Zum 1.1.2018 werden die Hartz-IV-Regelsätze angepasst. Bild: MEV-Verlag, Germany

Millionen Hartz-IV-Bezieher bekommen vom kommenden Jahr an etwas mehr Geld. Der Bundesrat hat am 3.11.2017 der Regelbedarfsstufen-Fortschreibungsverordnung 2018 zugestimmt. Die neuen Werte gelten ab dem 1.1.2018.

Der monatliche Regelsatz für Alleinstehende steigt auf 416 Euro im Monat - 7 Euro mehr als der Hartz-IV-Regelsatz 2017. Für Paare gibt es ab 1.1.2018 statt 368 Euro 374 Euro pro Partner. Der Regelsatz für Kinder bis zu 6 Jahren steigt um 3 auf 240 Euro im Monat. Für die 6- bis 13-Jährigen gibt es 296 statt 291 Euro im Monat. Jugendliche bis 18 Jahren bekommen 316 statt 311 Euro.

Hartz-IV-Regelsatz: Berechnung

Zugrundegelegt werden der Hartz-IV-Erhöhung Preise, die für den Bedarf der Hartz-Empfänger als relevant eingeschätzt werden, sowie die Entwicklung der Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer. Die Preise gehen zu 70 Prozent in die Berechnung ein, die Löhne zu 30 Prozent. Die Entwicklung der für die Regelbedarfe relevanten Preise betrug bis Mitte 2017 im Jahresvergleich 1,3 Prozent, die der Löhne 2,4 Prozent.

Grundsicherung Regelsatz: Leistungen nach SGB II

Die Erhöhung für die Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung beträgt unterm Strich 1,63 Prozent.

Dennoch gleicht die Erhöhung die allgemeinen Preissteigerungen kaum aus. Seit einem Rückgang auf 1,5 Prozent im Mai ist die Teuerungsrate kontinuierlich auf 1,8 Prozent im August gestiegen. Die Europäischen Zentralbank strebt mittelfristig für den gesamten Euroraum ein stabiles Preisniveau bei einer Inflation von knapp unter 2,0 Prozent an.

Hartz-IV-Regelsatz 2017

Die Steigerungen der Hartz-IV-Regelsätze Anfang 2017 waren vergleichbar. Alleinstehende bekamen zuletzt 5 Euro mehr, Partner 4 Euro, Kinder unter 6 bekamen keine Erhöhung, Kinder von 6 bis 13 Jahre allerdings 21 Euro mehr.

Verbesserungen für Menschen mit Behinderung

Darüber hinaus enthielt das Gesetz 2017 Verbesserungen für Menschen mit Behinderung: Nicht erwerbsfähige oder behinderte Erwachsene Sozialhilfeempfänger erhalten seit 1.1.2017 100 statt 80 Prozent der Grundsicherung und haben damit einen gesetzlichen Anspruch auf die Regelbedarfsstufe 1. Außerdem können sie ihre Kosten für Unterkunft und Heizung leichter geltend machen, wenn sie beispielsweise im Haushalt der Eltern leben. Menschen mit Behinderung in gemeinschaftlichen Wohnformen erhalten ab 2020 die Regelbedarfsstufe 2.

Schlagworte zum Thema:  Hartz IV, Regelsatz, Grundsicherung, Sozialleistungen, Arbeitslosengeld II

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