Greenwashing

Goldener Geier: Abstimmung über „dreisteste Umweltlüge des Jahres“


Abstimmung Goldener Geier 2026

Er bleibt Deutschlands wohl unbeliebtester Umweltpreis: Der „Goldene Geier“ macht auf Unternehmen, Produkte oder Dienstleistungen aufmerksam, die Greenwashing betreiben. Bis zum 14. April können Bürgerinnen und Bürger für die dreisteste Umweltlüge des Jahres abstimmen.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat die Abstimmung für den Goldenen Geier 2026 gestartet. Mit dem seit 2019 jährlich verliehenen Schmähpreis deckt die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation dreiste Umweltversprechen von Unternehmen auf, die nachweislich der Umwelt schaden. In diesem Jahr stehen drei Kandidaten aus Hunderten Einreichungen zur Wahl: Primark, Bayer und Lamborghini. Die Abstimmung ist bis zum 14. April online möglich unter:  www.duh.de/goldenergeier/2026.

„Greenwashing ins Rampenlicht zerren“

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH, betont die Relevanz des Schmähpreises:

Sieben Mal haben wir den Goldenen Geier schon verliehen und Greenwashing dorthin gezerrt, wo es den Unternehmen weh tut: ins Licht der Öffentlichkeit. Doch die Flut dreister Umweltlügen reißt nicht ab. Unternehmen nutzen schamlos aus, dass Verbraucherinnen und Verbraucher aus guten Gründen zu nachhaltigen Produkten greifen.

Die diesjährigen Nominierten stehen exemplarisch für unterschiedliche Branchen und führen Verbraucherinnen und Verbraucher mit vermeintlichen Nachhaltigkeitsversprechen in die Irre. „Ihre Umweltlügen halten keiner kritischen Prüfung stand“, so Metz weiter. Die DUH fordert von Unternehmen ein Ende des Greenwashings und eine verbindliche Umstellung auf ehrliche, ökologische Produkte.

Die Nominierten 2026

Für den Goldenen Geier 2026 sind nominiert:

  • Primark: Das Unternehmen versieht Billigmode mit dem selbst erfundenen „Cares“-Label, das wie ein Nachhaltigkeitssiegel wirkt, jedoch ohne unabhängige Standards und Kriterien auskommt.
  • Bayer: Der Konzern wirbt mit Biodiversität und „wenigen Umweltauswirkungen“, verkauft aber weltweit tonnenweise Pestizide, die nachweislich Bienen, Böden und Gewässer schädigen.
  • Lamborghini: Lamborghini behauptet, „der Schutz des Planeten und der Umwelt stellt ein Kernelement unseres Geschäftsgebarens dar“, während seine Supersportwagen mit zweistelligem Verbrauch selbst als Plug-in-Hybride klimaschädlich bleiben.

Schmähpreis mit Wirkung

Die DUH sieht den Goldenen Geier als effektives Mittel, um Greenwashing aufzudecken und Druck auf Unternehmen auszuüben. Seit der Einführung des Preises hat die Organisation mehr als 100 Verfahren gegen Unternehmen eingeleitet. Ein Beispiel für die Wirkung des Schmähpreises ist Nestlé, das 2019 für die klimaschädlichen Einweg-Plastikflaschen von Vittel ausgezeichnet wurde. Nach großer medialer Aufmerksamkeit nahm der Konzern das Mineralwasser 2022 in Deutschland und Österreich vom Markt.

Bisherige Preisträger

Die Gewinner der vergangenen Jahre waren:

  • 2019: Nestlé für die Vittel-Einweg-Plastikflasche
  • 2020: Daimler für den „ökologisch unsinnigsten Stadtgeländewagen“ Mercedes GLS
  • 2021: RWE für die Werbeaussage „Schon heute ist der größte Teil unseres Kerngeschäfts grüner Strom.“
  • 2022: Shell für die Werbekampagne „klimaneutrales Tanken“
  • 2023: McDonald’s für die „I am beautiful“-Kampagne
  • 2024: Nestlé für die „Unterwegs nach besser“-Kampagne
  • 2025: Vonovia für den vermeintlich „erneuerbaren“ Erdgastarif

Schlagworte zum Thema:  Marketing , Award , Nachhaltigkeit
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