22.03.2017 | Rentenversicherung

Rentenerhöhung 2017: Werte stehen fest

Rentner dürfen sich zum 1. Juli 2017 über mehr Rente freuen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Zum 1. Juli 2017 erhalten Rentner mehr Geld. Auch dieses Jahr steigen die Renten im Osten stärker als im Westen. Nachdem die Daten des Statistischen Bundesamtes und der Deutschen Rentenversicherung Bund vorlagen, hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Werte der Rentenerhöhung am 22. März 2017 bekannt gegeben.

In Westdeutschland steigt die Rente um 1,90 %, in den neuen Ländern um 3,59 %. Damit beträgt der aktuelle Rentenwert (Ost) nun 95,7 % des aktuellen Rentenwerts West (bisher: 94,1 %). 

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles:

Die umlagefinanzierte Rente ist und bleibt die zentrale Säule unseres Alterssicherungssystems – gerade in Zeiten niedriger Zinsen. Für über 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner steigen auch dieses Jahr die Renten spürbar. Gute Löhne und ein hoher Beschäftigungsstand sorgen weiter für eine stabile Finanzlage der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Renten folgen den Löhnen - im Alter profitieren damit die, die die gesetzliche Rente zuvor erarbeitet und mit ihren Beiträgen getragen haben. So funktioniert der Generationenvertrag. Wir werden dieses System auch in Zukunft stabil, verlässlich und gerecht halten. Auch die Generationen der Zukunft sollen darauf vertrauen können.

Rentenanpassung 2017: Höhere Lohnentwicklung im Osten

Die höhere Rentenanpassung im Osten beruht auf der dort höheren Lohnentwicklung. Damit verbessert sich die Ausgangslage für ein einheitliches Rentenrecht in Ost und West. Nach dem Entwurf des Rentenüberleitungs-Abschlussgesetzes wird ab dem 1. Juli 2018 die Angleichung des aktuellen Rentenwerts (Ost) an den Rentenwert in den alten Ländern in sieben Schritten angeglichen, bis ab 1. Juli 2024 ein einheitlicher Rentenwert in ganz Deutschland gelten wird.

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Rentenerhöhung: Lohnentwicklung als Grundlage

Grundlage der Rentenanpassung ist die Lohnentwicklung. Die für die Rentenanpassung relevante Lohnsteigerung beträgt 2,06 % in den alten Ländern und 3,74 % in den neuen Ländern. Sie basiert auf der vom Statistischen Bundesamt gemeldeten Lohnentwicklung nach den volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR), wobei der Einfluss der Arbeitsgelegenheiten mit Entschädigungen für Mehraufwendungen („Ein-Euro-Jobs“) außer Acht bleibt. Darüber hinaus wird die beitragspflichtige Entgeltentwicklung der Versicherten berücksichtigt, die für die Einnahmensituation der gesetzlichen Rentenversicherung entscheidend ist.

Verhältnis von Rentenbezieher zu Beitragszahler wirkt dämpfend

Neben der Lohnentwicklung wird durch den Nachhaltigkeitsfaktor die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Rentenbeziehenden zu Beitragszahlenden bei der Anpassung der Renten berücksichtigt. In diesem Jahr wirkt sich der Nachhaltigkeitsfaktor mit 0,14 Prozentpunkten geringfügig dämpfend auf die Rentenanpassung aus.

Altersvorsorgeaufwendungen haben 2017 keinen Einfluss

Außerdem wird durch den sog. Faktor Altersvorsorgeaufwendungen die Veränderung der Aufwendungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beim Aufbau ihrer Altersvorsorge auf die Anpassung der Renten übertragen. Da sich der Beitragssatz in der allgemeinen Rentenversicherung 2016 jedoch nicht verändert hat und die sog. „Riester-Treppe“ bereits 2013 letztmals zur Anwendung kam, wirkt sich der Faktor Altersvorsorgeaufwendungen in diesem Jahr nicht auf die Rentenanpassung aus.

Werte der Rentenerhöhung zum 1. Juli 2017

Auf Basis der vorliegenden Daten ergibt sich damit eine Anhebung des aktuellen Rentenwerts von gegenwärtig 30,45 Euro auf 31,03 Euro bzw. eine Anhebung des aktuellen Rentenwerts (Ost) von gegenwärtig 28,66 Euro auf 29,69 Euro. Dies entspricht einer Rentenanpassung von 1,90 % in den alten Ländern und von 3,59 % in den neuen Ländern.

Schlagworte zum Thema:  Rentenanpassung, Gesetzliche Rente

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