Aktionsplan gegen Steuer- und Finanzkriminalität
Kernpunkte des am 16.7.2026 vorgestellten Aktionsplans gegen Steuer- und Finanzkriminalität
sind höhere Strafen, bessere Ermittlungsstrukturen, die Einführung einer Registrierkassenpflicht und die Abschaffung der strafbefreienden Selbstanzeige in ihrer bisherigen Form. Gesetzentwürfe liegen hierzu noch nicht vor. Vermutlich werden die vorgesehenen Änderungen größtenteils bis Jahresende in verschiedenen Gesetzgebungsverfahren auf den Weg gebracht. Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick:
Neue Ermittlungsstrukturen
Beim Zoll soll ein Gemeinsames Zentrum gegen Steuer- und Finanzkriminalität entstehen, in dem Steuerfahnder der Länder und Zollermittler des Bundes eng zusammenarbeiten. Als Vorbild dient das Gemeinsame Terrorismus-Abwehrzentrum (GTAZ).
Datenanalyse und Digitalisierung
Ein neues Datenanalysezentrum soll Finanzdaten auf einer zentralen Plattform bündeln. KI-gestützte Werkzeuge sollen verdächtige Muster erkennen. Außerdem ist eine Registrierkassenpflicht ab dem 1.1.2028 für Geschäfte mit einem jährlichen Umsatz von über 100.000 EUR geplant. Es soll zudem ein elektronisches Umsatzsteuermeldesystem eingeführt werden, bei dem Firmen ihre Umsätze zeitnah und einzeln melden. Buchungsbelege sollen künftig 15 statt bisher 10 Jahre aufbewahrt werden müssen.
Höhere Strafen
Der Strafrahmen für besonders schwere Fälle organisierter Steuerkriminalität soll auf bis zu 15 Jahre Freiheitsstrafe steigen. Schwere Steuerstraftaten sollen als Verbrechen mit einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr eingestuft werden. Das hätte unmittelbare Folgen für das Verfahren: Bei Verbrechen ist weder ein Strafbefehl (§ 407 StPO) noch eine vereinfachte Verfahrenserledigung (§§ 153, 153a StPO) möglich – diese Fälle müssen öffentlich vor Gericht verhandelt werden.
Ende der strafbefreienden Selbstanzeige
Bisher können Steuerpflichtige nach § 398a AO Straffreiheit erlangen, indem sie hinterzogene Steuern nachzahlen und einen Zuschlag von 10 bis 20 Prozent leisten. Dieses Modell soll in dieser Form abgeschafft werden, weil es falsche Anreize setze: Wer eine Entdeckung befürchtet, zeigt sich an – wer sicher ist, nicht entdeckt zu werden, schweigt.
Schärfere Regeln für Unternehmen
Gegen Unternehmen, die Steuern hinterziehen, sollen höhere Bußgelder verhängt werden können. Bei schweren Verstößen sollen die Sanktionen öffentlich zugänglich gemacht werden.
Internationale Zusammenarbeit
Die Europäische Staatsanwaltschaft soll gestärkt und besser finanziert werden. Die internationale Zusammenarbeit bei der Verfolgung von Steuerkriminalität soll ausgebaut werden, um grenzüberschreitende Fluchtmöglichkeiten zu blockieren.
Aktionsplan: Steuer- und Finanzkriminalität entschlossen bekämpfen
-
Rückstellungen für die Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen
7682
-
Schwellenwerte für die Unternehmensgrößenklassen
724
-
Nutzungsdauer von Computerhardware und Software auf ein Jahr reduziert
5041
-
Wann ist die Leasingsonderzahlung im Zahlungsjahr als Betriebsausgabe abzugsfähig?
331
-
Urlaubsrückstellung berechnen
280
-
Voraussetzungen des Investitionsabzugsbetrags und wann die Anwendung sinnvoll ist
274
-
Abstimmung Bewirtungskosten: Welche Kosten vollständig abziehbar sind
264
-
Auflösung von Investitionsabzugsbeträgen
195
-
Abgrenzung zwischen wertaufhellenden und wertbegründenden Ereignissen
193
-
100%-ige Abschreibung von Software in Handels- und Steuerbilanz
1822
-
Corporate Governance Kodex soll verschlankt werden – Entwurfsfassung vom August 2026
27.08.2026
-
Bestimmung von Hochinflationsländern
26.08.2026
-
IASB veröffentlicht finale Änderungen an IAS 28 bezüglich der Fair-Value-Option
20.08.2026
-
Neuer Vorsitzender der Treuhänder der Stiftung sowie des IASB berufen
20.08.2026
-
Wann ist die Leasingsonderzahlung im Zahlungsjahr als Betriebsausgabe abzugsfähig?
06.08.2026
-
Bundesregierung beschließt Bürokratieabbau
20.07.2026
-
EU-Kommission verabschiedet delegierten Rechtsakt der überarbeiteten ESRS („Simplified ESRS“)
13.07.2026
-
EU-Kommission verabschiedet delegierten Rechtsakt des „Voluntary Sustainability Reporting Standard“ (VS)
13.07.2026
-
Trendwatch Positionspapier: IDW unterbreitet Vorschläge zur Entlastung der Unternehmen in Deutschland
09.07.2026
-
Konsolidierung von Lageberichten
11.06.2026