Tariferhöhung im öffentlich... / 2 Erhöhung der Entgelte 2021 bis 2022

Die Tarifrunde im TVöD-Bund und -VKA des Jahres 2020 wurde mit der Tarifeinigung vom 18.4.2018 beendet. Die Änderungstarifverträge wurden nach Abschluss der Redaktionsverhandlungen zu den Entgelterhöhungen veröffentlicht.

2.1 Einmalzahlungen

Es wurde in der Tarifrunde 2020 mit dem Tarifvertrag über eine einmalige Corona-Sonderzahlung (TV Corona-Sonderzahlung 2020) vom 25. Oktober eine Einmalzahlung vereinbart.

Voraussetzungen für die Bezahlung sind, dass das Arbeitsverhältnis/Ausbildungsverhältnis/Ausbildungs- und Studienverhältnis/ Praktikantenverhältnis am 1. Oktober 2020 bestand und an mindestens einem Tag zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. Oktober 2020 Anspruch auf Entgelt bestanden hat (§ 2 Absatz 1 TV Corona-Sonderzahlung 2020).

Die Höhe der Sonderzahlung ist wie folgt gestaffelt (§ 1 Absatz 1 Satz 2 des TV Corona-Sonderzahlung 2020):

  • für die Entgeltgruppen 1 bis 8/S2 bis S8b/P5 bis P8: einmalig 600,00 Euro,
  • für die Entgeltgruppen 9a bis 12/S9 bis S18/P9 bis P16: einmalig 400,00 Euro und
  • für die Entgeltgruppen 13 bis 15: einmalig 300,00 Euro.

Für den Bereich des TV-V entspricht die Entgeltgruppe 9 TV-V der Entgeltgruppe 9a TVöD. Die Entgeltgruppe 2Ü wird den Entgeltgruppen 1 bis 8 und die Entgeltgruppe 15Ü den Entgeltgruppen 13 bis 15 zugeordnet. Die Entgeltgruppen S10, S13Ü und S16Ü werden den Entgeltgruppen S9 bis S18 zugeordnet. Auszubildende, die unter den TVAöD-Besonderer Teil-BBiG bzw. -Besonderer Teil Pflege fallen, Studierende, die unter den TVSöD fallen sowie Praktikanten, die unter den TVPöD fallen, erhalten eine einmalige Corona-Sonderzahlung in Höhe von 225 Euro. Teilzeitbeschäftigte erhalten die einmalige Corona-Sonderzahlung stets anteilig (§ 2 Absatz 2 Satz 4 TV Corona-Sonderzahlung 2020). Maßgebend sind die jeweiligen Verhältnisse am Stichtag 1. Oktober 2020.

Zu den Einzelheiten siehe das Lexikonstichwort: Auszahlungsmodalitäten der Sonderzahlung nach dem TV Corona-Sonderzahlung 2020

2.2 Erhöhung Tabellenentgelt

Die Entgeltsteigerungen im TVöD werden in der Regel in Form einer prozentualen Erhöhung des Tabellenentgelts vereinbart. Selten erfolgen Erhöhungen mit einem so genannten "Sockelbetrag", bei dem sich die Entgelte um einen bestimmten, von den Tarifvertragsparteien festgelegten EUR-Betrag erhöhen.

In der Tarifrunde 2020 sind zwei Entgelterhöhungen vorgesehen: zum 1. April 2021 und zum 1. April 2022. Zur ersten Erhöhung am 1.4.2021 ist ein Mindestbetrag vereinbart.

Die Tabellenentgelte werden einschließlich der Beträge aus individuellen Zwischen- und Endstufen sowie der Tabellenwerte der Entgeltgruppen 2Ü und 15Ü wie folgt erhöht:

  • ab dem 1.4.2021 um 1,4 %, mindestens 50 Euro,
  • ab dem 1.4.2022 um weitere 1,8 %.

Diese prozentualen Werte gelten für alle Entgelttabellen, also auch für den Sozial- und Erziehungsdienst (Anlage C) und den Pflegedienst, die sogenannten P-Entgeltgruppen, (Anlage E). Die Zuordnung der jeweiligen Entgeltgruppen ist mittels der Tabellen in § 15 TVöD-V bzw. § 15 TVöD-K vorzunehmen.

Für die Beschäftigten im Bereich der Sparkassen ergeben sich von den oben dargestellten Grundsätzen zwei Abweichungen: Zum einen erfolgen die Erhöhungen nicht jeweils zum 1. April der Jahre 2021 und 2022, sondern jeweils zum 1. Juli. Ferner erhöht sich abweichend von den oben genannten Werten das Entgelt für die Beschäftigten im Bereich der Sparkassen zum 01.07.2022 um 1,0 %. Eine weitere Erhöhung für diese Beschäftigten erfolgt zum 01.12.2022 auf die Werte für die übrigen Beschäftigten im TVöD.

Im Bereich des TV-V erhalten die Beschäftigten folgende prozentuale Erhöhung:

  • ab dem 1.4.2021: 1,56 %
  • ab dem 1.4.2022: 1,8 %.

Diese Entgelterhöhungen sind auch für den Bereich des TV-Fleischuntersuchung vorgesehen.

2.3 Entgeltbestandteile, die entsprechend der Tariferhöhung angepasst werden

Dynamisch ausgestaltet sind insbesondere die nachfolgend aufgelisteten Entgeltbestandteile. Sie erhöhen sich bei einer Tariferhöhung grundsätzlich um denselben Prozentsatz, um den sich das Tabellenentgelt erhöht:

  • Entgelt der Entgeltgruppen 2Ü und 15Ü
  • Entgelte der individuellen Endstufe
  • Garantiebeträge bei Höhergruppierung
  • Besitzstandszulage "Kinderbezogene Entgeltbestandteile"
  • Bereitschaftsdienstentgelt
  • Zulage für vorübergehend Übertragung höherwertiger Tätigkeit (Erhöhung wegen Veränderung der Berechnungsgrundlage; Einzelheiten hierzu siehe Ziffer 2.5)
  • Besitzstand für Vergütungsgruppenzulage
  • Vorarbeiterzulage.

Die Erhöhung erfolgt mit den oben genannten Prozentsätzen, wobei ein Mindestbetrag nicht zur Anwendung kommt. Damit beträgt die Erhöhung zum 1.4.2021 in allen Entgeltgruppen und Werten 1,4 %.

Für Beschäftigte der Sparkassen beträgt der Prozentsatz der Erhöhung abweichend ab dem 1.12.2022 0,8 %. Hintergrund ist der Umstand, dass bei den Beschäftigten der Sparkassen die Erhöhung zum 1.7.2022 lediglich 1,0 % beträgt und eine Erhöhung auf die Werte der übrigen Beschäftigten zum 1.12.2022 erfolgt.

Im Bereich des Bundes findet für die Dynamisierung der Zuschläge gemäß § 5 LohnzuschlagsTV das in der Niederschriftserklärung zu § 19 Abs. 5 S. 2 TVöD beschriebene Verfahren Anwendung. Damit gelten für den Bereich des Bundes bis zum Inkrafttre...

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