Die GWÖ: Ein Wirtschaftsmodell für Mensch und Umwelt
Stellen wir uns vor, unsere Wirtschaft wäre ein großes Nachbarschaftsfest: Alle Leute im Kiez packen mit an, jede:r trägt etwas bei und am Ende gehen alle satt, zufrieden und mit einem guten Gefühl nach Hause. Genau das ist die Vision der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ): Ein Wirtschaftsmodell, das Erfolg nicht am Geld, sondern am Nutzen für Menschen und Umwelt misst.
Die Gemeinwohl-Bilanz
Das zentrale Instrument der GWÖ ist die Gemeinwohl-Bilanzierung. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Bilanz geht es dabei nicht nur um Finanzen, sondern darum, welchen Beitrag ein Unternehmen zu sozialen und ökologischen Belangen leistet.
Die Bilanzierung erfolgt mit Hilfe der Gemeinwohl-Matrix: sie gleicht die vier grundlegenden Werte der GWÖ mit allen Beteiligten ab. Von Lieferanten über die Mitarbeitenden und Kund:innen bis hin zur Gesamtgesellschaft werden so alle mitgedacht.
Die Werte der GWÖ
Die Gemeinwohl-Ökonomie verfolgt vier Werte:
- Menschenwürde
Auf dem Kiezfest werden alle Beteiligten werden respektvoll behandelt, niemand wird ausgegrenzt oder gar ausgebeutet – vom Foodtruck bis zur Bühne. In der Wirtschaft heißt das: faire Arbeitsbedingungen, sichere Jobs und echte Wertschätzung. - Solidarität und Gerechtigkeit
Wer weniger hat, zahlt auf dem Kiezfest weniger. Alle dürfen mitmachen. In der Wirtschaft heißt das: faire Preise, Chancengleichheit und Unternehmen, die sich gegenseitig unterstützen, statt zu konkurrieren. - Ökologische Nachhaltigkeit
Auf dem Kiezfest setzt man auf Strom aus der Sonne statt Diesel. Und hinterher muss niemand im Müllmeer zurückbleiben. In der Wirtschaft heißt das: Ressourcenschonung, Klimaschutz und Verantwortung für die Zukunft. - Transparenz und Mitbestimmung
Im Kiezfest entscheidet das Viertel gemeinsam das Programm. Nachher wird offengelegt, was mit den Einnahmen passiert. In der Wirtschaft heißt das: offene Bücher, ehrliche Kommunikation und flache Hierarchien in den Unternehmen.
Die Berührungsgruppen
- Lieferant:innen
Auf dem Kiezfest kommen Essen, Strom und Technik von Ständen, denen man vertraut. Alle arbeiten fair zusammen, niemand wird ausgenutzt und umweltfreundliche Alternativen bevorzugt. In der Wirtschaft heißt das: Konsequentes Mitdenken von sozialen und ökologischen Faktoren in der gesamten Lieferkette. - Eigentümer:innen und Finanzpartner:innen
Sie sorgen dafür, dass genug Geld für das Kiezfest da ist und es trotzdem nicht zum Kommerz-Event wird. Investiert wird so, dass Gemeinschaft und Zukunft im Mittelpunkt stehen, nicht der schnelle Reibach. In der Wirtschaft heißt das: Ethischer Umgang mit Geldmitteln und Eigentum sowie Investitionen in Nachhaltigkeit und Soziales. - Mitarbeitende
Sie bauen Stände auf, stimmen sich ab und halten den Laden am Laufen. Auf dem Kiezfest arbeiten alle auf Augenhöhe, mit Respekt, Mitspracherecht und dem guten Gefühl, hier genau richtig zu sein. In der Wirtschaft heißt das: Faire Arbeitsbedingungen, transparente Löhne, flache Hierarchien und eine Unternehmenskultur, die Diversität und Nachhaltigkeit fördert. - Kund:innen und Mitunternehmen
Sie kommen nicht nur zum Mitfeiern, sondern bringen sich ein. Man begegnet sich fair, hilft sich gegenseitig aus und sorgt gemeinsam dafür, dass das Kiezfest für alle ein gutes Erlebnis wird. In der Wirtschaft heißt das: Ehrlicher, wertschätzender und transparenter Umgang mit Kund:innen sowie Kooperationen und langfristige Partnerschaften mit anderen Unternehmen. - Gesellschaftliches Umfeld
Das Kiezfest gehört dem ganzen Viertel und wirkt über den Tag hinaus. Es stärkt die Nachbarschaft, schont die Umwelt und hinterlässt etwas, worüber man auch morgen noch gern spricht. In der Wirtschaft heißt das: Unternehmen und Produkte bringen Menschen und Umwelt einen Mehrwert und tragen zum Gemeinwesen bei.
Komm aufs Kiezfest
Wer sich gerne noch ausführlicher mit dem Thema beschäftigen möchte, kann dies gerne hier tun . Hier wird man auf dem bunten Kiezfest durch die einzelnen Kategorien der Gemeinwohl-Bilanzierung geleitet.
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