Durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2020

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag wird jährlich für das gesamte folgende Kalenderjahr vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) festgelegt. Auf Grundlage der geschätzten finanziellen Rahmenbedingungen steigt der durchschnittliche Zusatzbeitrag im Jahr 2020 um 0,2 % auf 1,1 %. Am 28.10.2019 wurde die Erhöhung im Bundesanzeiger bekannt gegeben.

Der zuständige Schätzerkreis aus Experten des Bundesgesundheitsministeriums, des Bundesversicherungsamtes und des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), hatten bereits eine Erhöhung prognostiziert. Dabei war allerdings noch unklar, ob der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2020 um 0,2 % oder 0,3 % steigt.

Durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2019

Aktuell beträgt der durchschnittliche Zusatzbeitrag 0,9 %. Seit 2015 zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte einen festen Beitragssatz von 14,6 %. Seit dem 1.1.2019 zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch den Zusatzbeitrag wieder je zur Hälfte. Für bestimmte Personenkreise wird der Zusatzbeitrag anstatt in Höhe des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes obligatorisch in Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes erhoben.

Kassenindividueller Zusatzbeitrag 2020

Die Erhöhung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags 2020 auf 1,1 % bedeutet für die einzelnen Kassen nicht zwingend, dass die Beiträge steigen. Je nach Kassenlage könne sie auch ohne eine Anhebung des kassenindividuellen Zusatzbeitrags auskommen. Im Gegenteil: Trotz Anstiegs des durchschnittlichen Zusatzbeitrags sind sogar Senkungen bei Kassen mit zu hohen Finanzreserven ab 2020 möglich. Die Finanzreserven der Kassen sind in den vergangenen Jahren auf mehr als 20 Milliarden Euro gestiegen - allein von 2015 bis 2019 von 14,5 Milliarden auf 21,2 Milliarden Euro.

Zusatzbeitrag 2020: Wann müssen die Krankenkassen den Beitrag senken?

Mehr als die Hälfte der Krankenkassen verfügt den Angaben des BMG zufolge derzeit über mehr als eine Monatsausgabe Betriebsmittel und Rücklagen. Sie dürfen, solange sie diese Quote überschreiten, ihre Zusatzbeiträge nicht anheben. Und einige Kassen, deren Finanzreserven deutlich über einer Grenze von einer Monatsausgabe hinausgehen, müssen diese ab 2020 innerhalb der kommenden drei Jahre schrittweise abzubauen.

dpa
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