur Durchführung der Krankenversicherung der Studenten (KVdS) müssen Hochschulen unterschiedliche Meldungen an die Krankenkassen abgeben. Dieses Meldeverfahren läuft nach wie vor auf Papier. Doch es gibt Hoffnung.

Arbeitgeber müssen für Studenten bei Einhaltung bestimmter Grenzen aufgrund des sogenannten Werkstudenten-Privilegs keine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge abführen. Der Student zahlt in diesen Fällen einen geringen Studentenbeitrag an die Krankenkasse. Voraussetzung für diese Versicherung sind entsprechende Meldungen der Hochschule an die Krankenkasse während des Studiums. Da diese Meldungen auf Papier abzugeben sind, wird dieses Verfahren aufgrund der jüngst erweiterten Meldepflichten immer mehr zu einem Bürokratiemonster. Nun wollen die Verantwortlichen prüfen, ob ein maschinelles Studenten-Meldeverfahren möglich ist.

Meldungen zu Beginn des Studiums

Zunächst bewirbt sich der Student bei einer oder mehreren Hochschulen. Sobald es an einer Hochschule geklappt hat, benötigt der Student von seiner Krankenkasse eine Versicherungsbescheinigung. Nur bei Vorlage dieser Bescheinigung darf die Hochschule die Immatrikulation vornehmen. Und sie muss die Immatrikulation der Krankenkasse melden. Denn nur auf Grundlage der Meldung der Hochschule gewährt die Krankenkasse die vergünstigte KVdS.

Weitere Meldepflichten der Hochschule

Die KVdS ist zeitlich begrenzt und wird maximal bis zum 30. Lebensjahr oder 14. Fachsemester gewährt. Zu den 14 Fachsemestern zählt auch das Masterstudium, sofern ein fachlicher Zusammenhang besteht (konsekutiver Studiengang). Bei einem Promotionsstudium scheidet die günstige Versicherung aus. Damit die Krankenkassen die Voraussetzungen der KVdS prüfen können, sind die Hochschulen seit diesem Jahr verpflichtet, die vorgenannten Tatbestände den Krankenkassen zusätzlich zu melden.

Meldepflichten der Krankenkassen

Auch die Krankenkassen sind zur Abgabe einer Papiermeldung gegenüber der Hochschule verpflichtet, sofern der Student mit seiner Beitragszahlung in Verzug gerät. Was viele Studenten nicht wissen: Werden die rückständigen Beiträge nicht unverzüglich nachgezahlt, ist die Hochschule verpflichtet, auf Grundlage der Meldung der Krankenkasse eine Zwangs-Exmatrikulation vorzunehmen. Zahlt der Student die Beiträge nach, ist die Krankenkasse verpflichtet, dies der Hochschule zu melden. 

Bilaterale Umgehungslösungen nur mäßig erfolgreich

Aufgrund des erheblichen Meldevolumens und des damit einhergehenden Verwaltungsaufwandes versuchen Hochschulen verstärkt, mit Krankenkassen Vereinbarungen über Hilfslösungen zu treffen. Dabei werden die unterschiedlichsten Formen der Übertragung angeboten, von Listenmeldungen per Email über Exceltabellen auf Datenträgern. Gesetzlich zulässig ist dies nicht. Insoweit besteht für Krankenkassen stets die Gefahr, dass diese Übertragungsformen bei Prüfungen beanstandet werden.

Konsolidierungsgespräch zwischen den Verantwortlichen

Doch es zeichnet sich Licht am Ende des Tunnels ab. Der GKV-Spitzenverband und die Hochschulrektorenkonferenz wollen nun im Herbst erste Konsolidierungsgespräche aufnehmen. Im Rahmen einer interdisziplinären Arbeitsgruppe soll mit allen Beteiligten geprüft werden, ob ein bundeseinheitlicher Standard wie im Arbeitgeber-Meldeverfahren möglich ist. Ziel soll ein maschinelles Studenten-Meldeverfahren sein, damit Krankenkassen und Hochschulen vom aufwändigen Papierverfahren entlastet werden.

Schlagworte zum Thema:  Student, Meldeverfahren, Meldung

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