Talentnetzwerke

Nachwuchsförderung im Nachhaltigkeitsbereich: Räume, Chancen und Impact


Young Forum

Junge Verantwortungsträger brauchen Räume und Netzwerke, um ihre Perspektiven einzubringen. Das Netzwerk „Young Forum“ will diese Plattformen für Wirkung und Wandel schaffen. Die Gründer Julian Schmidt und Daniel Mendes Jenner sprechen im Interview über die Ziele – und darüber, was sich alte Hasen von den Youngstern abschauen können.

Berufsnetzwerke spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, Wissen zu teilen, Kooperationen anzustoßen und Karrieren gezielt weiterzuentwickeln. Das gilt besonders für Fach- und Führungskräfte im Nachhaltigkeitsbereich: Sie bewegen sich in einem dynamischen Umfeld, in dem komplexe Herausforderungen nur durch sektorübergreifende Zusammenarbeit und den schnellen Austausch von Erfahrungen zu bewältigen sind.

Das Netzwerk „Young Forum“ knüpft genau hier an: Es vernetzt junge, engagierte Verantwortungsträgerinnen und Verantwortungsträger und bringt Talente mit Entscheiderinnen und Entscheidern aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammen. Im Gespräch erzählen Julian Schmidt und Daniel Mendes Jenner, wie das Projekt entstanden ist, welche Ziele es verfolgt und warum gerade jetzt starke Netzwerke für die nächste Generation so entscheidend sind.

Ein Netzwerk für junge Stimmen und nachhaltige Wirkung

Herr Schmidt, was war der Gründungsimpuls für Young Forum – wieso braucht es ein solches Netzwerk?

Julian Schmidt: Der Impuls war eine Lücke: Eine Lücke in den entscheidenden Räumen wie Konferenzen, Dinner, Awards. Dort, wo Menschen sitzen, welche bereits heute maßgeblich eine nachhaltige Zukunft beeinflussen, fehlten junge Stimmen. Dort wo viel über Zukunft geredet wurde, waren Menschen, die die Zukunft sind, kaum präsent, um ihre Perspektiven einzubringen. 

Auf der anderen Seite sahen wir viele junge Menschen, die jetzt schon Verantwortung übernehmen und etwas verändern wollen. Aber oft fehlten ihnen Zugänge, Netzwerke und Räume, um schneller gesehen und wirksam zu werden. Und genau diese Zeit haben wir bei vielen der großen Herausforderungen dieses Jahrzehnts und Jahrhunderts eigentlich nicht.

Young Forum ist deshalb entstanden, um engagierte junge Menschen mit den richtigen Räumen, Netzwerken und Möglichkeiten zu verbinden – damit sie nicht erst in zehn oder fünfzehn Jahren Wirkung entfalten können, sondern schon heute.

Was genau ist das Angebot an Teilnehmende – inwiefern profitieren diese von der Community?

Daniel Mendes Jenner: Young Forum wirkt auf drei Ebenen. Erstens öffnen wir Türen zu den exklusivsten Veranstaltungen des Landes – dort, wo Nachhaltigkeitsakteure und führende Entscheider aus unterschiedlichsten Branchen zusammenkommen. Zweitens fördern wir gezielt Kompetenzen: etwa durch eigene Workshops zu Themen wie Rhetorik, KI oder Personal Branding. Und drittens schaffen wir mit eigenen Events einen Raum für den Austausch unter Gleichgesinnten – einen Rückhalt für alle, die Haltung zeigen wollen, auch wenn der Gegenwind im Berufsalltag gerade stark ist.

Was können sich auch erfahrene Nachhaltigkeitsprofis von der Community abschauen?

Schmidt: Das größte Learning, das Young Forum vorlebt: echte Kooperation als Wachstumsstrategie. Wir haben gelernt, mit wenig Budget zu starten – und stattdessen zu fragen, welche Expertise und Unterstützung jede:r Einzelne einbringen kann. Daraus entsteht gemeinsam ein Mehrwert, der weit über das hinausgeht, was jede:r allein leisten könnte. Gerade in Zeiten knapper Ressourcen ist das kein Kompromiss – sondern das wirksamste Mittel, um echte Veränderung anzustoßen.

Impact durch gezielte Teilnahme und Partnerschaften

Mit Formaten wie der Munich Impact Night schaffen Sie Räume für Begegnung. Wie stellen Sie sicher, dass echter Impact entsteht – für die Teilnehmenden, deren Organisationen und die Sache?

Schmidt: Hierzu führen wir sehr viele Gespräche mit allen Beteiligten. Wir öffnen nicht einfach Türen, sondern prüfen gezielt, dass bei den jeweiligen Veranstaltungen Menschen dabei sind, die konkret von einem Kontakt profitieren können: So begründen wir Zu- oder Absagen mit dem passenden Fit einer Person, ihrer Forschung oder ihres Start-ups zu den potenziellen Kontakten und Chancen eines der Partner-Events.

Gleichzeitig entwickeln wir unsere Talente zum Beispiel branchenspezifisch in Themenkreisen weiter. Dies geschieht mit dem klaren Ziel, die nächste Generation an Führungskräften frühzeitig mit Unternehmen zusammenzubringen, die Transformation wirklich wollen.

Unternehmen können Young Forum über Sponsoring, Eventkooperationen und Mentoring unterstützen. Wie schützen Sie die Community davor, instrumentalisiert zu werden?

Mendes Jenner: Unser Schutz beginnt bei der Haltung, nicht beim Vertrag. Wir schauen zuerst auf die Menschen hinter den Organisationen: Eine Führungskraft, die in einem weniger nachhaltigen Unternehmen intern den Wandel voran treibt, kann ein wertvolles Vorbild sein – und ein echter Anknüpfungspunkt für Talente, die ähnlich disruptiv ein Unternehmen transformieren möchten.

Bei unseren aktiven Unternehmenspartnern sind wir bewusst wählerisch: Wir suchen Partner, die unsere Werte teilen und aufrichtiges Interesse an den Talenten haben. Das macht die Partnersuche umfangreicher. Aber der Mehrwert überwiegt, denn so sind auch die Entscheider:innen auf unseren Events eine wirkliche Bereicherung für jedes Format.

Gleichzeitig denken wir auch Partnerschaften bewusst kooperativ: Wenn sich drei, vier oder fünf Unternehmen zusammenschließen, um gemeinsam einen Talentpool für ihre Branche mitzufinanzieren – ob Bauwesen, Sustainable Finance oder andere – profitiert am Ende die gesamte Branche. Wir laden ausdrücklich dazu ein, genau das anzugehen.

Danke für das Gespräch!

 

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