In den Ballungsräumen kann nur noch günstigeres Bauland aus der Wohnungsnot helfen Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Neuvertragsmieten für Wohnungen in Deutschland sind weiter gestiegen: laut Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Schnitt um 4,4 Prozent im ersten Halbjahr 2017. Damit liegen die durchschnittlichen Kaltmieten netto aktuell bei 7,90 Euro pro Quadratmeter. In Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern legten die Mieten aus Neu- und Wiedervermietung um 5,6 Prozent auf 10,39 Euro pro Quadratmeter zu.

Bereits die Neuvertragsmieten 2016 waren dem BBSR zufolge gegenüber 2015 um 4,9 Prozent auf durchschnittlich 7,65 Euro pro Quadratmeter gestiegen.

Großstädte mit weniger als 500.000 Einwohnern verzeichneten im ersten Halbjahr 2017 ein Plus von vier Prozent. Hier kosten die Mieten im Durchschnitt inzwischen 7,55 Euro pro Quadratmeter. Ähnlich sieht es in den Kreisstädten aus mit Mietsteigerungen von 3,7 Prozent auf 7,41 Euro pro Quadratmeter. In den ländlichen Kreisen ist das Angebot größer, hier sind die Mieten nur um 3,4 Prozent auf 6,03 Euro pro Quadratmeter gestiegen, auch altert die Bevölkerung durch Abwanderung am stärksten.

Die höchsten Neuvertragsmieten hat nach wie vor München mit durchschnittlich für 16,40 Euro pro Quadratmeter. Die SPD fordert wegen der hohen Mieten eine Reform des Mietspiegels. Die Stadt München macht außerdem weiter Druck im Kampf gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum, etwa als Ferienwohnungen.

In Frankfurt am Main werden laut BSSR 12,95 Euro fällig, in Stuttgart 12,44 Euro und Freiburg mit 11,82 Euro. Auf dem fünften Platz folgt Ingolstadt (11,21 Euro) noch vor Hamburg (11,02 Euro).

Knappes Bauland treibt Preise in den Ballungsräumen

Abseits der Ballungsräume muss weitaus weniger tief in die Tasche gegriffen werden. In den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Wunsiedel etwa werden Wohnungen im Schnitt für unter 4,40 Euro pro Quadratmeter angeboten.

„Die Schere bei den Wohnungsmieten geht deutschlandweit immer noch weiter auseinander", sagt BBSR-Experte Matthias Waltersbacher.

In den Ballungsräumen treiben laut BSSR die hohe Nachfrage sowie knappes Bauland und die daraus folgenden hohen Grundstückskosten die Preise. In vielen ländlichen Gebieten wiederum blieben die Mieten erschwinglich und werden weiterhin nur moderat steigen. Eine nachfragegerechte Baulandpolitik könnte laut Empirica auch den Preisboom beim Wohnungseigentum stoppen.

Schlagworte zum Thema:  Miete, Studie

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