Recht auf Homeoffice: Regelung im Gesetz

Im Bundesarbeitsministerium gibt es Pläne für ein Gesetz, das Arbeitnehmern das Recht auf Home Office einräumt. Bisher liegt die Entscheidung, ob Arbeiten im Home Office möglich ist, prinzipiell beim Arbeitgeber. Welche arbeitsrechtlichen Voraussetzungen bei der Vereinbarung von Home-Office- Regelungen zu beachten sind. 

Das Thema "Home Office" sorgt derzeit für Schlagzeilen. Björn Böhning, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) plant noch in diesem Jahr ein gesetzlich verankertes Recht für Arbeitnehmer auf Arbeit im Home Office. Bereits jetzt ermöglichen viele Unternehmen ihren Mitarbeitern das Arbeiten im Home Office - aus Sicht des BMAS sind es jedoch zu wenige: 40 Prozent der Beschäftigten in Deutschland könnten heute theoretisch von zu Hause aus arbeiten. Nur zwölf Prozent bekämen ihren Wunsch nach flexibler Arbeit bislang erfüllt, heißt es.

Home Office Gesetz: Bisher kein Anspruch - aber auch keine Pflicht

Einen Rechtsanspruch auf Home Office, wie es ihn seit Juli 2015 zum Beispiel in den Niederlanden gibt, existiert in Deutschland bisher nicht. Zurzeit liegt die Entscheidung, ob Arbeiten im Home Office für Arbeitnehmer möglich ist, prinzipiell beim Arbeitgeber. Mitarbeiter können also grundsätzlich nicht vom Unternehmen verlangen, von zu Hause aus zu arbeiten. Das könnte sich bald ändern. Bei einem gesetzlich verbrieften Rechtsanspruch auf Homeoffice müssten Unternehmen Arbeitnehmern, die den Wunsch haben, von Zuhause aus zu arbeiten, dies grundsätzlich auch gewähren. Eine Ablehnung müsste begründet werden.

Was bei der Home-Office-Regelung zu beachten ist

Auch ohne das Recht auf Home Office ist es für den Arbeitgeber wichtig, die arbeitsrechtlichen Vorgaben zu kennen und in einer Home-Office-Regelung umzusetzen. Denn der Arbeitgeber muss darauf achten, dass Vorschriften zum Arbeitsschutz, Datenschutz oder Arbeitszeitregelungen im Homeoffice eingehalten werden, um Bußgelder zu vermeiden.

Arbeitszeitgesetz: Auch im Home Office gilt das Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Arbeitnehmer müssen daher auch bei der Arbeit von Zuhause die Regelungen zu Höchstarbeitszeit, Ruhepausen und Ruhezeiten sowie das Sonn- und Feiertagsverbot einhalten. Der Arbeitgeber sollte auf die Einhaltung dieser Vorschriften hinweisen und zudem ein Regelungsmodell für die Zeiterfassung finden, während die Mitarbeiter nicht im Betrieb sind. 

Arbeitsschutz: Bei einer Home-Office-Regelung muss der Arbeitsschutz gewährleistet sein. Der Arbeitgeber muss insbesondere ermitteln, welche Arbeitsschutzmaßnahmen nötig sind und eine Gefährdungsbeurteilung vornehmen. Dies beinhaltet keine Kontrollpflicht des Homeoffice- Arbeitsplatzes, erfordert aber eine genaue Befragung der Umstände sowie eine angemessene Unterweisung der Mitarbeiter auch hinsichtlich der Vorgaben der Betriebssicherheitsverordnung für Arbeitsmittel. Auch die arbeitsmedizinische Vorsorge (ArbMedVV) ist grundsätzlich vom Arbeitgeber einzuhalten.   

Datenschutz: Im Home Office bestehen hohe Anforderungen an Datensicherheit und IT-Infrastruktur. Der Arbeitgeber muss bei der Einrichtung eines Homeoffice-Arbeitsplatzes für die geeigneten Datenschutzvorkehrungen sorgen. Zudem muss er gewährleisten, dass die datenschutzrechtlichen Voraussetzungen während der Tätigkeit Zuhause dauerhaft vom Arbeitnehmer eingehalten werden. Dieser muss sicherstellen, dass er allein -keine Familienangehörige oder Dritte- Zugang zu PC und Mobiltelefon und damit zu vertraulichen Daten am Home-Office-Arbeitsplatz hat. Die Datensicherheit für den Datentransfer kann beispielsweise über VPN-Verbindungen sichergestellt werden. Sichergestellt werden muss weiter dass die Daten sicher, also über einen Server im Betrieb, gespeichert werden. 

Home-Office-Vereinbarung im Arbeitsvertrag

Die konkreten Regelungen zur Arbeit am Home-Office-Arbeitsplatz sollten im Arbeitsvertrag möglichst genau festgelegt werden. Sinnvoll sind Vereinbarungen zum zeitlichen Umfang, zur Erreichbarkeit am heimischen Arbeitsplatz oder auch zur Übertragung der Dokumentationspflicht auf den Mitarbeiter.

  • Der Arbeitgeber kann beispielsweise Vertrauensarbeit ohne detaillierte Erfassung anbieten, sodass der Arbeitnehmer die Arbeitszeit selbst gestalten kann. Es sollte dann ausdrücklich geregelt sein, dass durch selbstbestimmte Überstunden grundsätzlich keine Zahlungspflicht zu zuschlagsfähigen Arbeitszeiten, ausgelöst wird.
  • Die Verpflichtung des Arbeitgebers, die über die werktägliche Arbeitszeit hinausgehende Arbeitszeit zu dokumentieren, kann er in der Homeoffice-Regelung an den Mitarbeiter übertragen.
  • Ebenso bietet sich im Zusammenhang mit dem technischen Arbeitsschutz ein Verbot zur Nutzung privater Arbeitsmittel an.
  • Sinnvoll kann es sein, ein vertragliches Zutrittsrecht zu vereinbaren.

Betriebsvereinbarung Home Office

Bei Vorhandensein eines Betriebsrats können die Regelungen zum Home Office in einer Betriebsvereinbarung beschlossen werden. Eine Betriebsvereinbarung zum Thema "Home Office" kann und sollte die Rahmenbedingungen abstecken und durch individuelle Regelungen konkretisiert und ergänzt werden.

Ausführlicher können Sie die zwingenden Vorkehrungen zum Arbeits-und Datenschutz im aktuellen Personalmagazin, Ausgabe 03/2019 nachlesen, ebenso welche Kosten der Arbeitgeber für die Arbeit im Home Office übernehmen muss. Hier geht es zur Personalmagazin-App.


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