Zum 1.1.2018 wird der durchschnittliche Zusatzbeitrag auf 1,0 % gesenkt. Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag wird jährlich für das gesamte folgende Kalenderjahr vom Bundesministerium für Gesundheit festgelegt. Zum 1.1.2018 wird er von derzeit 1,1 % auf 1,0 % reduziert. Das hat das Bundesministerium für Gesundheit am 26.10.2017 mitgeteilt.

Im Schätzerkreis Gesundheitswesen trafen die Vertreter von Gesundheitsministerium, Bundesversicherungsamt und Krankenkassen zunächst kein einvernehmliches Votum. Die Krankenkassen erwarten höhere Ausgaben und wollen deswegen den Beitrag stabil halten. Doch letztlich legt das Ministerium den durchschnittlichen Zusatzbeitrag fest, was Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) jetzt getan hat. Einzelne Kassen können individuell darunter oder darüber liegen.

Durchschnittlicher Zusatzbeitrag GKV: Nur für bestimmte Personenkreise

Seit 2015 zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte einen festen Beitragssatz von 14,6 %. Den Zusatzbeitrag zahlen die Arbeitnehmer alleine. Für bestimmte Personenkreise wird der Zusatzbeitrag anstatt in Höhe des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes obligatorisch in Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes erhoben.

Durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2018: Einnahmen und Ausgaben

Einvernehmlich geht der Schätzerkreis von Einnahmen des Gesundheitsfonds im laufenden Jahr von 216 und im kommenden Jahr von 222,2 Milliarden Euro aus. Der Fonds ist die Geldsammel- und -verteilstelle für die Krankenkassen. Bei den Ausgaben erwarten Ministerium und Versicherungsamt für dieses Jahr 226,4 und fürs kommende Jahr 236,2 Milliarden Euro, die Krankenkassen dagegen 227,2 und 237,3 Milliarden Euro.

Durchschnittlicher Zusatzbeitrag: Krankenkassen Finanzreserven

Mitte des Jahres waren die Finanzreserven der gesetzlichen Krankenkassen auf rund 17,5 Milliarden Euro gestiegen. Somit wurde im ersten Halbjahr 2017 fast schon der Überschuss des Gesamtjahres 2016 von 1,62 Milliarden Euro erreicht. Im Gesundheitsfonds befanden sich Ende 2016 rund 9,1 Milliarden Euro. Diese Reserve dürfte aber inzwischen kleiner geworden sein.

SPD und Grüne fordern Rückkehr zur paritätischen Finanzierung

Die Reform der Gesundheitsfinanzierung diente dazu, die Arbeitgeber zu entlasten und Arbeitsplätze zu sichern. Angesichts der guten Konjunktur werden aber auch Stimmen vor allem bei SPD und Grünen lauter, die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen nicht nur auf dem Rücken der Beitragszahler abzuladen, sondern wieder zu einer paritätischen Finanzierung zurückzukehren, bei der sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Gesamtbeitrag je zur Hälfte teilen.

Schlagworte zum Thema:  Zusatzbeitrag, Krankenkassen-Finanzierung

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