Oftmals an der Schnittstelle von Systemen und immer mit klarer Ausrichtung auf das Thema Biodiversität. An Myriam begeistert mich besonders, dass sie verschiedene Welten kennt und diese klug verbindet. Sie arbeitet zwischen Zivilgesellschaft und staatlicher Politikberatung, zwischen Wissenschaft und Unternehmenssteuerung, zwischen ökologischer Dringlichkeit und institutioneller Umsetzung. Diese Räume verlangen Orientierung, Geduld und die Fähigkeit, unterschiedliche Logiken miteinander ins Gespräch zu bringen.
Biodiversität als Grundlage gesellschaftlicher Stabilität
Für Myriam Rapior ist Biodiversität die tragende Grundlage moderner Gesellschaften. Sie spricht darüber im Zusammenhang mit wirtschaftlicher Resilienz, mit Lieferketten, mit der Zukunftsfähigkeit von Organisationen. Artenvielfalt wird bei ihr zu einer Frage verantwortlicher Steuerung – in der Politik, in Unternehmen und Verwaltungen.
Diese Perspektive prägt ihre Arbeit im Rat für Nachhaltige Entwicklung ebenso wie ihre Beiträge zu praxisnahen Handreichungen für Unternehmen. Für Myriam ist Biodiversität also auch ein Governance-Thema. Mich fasziniert, wie klar sie ökologische Zusammenhänge in Entscheidungsstrukturen übersetzt und damit Verantwortung neu verortet.
Biodiversität ist die Grundlage unserer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stabilität. Wenn wir sie schützen, sichern wir die Zukunftsfähigkeit unserer Systeme.
Ökonomische Sprache und gesellschaftliche Haltung
Myriam Rapiors Ausbildung in Betriebswirtschaft und Management vermittelt ihr ein tiefes Verständnis für organisationale Logiken. Gleichzeitig hat sie ihren Weg früh durch internationale Jugendarbeit und zivilgesellschaftliches Engagement ausgerichtet. In ihrer Promotion an der Universität Hamburg beschäftigte sie sich mit nachhaltiger Unternehmensführung entlang globaler Wertschöpfungsketten. Forschung, Beratung und Praxis greifen dabei eng ineinander. Parallel übernahm sie Verantwortung im Biodiversitätsmanagement einer großen Universität und übersetzt Nachhaltigkeit in konkrete Organisationsprozesse. Für mich liegt hier ein entscheidender Punkt ihrer Wirkung: Verantwortung als Teil des Alltags von Organisationen.
Dialog als Gestaltungsraum
Besonders sichtbar wird Myriam’s Ansatz in politischen Aushandlungsprozessen wie der Zukunftskommission Landwirtschaft. Sie arbeitet dort mit einem ausgeprägten Sinn für Zusammenhänge und mit der Fähigkeit, sehr unterschiedliche Perspektiven in einen gemeinsamen Gesprächsraum zu bringen. Zukunft entsteht hier, auch wenn es um schwierige Themen geht, durch Verständigung, Klarheit und gemeinsame Bilder.
Eine zentrale Rolle spielt dabei ihr Blick auf Zeit und Generationen. Entscheidungen betrachtet sie konsequent in ihrer langfristigen Wirkung, was ihrer Arbeit Tiefe und Glaubwürdigkeit verleiht.
Verantwortung über Ebenen hinweg
Myriam nutzt unterschiedliche Formen gesellschaftlicher Einflussnahme. So ist sie zum Beispiel Mitglied im Bundesvorstand des BUND und ist an einer Verfassungsbeschwerde zum Schutz der Biodiversität beteiligt. Damit zeigt sie, wie breit sie Verantwortung denkt und wie konsequent sie bestehende Instrumente nutzt.
Diese Vielschichtigkeit macht ihr Wirken tragfähig. Sie setzt sich für den Wert von Biodiversität in unserer Gesellschaft ein und arbeitet an der Verankerung dieses Wertes in politischen, gesellschaftlichen und unternehmerischen Strukturen.
Haltung und Wirkung
Dr. Myriam Rapior wurde für dieses Portrait vorgeschlagen von Dr. Daniel Dahm, den wir hier bereits als Treiber des Wandels vorgestellt haben. Über Myriam sagt er: „Sie adressiert die Transformation der globalen Wertschöpfungsketten in den Übergängen zwischen Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik, so dass menschliches Handeln und Wirtschaften in Zukunft die ökologische Balance des Lebens auf unserer Erde stärken können.“
Im nächsten Porträt geht es um eine weitere Person. Eine Person, die Myriam, mich und viele andere Menschen dazu inspiriert, dranzubleiben und einen konkreten Beitrag zu wirkungsvollem Wandel zu leisten.