Rentenerhöhung 2021: aktueller Rentenwert 2021

Das Bundeskabinett hat am 25.11.2020 den Rentenversicherungsbericht 2020 und den Alterssicherungsbericht 2020 beschlossen. Demnach könnte die jährliche Rentenanpassung im Westen ausfallen. Im Osten soll es im Sommer 2021 vermutlich eine Anhebung um 0,7 % geben.

Im Jahr 2016 gab es die größte Rentenerhöhung seit mehr als 20 Jahren. Damals stiegen die Renten zum 1. Juli in den alten Bundesländern um 4,25 % und in den neuen Bundesländern um 5,95 %.

Rentenerhöhungen der vergangenen Jahre

Die Rentenerhöhung 2017 fiel deutlich geringer aus als im Jahr 2016. In Westdeutschland sind die Renten im Jahr 2017 um 1,90 % gestiegen, in den neuen Ländern um 3,59 %. Im Jahr 2018 stiegen die Renten zum 1. Juli um 3,22 % im Westen und 3,37 % im Osten. Im vergangenen Jahr sind die Renten zum 1.7.2019 im Westen um 3,18 % und im Osten um 3,91 % gestiegen. 

Rentenerhöhung 2020

In diesem Jahr sind die Renten in Westdeutschland um 3,45 %, in den neuen Ländern um 4,20 % gestiegen. Der aktuelle Rentenwert (Ost) stieg damit auf 97,2 % des aktuellen Rentenwerts West (bisher: 96,5 %). Das Rentenniveau beträgt 48,21 %.

Kabinett beschließt Rentenversicherungsbericht und Alterssicherungsbericht 2020

Das Bundeskabinett hat am 25.11.2020 den Rentenversicherungsbericht 2020 und den Alterssicherungsbericht 2020 beschlossen. Der Rentenversicherungsbericht wird jährlich vorgelegt und informiert über die Finanzentwicklung in der gesetzlichen Rentenversicherung in den kommenden Jahren. Er wird einmal pro Wahlperiode durch den Alterssicherungsbericht ergänzt, der insbesondere die Leistungen aus Alterssicherungssystemen und die Gesamteinkommen der Seniorinnen und Senioren sowie die Verbreitung der betrieblichen und privaten Altersvorsorge unter den Erwerbstätigen beleuchtet.

Rentenerhöhung 2021

Nach dem aktuellen Rentenversicherungsbericht  greift bei der Rentenanpassung zum 1.7.2021 die sogenannte Rentengarantie, sodass der aktuelle Rentenwert unverändert bei 34,19 EUR bleibt. Im Osten wird sich aufgrund des Angleichungsschritts in Folge des Rentenüberleitungs-Abschlussgesetzes eine Rentenanpassung von rund 0,7 % ergeben. Die tatsächliche Höhe der Rentenanpassung wird allerdings erst im März 2021 feststehen, wenn alle erforderlichen Daten vorliegen.

Verhältnis von Rentenbezieher zu Beitragszahler: Nachhaltigkeitsfaktor

Neben der Lohnentwicklung wird durch den Nachhaltigkeitsfaktor die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Rentenbeziehenden zu Beitragszahlenden bei der Anpassung der Renten berücksichtigt. Für Ende 2020 wird eine Nachhaltigkeitsrücklage von 36,3 Mrd. EUR geschätzt. In diesem Jahr ist damit die Rücklage um 4,2 Mrd. EUR gesunken.

Rentenerhöhung Tabelle: Entwicklung der Rentenwerte

Die Entwicklung der Rentenwerte sowie die prozentualen Veränderungen der letzten 10 Jahre können Sie dieser Tabelle entnehmen.

Rentenversicherungsbericht: Beitragssatz und Sicherungsniveau

Der Beitragssatz bleibt in den beiden kommenden Jahren konstant bei 18,6 %. Den Modellrechnungen zufolge steigt der Beitragssatz im Jahr 2023 auf 19,3 % und in den Jahren 2024 und 2025 auf 19,9 %. Die Haltelinie beim Beitragssatz (nicht über 20 % bis 2025) kommt nicht zum Tragen.

Das Sicherungsniveau vor Steuern beträgt derzeit 48,2 %, steigt in den Folgejahren zunächst an und beträgt im Jahr 2025 49,4 %. Dabei ist zu beachten, dass die Deutsche Rentenversicherung Bund die statistische Erfassung der beitragspflichtigen Entgelte revidiert hat, wodurch das Sicherungsniveau höher ausfällt. Aber auch ohne Berücksichtigung des Revisionseffekts bleibt das Sicherungsniveau 2025 mit 48,4 % oberhalb der Haltelinie von 48 %.

Auch längerfristig bewegen sich Beitragssatz und Sicherungsniveau im Rahmen der gesetzlichen Grenzwerte.

Die wichtigsten Ergebnisse des Alterssicherungsberichts 2020 im Überblick:

Die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) ist das Alterssicherungssystem mit der weitaus größten Bedeutung. In ihr sind gut 56 Millionen Menschen aktiv und passiv versichert, 21,1 Millionen Menschen beziehen Renten, darunter 18,5 Millionen 65-jährige und ältere Rentnerinnen und Rentner.

In Deutschland beziehen 89 % der 65-Jährigen und Älteren eine eigene Rente aus der GRV. In den alten Ländern sind es 87 % und in den neuen Ländern 97 %. Bezogen auf das Volumen der Alterssicherungsleistungen entfallen in den alten Ländern 68 % auf die GRV, in den neuen Ländern sind es 94 %.

Einkommenswachstum in der Gesamtbevölkerung

Die positive Wirtschaftsentwicklung der letzten Jahre kommt auch bei der älteren Bevölkerung an. Die Haushaltsnettoeinkommen aller Ehepaare und Alleinstehenden im Alter ab 65 Jahren sind von 2015 bis 2019 um 14 % gestiegen, die Preise für die Lebenshaltung im gleichen Zeitraum nur um 5,3 %. Hier zeigt sich ein deutlicher realer Einkommenszuwachs, der in etwa dem Einkommenswachstum in der Gesamtbevölkerung entspricht.

Ehepaare erreichen in Deutschland ein durchschnittliches Netto-Gesamteinkommen aus Alterssicherungsleistungen und zusätzlichen Einkommen in Höhe von 2.907 EUR im Monat. Unter den alleinstehenden 65-Jährigen und Älteren beziehen Männer im Durchschnitt ein Gesamteinkommen von 1.816 EUR. Bei Frauen sind es 1.607 EUR.

bAV: Zahl der aktiven Anwartschaften gestiegen

Bis Ende 2019 ist in der betrieblichen Altersvorsorge in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst die Zahl der aktiven Anwartschaften auf 21 Mio. gestiegen. Knapp 54 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verfügen über eine betriebliche Altersvorsorge (BAV).

Insgesamt haben rund 66 % der Beschäftigten eine zusätzliche Altersvorsorge, entweder über eine BAV und/oder einen Riester-Vertrag. Allerdings zeigt sich auch, dass gut die Hälfte der Geringverdienerinnen und Geringverdiener bisher nicht zusätzlich für das Alter vorsorgt.

BMAS