Expo Real: Spaziergang durch die TechAlley

Die Expo Real ist nach wie vor auch ein Treffpunkt der Macher, der digital Innovativen und all jener, die sich über neueste Entwicklungen informieren wollen. Ein Spaziergang durch die TechAlley und das Programm des Real Estate Innovation Forums.

Erinnern Sie sich noch an NovA3, die Halle, die auf der Expo Real 2019 weitgehend den 60 PropTechs der TechAlley und Unternehmen, die in vielfältiger Weise innovativ die digitalen Möglichkeiten nutzen, vorbehalten war? Nun, in diesem Jahr gibt es statt sieben nur fünf Hallen auf der Expo Real und die "Techies" sind zurück in die Halle A2 gezogen. Außerdem hat sich ihre Zahl verringert – statt 60 Plätze, wie 2019, stehen auf der TechAlley nur noch 30 zur Verfügung, 27 junge Unternehmen haben sich bereits registriert – und es sind nicht nur Unternehmen aus Deutschland, sondern auch aus Österreich (insgesamt fünf), aus der Schweiz und den Niederlanden (jeweils zwei).

Die Mehrzahl der Teilnehmer widmet sich dem Thema "Betreiben und Wirtschaften"

Beibehalten wurde die Unterscheidung in die fünf Kategorien "Planen und Bauen" (6), "Betreiben und Wirtschaften" (12), "Investition und Finanzierung" (3), "Vermarktung" (4) sowie "Immobilienbewertung und Marktforschung" (2). Dass die Mehrzahl sich mit dem Thema "Betreiben und Wirtschaften" befasst, verwundert nicht, wobei das Spektrum von Zugangs- und Sicherungssystemen, dem Management von Park­raum über Betriebskostenkontrolle und -optimierung bis zur Bonitätsprüfung von potenziellen Mieterinnen und Mietern reicht. Letzteres wird von FinCredible repräsentiert, einem jungen Unternehmen aus Österreich, das 2017 als akademisches Spin-off von Wissenschaftlern der Wirtschaftsuniversität Wien, der IMC FH Krems und der Modul Universität Wien, einer internationalen Privat­­­universität, gegründet wurde. Es ist nach eigenen Angaben der erste Kontoinformationsdienst in Österreich, spezialisiert auf digitale Bonitäts- und ID-Lösungen, und bietet Vermietern, Maklern und Hausverwaltungen an, "Mieterbonität inklusive Mietbelastungsquote mit nur einem Klick zu prüfen".

Bekannte Gesichter auf der TechAlley

FinCredible ist kein Newcomer, sondern war bereits 2019 auf der TechAlley mit dabei und hat gute Erfahrungen gemacht. "Der Andrang war für uns sogar überraschend groß, die Anfragen gingen dabei auch weit über den von uns präsentierten Anwendungsfall (Miet-Check, Bonitätsprüfung der Mieter von Immobilien auf Basis von Bankdaten) hinaus. So gab es auch die Nachfrage nach weiteren Produkten von uns, beispielsweise für Immobilienfinanzierungen oder die Überprüfung von Förderkriterien von Personen mit geförderten Mietimmobilien. Diese Anfragen konnten wir damals in dieser Breite noch gar nicht abdecken. 2021 ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür, und wir bieten diese Produkte bereits an", berichtet Dr. Christian Ochs, Mitbegründer und Geschäftsführer von FinCredible.

Dass diese Möglichkeit Vermieter begeistert, ist nachvollziehbar. Aber wie reagieren potenzielle Mieter darauf? "Ein Schlüssel liegt sicher in der vollständigen Transparenz. Es gibt bei uns kein Datensammeln beziehungsweise keine Bonitätsprüfung im Hintergrund, wir haben nichts zu verstecken. Wir erklären den Mietern schon im Vorfeld ganz genau, welche Informationen von uns für die Bonitätsprüfung einmalig verarbeitet werden, und zeigen den Mietern auch das Ergebnis der Bonitätsprüfung. Und der Vermieter erfährt auch nur, ob man sich die Wohnung leisten kann oder eben nicht – keine persönlichen oder finanziellen Details", erläutert Dr. Christian Ochs.

Auch Newcomer sind dabei

Ein noch junges Unternehmen ist Joyce Real Estate Systems aus Berlin. Das Startup wurde im Jahr 2019 gegründet und bietet im Bereich Vermietung und Vermarktung für Wohnungsbauunternehmen etwas an, was über Einzellösungen hinausgeht und alle Bereiche abdeckt. Das beginnt damit, einem Interessenten Ausstattungsvarianten vorzustellen, ihn über den Verkaufsprozess zu informieren, Termine zu buchen und zu verwalten sowie den Zugriff auf einen zentrales Dokumentenregister. Geboten wird alles, was Abläufe für den Endkunden transparent macht und verwendet dafür eine modulare Plattform, in die sich auch bereits bestehende Strukturen integrieren lassen.

"Das ist kein System, das dem Kunden aufgepfropft wird, vielmehr fragen wir zunächst, wie der Datenfluss sein soll", erläutert Marc Petzold, Geschäftsführer von Joyce Real Estate. Er kommt selbst aus einem größeren Wohnbauunternehmen und weiß daher, wovon er spricht. So jung das Unternehmen ist, hat es doch schon erste Kunden in der DACH-Region überzeugt.

Alte Hasen

Ein "alter Hase" ist dagegen DagobertInvest, ein 2015 in Österreich gegründetes Crowdfunding-Unternehmen, das seit 2018 auch in Deutschland aktiv ist und "den gesamten DACH-Raum als seinen Kernmarkt sieht", wie Andreas Zederbauer, Co-Founder und CEO des Unternehmens, ausführt.

"Für uns ist die Expo Real eine gute Möglichkeit, Immobilienentwickler persönlich zu treffen. Ein weiterer Grund ist der Austausch über digitale Innovationen im Bereich Baufinanzierung." Warum sie sich auf der TechAlley präsentieren? "Wir sehen uns als junges, dynamisches Team, das noch immer rasant wächst – zumindest den Start-up-Spirit haben wir nicht aufgegeben. Da Crowdinvesting auch noch als junges Finanzierungsinstrument gilt, fühlen wir uns auf der TechAlley am besten platziert."


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