23.08.2016 | Geringfügig entlohnte Beschäftigung

Altersvollrentner im 450-Euro-Minijob

Altersvollrentner sind im Minijob rentenversicherungsfrei
Bild: Haufe Online Redaktion

Gut 13 Prozent aller 450-Euro-Minijobber sind älter als 65 Jahre. Damit stellen die Rentner die größte Gruppe aller ca. 6,7 Mio. Minijobber in Deutschland. Doch wie sind sie rentenversicherungsrechtlich zu beurteilen?

Altersvollrentner sind generell rentenversicherungsfrei, so dass sie kraft Gesetzes keine Rentenversicherungsbeiträge zu zahlen haben. Dies betrifft aber nur den Altersvollrentner in Bezug auf seinen Beitragsanteil. Der Arbeitgeber hat weiterhin seinen Beitragsanteil zu zahlen. Die Beitragsbelastung des Arbeitgebers eines 450-Euro-Minijobbers beträgt also immer 15 Prozent (bzw. 5 Prozent in Privathaushalten), und zwar unabhängig davon, ob der Minijobber rentenversicherungsfrei oder rentenversicherungspflichtig ist. Die für 450-Euro-Minijobber mögliche Befreiung von der Rentenversicherungspflicht ist für Altersvollrentner somit kein Thema. Der Arbeitgeber meldet der Minijob-Zentrale den Minijobber von Beginn an mit der RV-Beitragsgruppe „5“.

Achtung:

Altersrentner, die nur eine Teilrente beziehen, sind rentenversicherungspflichtig. Sie müssen bei dem Arbeitgeber einen Befreiungsantrag stellen, wenn sie ihren Eigenanteil nicht zahlen möchten.

Nachträgliche Korrektur überzahlter Beiträge eines Altersvollrentners

Sollten Arbeitgeber einen Altersvollrentner im 450-Euro-Minijob irrtümlich als rentenversicherungspflichtig beurteilt und mit der RV-Beitragsgruppe „1“ angemeldet und abgerechnet haben, besteht ein Anspruch auf Erstattung der zu Unrecht gezahlten Beitragsanteile des Arbeitnehmers zur Rentenversicherung. Dieser Betrag steht ausschließlich dem Arbeitnehmer zu, da er diese getragen hat.

Arbeitgeber können diese Zahlung mit der nächstmöglichen Entgeltabrechnung korrigieren und überzahlte Beiträge im Rahmen des Betragsnachweis-Verfahrens mit der Minijob-Zentrale verrechnen.  Voraussetzung für die Verrechnung der überzahlten Beiträge mit der laufenden Beitragszahlung ist, dass der Zeitraum, für den die Beiträge überzahlt worden sind, nicht länger als 24 Monate zurückliegt. Bei länger zurückliegenden Zeiträumen kann nur noch die Erstattung der zu Unrecht gezahlten Beiträge bei der Minijob-Zentrale beantragt werden.

Die Meldungen zur Sozialversicherung sind rückwirkend ab Altersvollrentenbeginn auf die RV-Beitragsgruppe „5“ zu korrigieren.


Praxis-Tipp:

Das Antragsformular der Minijob-Zentrale finden Sie hier.

Personen, die mit dem Altersvollrentner vergleichbar sind

Die für den Personenkreis der Altersvollrentner gemachten Aussagen gelten gleichermaßen bei der Beschäftigung von Ruhestandsbeamten oder bei Beziehern einer berufsständischen Altersversorgung (zum Beispiel von der Ärztekammer).

Weitere News:

Sozialversicherung von beschäftigten Altersversorgungsbeziehern

Sozialversicherungsrechtliche Beurteilung von Zweitjobs

Schlagworte zum Thema:  Minijob, Geringfügig entlohnte Beschäftigung, Beitragserstattung, Verrechnung, Rente

Aktuell

Meistgelesen