Durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2019: Der GKV-Spitzenverband rechnet aufgrund stabiler Finanzen nicht mit einer Erhöhung. Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag wird jährlich für das gesamte folgende Kalenderjahr vom Bundesministerium für Gesundheit festgelegt. Seit dem 1.1.2018 beträgt dieser 1,0 Prozent. Für das Jahr 2019 rechnet der GKV-Spitzenverband nicht mit einer Steigerung.

Seit 2015 zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte einen festen Beitragssatz von 14,6 %. Den Zusatzbeitrag zahlen die Arbeitnehmer derzeit noch alleine. Für bestimmte Personenkreise wird der Zusatzbeitrag anstatt in Höhe des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes obligatorisch in Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes erhoben.

GKV rechnet mit stabilem durchschnittlichen Zusatzbeitrag 2019

Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) rechnen angesichts der guten Konjunktur vorerst weiter mit stabilen Finanzen und Beiträgen für ihre 56 Millionen Mitglieder. Die Situation sei auch in diesem Jahr nach wie vor positiv, sagte die Chefin des GKV-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, am 18.6.2018 im brandenburgischen Kremmen. Sie gehe nicht davon aus, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag zum Jahreswechsel steige. Ungewiss seien aber etwa noch Mehrkosten für politisch geplante Verbesserungen bei der Versorgung.

Durchschnittlicher Zusatzbeitrag: Krankenkassen Finanzreserven

Der Überschuss der 110 Kassen hat sich im vergangenen Jahr nach aktuellen Rechnungsdaten auf 3,5 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Die Ausgaben für Leistungen stiegen im Vergleich zu 2016 um 2,4 Prozent, die Beitragseinnahmen um drei Prozent. Die Reserven wuchsen auf 19,1 Milliarden Euro. Dies sei aber nicht «gigantisch» und entspreche nur einer Monatsausgabe der Kassen, erläuterte Pfeiffer. Hinzu kommen 8,6 Milliarden Euro Reserve im Gesundheitsfonds, der Geldsammel- und -verteilstelle der Kassen. Unter dem Strich wuchs das Polster über ein Jahr von 25 Milliarden auf 27,7 Milliarden Euro.

Durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2019: Rückkehr zur paritätischen Finanzierung

Der bisher allein von den Mitgliedern zu zahlende Zusatzbeitrag, den die Kassen selbst festlegen, betrug im vergangenen Jahr im Schnitt 1,075 Prozent, wie die GKV-Chefin sagte. Dies war etwas höher als die zuvor kalkulierten 1,0 Prozent. Der Zusatzbeitrag für 2019 wird im Herbst von einem Schätzerkreis errechnet, dem unter anderem die Kassen angehören. Künftig zahlen die Arbeitgeber nach Plänen der großen Koalition auch hiervon die Hälfte - wie schon vom allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent. Diese Rückkehr zur Parität soll die Kassenmitglieder um 6,9 Milliarden Euro jährlich entlasten.

GKV-Spitzenverband: Bedenken gegen Zwangs-Abbau von Finanzreserven

Pfeiffer machte erneut Bedenken gegen einen Zwangs-Abbbau von Reserven deutlich, den Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Kassen mit hohem Finanzpolster anstrebt. Sie verwies darauf, dass 20 Kassen mit 20 Millionen Versicherten bereits zu Jahresbeginn Beiträge gesenkt hätten. Außerdem seien zusätzliche Kosten durch Vorhaben der Koalition etwa für mehr Pflegepersonal in Krankenhäusern noch nicht genau bezifferbar.

Hans-Jürgen Urban (Vorstand IG Metall): «Die Beschäftigten müssen immer noch hohe Zuzahlungen etwa für Zahnersatz schultern, der interne Finanzausgleich zwischen den Kassen braucht eine Neujustierung.»

Schlagworte zum Thema:  Zusatzbeitrag, Krankenkassen-Finanzierung

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