Kapitel 14: Konzernabschlus... / cc) Ansatzvorschriften (§§ 246 bis 251, § 274 HGB)
 

Tz. 266

§ 246 HGB:

  • Das Vollständigkeitsgebot (Abs. 1; vgl. Kapitel 5 Tz. 10 ff.) gilt nur insoweit, als § 300 Abs. 2 Satz 1 (vgl. Tz. 328 ff.) keine abweichenden Vorgaben enthält.
  • Das Verrechnungsverbot (Abs. 2; vgl. Kapitel 5 Tz. 119 ff.) gilt auch im Konzernabschluss. Die Konsolidierungsmaßnahmen (§ 301; §§ 303305 HGB) stellen als konzernrechtliche Sonderregelung keinen Verstoß dar.[401]
  • Die Regeln zum zwingenden Ansatz eines derivativen Geschäfts- oder Firmenwerts (Abs. 1 Satz 4; vgl. Kapitel 5 Tz. 39 ff.) gelten auch im Konzernabschluss. Technisch handelt es sich dabei sowohl um eine Ansatz- als auch eine Bewertungsvorschrift.
  • Der Grundsatz der Ansatzstetigkeit (Abs. 3; vgl. Kapitel 5 Tz. 123 f.) gilt ebenfalls entsprechend.
 

Tz. 267

§ 247 HGB:

  • Die allgemeine Ausweisvorschrift (Abs. 1; vgl. Kapitel 5 Tz. 355 ff.) wird im Konzernabschluss durch die Gliederungsvorschrift des § 266 HGB verdrängt.[402]
  • Die Legaldefinition des Anlagevermögens (Abs. 1; vgl. Kapitel 5 Tz. 356) gilt demgegenüber auch im Konzernabschluss.
 

Tz. 268

§ 248 HGB:

  • Die Bilanzierungsverbote für Aufwendungen für die Gründung eines Unternehmens, Aufwendungen für die Beschaffung des Eigenkapitals und Aufwendungen für den Abschluss von Versicherungsverträgen (Abs. 1; vgl. Kapitel 5 Tz. 408 ff.) gelten auch im Konzernabschluss (§ 300 Abs. 2 Satz 1 HGB).
  • Das Bilanzierungswahlrecht für selbst geschaffenen immaterielle Wirtschaftsgüter (Abs. 2; vgl. Kapitel  5 Tz. 414 ff.) gilt ebenfalls entsprechend.
 

Tz. 269

§ 249 HGB: Das Gebot der Rückstellungsbildung (vgl. Kapitel 5 Tz. 447 ff.) gilt auch für den Konzernabschluss. Ggf. müssen in ausländischen Tochterunternehmen nicht nach Maßgabe dieser Vorschrift gebildete Rückstellungen eliminiert werden (und umgekehrt).[403]

 

Tz. 270

§ 250 HGB: Das Gebot der Bildung von Rechnungsabgrenzungsosten (vgl. Kapitel 5 Tz. 613 ff.) gilt auch für den Konzernabschluss. Die Vorgaben des § 268 Abs. 6 HGB (gesonderter Ausweis eines Disagio in der Konzernbilanz/Angabe im Konzernanhang (vgl. Kapitel 10 Tz. 211 ff.)) sind zu beachten.

 

Tz. 271

§ 251 HGB: Die Verpflichtung zur Angabe von Haftungsverhältnissen (vgl. Kapitel 5 Tz. 670 ff.) gilt auch für den Konzernabschluss. Die Vorgaben des § 268 Abs. 7 HGB (gesonderter Ausweis in der Konzernbilanz/Angabe im Konzernanhang (vgl. Kapitel 10 Tz. 213 f.)) sind zu beachten.

 

Tz. 272

§ 274 HGB: Die Regeln zur Bilanzierung latenter Steuern bei zeitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsunterschieden in Handels- und Steuerbilanz (vgl. Kapitel 8 Tz. 1 ff.) gelten auch im Konzernabschluss. Daneben tritt § 306 HGB, der die Steuerabgrenzung aus konzernspezifischen Sachverhalten (vgl. Kapitel 8 Tz. 43 ff.) regelt.

[401] Senger, in: MüKo-BilR, § 298 HGB Rn. 12.
[402] Senger, in: MüKo-BilR, § 298 HGB Rn. 14.
[403] Senger, in: MüKo-BilR, § 298 HGB Rn. 19.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Merkt, Rechnungslegung nach HGB und IFRS (Schäffer-Poeschel). Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Merkt, Rechnungslegung nach HGB und IFRS (Schäffer-Poeschel) 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge