Deutsche-Bank-Tochter DWS zahlt Millionenstrafe wegen Greenwashing
Vermeintlich nachhaltige Produkte lassen sich besonders gut verkaufen, das wissen auch Vermögensverwalter. Wenn Finanzprodukte deshalb umweltfreundlicher beworben werden, als sie tatsächlich sind, spricht man von Greenwashing. Die DWS, die Investmentsparte der Deutschen Bank, muss nun ein Bußgeld von 25 Millionen Euro zahlen, weil sie Anleger über ihre nachhaltigen Investments getäuscht haben soll, wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte.
Im Mai 2022 führte die Polizei im Rahmen der Greenwashing-Ermittlungen eine Razzia in den Frankfurter Büros der DWS und der Deutschen Bank durch. Die Greenwashing-Vorwürfe hatte die ehemalige Nachhaltigkeitsbeauftragte der Fondsgesellschaft, Desiree Fixler, erhoben. Sie war von der DWS in der Probezeit entlassen worden. Die Vorwürfe stürzten die DWS in eine Führungskrise, in deren Folge der DWS-Vorstandsvorsitzende Asoka Woehrmann zurücktrat.
Bewusste Irreführung oder „überschwängliches“ Marketing?
In einer Stellungnahme nach der Bekanntgabe des Bußgeldes erklärte die DWS: „Dass unser Marketing in der Vergangenheit teilweise überschwänglich war, haben wir in den vergangenen Jahren bereits öffentlich gesagt. Wir haben die internen Dokumentations- und Kontrollprozesse bereits verbessert und werden auch weiterhin daran arbeiten, hier weitere Fortschritte zu machen.“
Ein konkretes Beispiel der Irreführung: Das Unternehmen gab an, im Rahmen des DWS Invest ESG Climate Tech Fonds zu null Prozent in Kohle zu investieren – die im Fonds gehaltenen Unternehmen durften jedoch bis zu 14,99 Prozent Umsatz in der Kohleindustrie erwirtschaften.
Brisant: „ESG ist ein fester Bestandteil unserer DNA“
Die Frankfurter Staatsanwaltschaft erklärte, dass die Aussagen der DWS, sie sei „führend“ im Bereich ESG oder „ESG ist ein fester Bestandteil unserer DNA“, den Eindruck erweckten, dass die DWS eine marktführende Position im Bereich ESG-Investments einnehme. Dies entspreche jedoch nicht der Realität, da sich das Unternehmen noch in einem „Transformationsprozess“ befinde. Der Staatsanwalt fügte hinzu, dass „Aussagen in den Außenbeziehungen nicht über das hinausgehen dürfen, was tatsächlich umgesetzt werden kann.“
Auch Geldstrafe in den USA
Auch in den USA ermittelten die Behörden wegen Greenwashing-Vorwürfen gegen das Finanzinstitut. Mit der US-Börsenaufsicht SEC einigte sich die DWS 2023 auf eine Geldstrafe in Höhe von 19 Millionen Dollar, um die von der SEC untersuchten Vorwürfe beizulegen. Dies war die bis dato höchste Strafe, die die SEC je gegen einen Vermögensverwalter wegen Greenwashing verhängt hat.
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