14.03.2014 | Top-Thema Aufforderung zum Reha-Antrag

Folgen der Aufforderung für Versicherte

Kapitel
Wie steht es um den Versicherungsschutz?
Bild: Haufe Online Redaktion

Sobald die Aufforderung ausgesprochen ist, verliert der Versicherte weitgehend seinen Einfluss auf das weitere Verfahren. Er kann natürlich den Reha-Antrag unterlassen. Davon ist aber wegen nachteiliger Folgen dringend abzuraten.

Was wird aus dem Krankengeld?

Die Aufforderung wirkt sich zunächst nicht auf das Krankengeld aus. Die Krankenkasse zahlt die Leistung weiterhin wie gewohnt. Kommt es zur Reha durch die RV (medizinische Rehabilitation oder Teilhabe am Arbeitsleben), so wird das Krankengeld durch deutlich niedrigeres Übergangsgeld der RV ersetzt. Diese Zeiten werden auch auf den zeitlichen Höchstanspruch auf Krankengeld angerechnet.

Achtung: Fristablauf bringt Krankengeldanspruch in Gefahr

Abzuraten ist davon, die von der Krankenkasse gesetzte Frist von 10 Wochen ablaufen zu lassen, ohne einen Reha-Antrag zu stellen. Dann ist die Krankenkasse nämlich berechtigt, die Krankengeldzahlung mit dem letzten Tag der Frist einzustellen.

Es kann aber auch sein, dass die RV eine Rente zubilligt. Dann stellt die Krankenkasse spätestens dann die Krankengeldzahlung ein, wenn der Rentenbescheid bei ihr eingeht.
Auch das kommt in der Praxis vor:
Versicherte versäumen es, den Reha-Antrag innerhalb der 10-Wochen-Frist zu stellen. D. h, die Leistung wird mit Fristablauf eingestellt. Der zunächst unterlassene Antrag kann dann nachgeholt werden. Damit lebt mit Antragsdatum das Krankengeld wieder auf. Die zurückliegende Zeit wird nicht nachgezahlt.

Dispositionsrecht geht verloren

Ohne von der Krankenkasse aufgefordert worden zu sein, entscheidet ausschließlich der Versicherte über seine Ansprüche gegen die RV. Selbst wenn ein Reha-Antrag gestellt und durch die RV wegen fehlender Erfolgsaussichten in einen Rentenantrag umgewandelt wird, kann der Versicherte dem widersprechen, den Rentenantrag zu einem späteren Zeitpunkt stellen oder bereits gestellte Anträge zurücknehmen. Er hat also ein Dispositionsrecht.
Durch die Aufforderung der Krankenkasse verliert der Versicherte dieses Recht. Er kann nicht mehr eigenständig über seine Ansprüche gegen die RV entscheiden. Alles erfolgt in Abstimmung mit der Krankenkasse.

Reine Formsache: Der Rentenantrag

In der Praxis erhält der Versicherte nach einer erfolglosen Rehabilitation oft ein Schreiben der RV, in dem gebeten wird, dem Rentenantrag und der Einleitung des Rentenverfahrens zuzustimmen. Tatsächlich handelt es sich um eine überflüssige Formalie, durch die das Rentenverfahren nicht ausgeschlossen werden kann, auch wenn der Versicherte nicht unterschreibt.

Wie steht es um den Versicherungsschutz?

Solange Krankengeld, Übergangsgeld oder Rente bezogen werden besteht, kein Grund zur Sorge. Insbesondere während der Zeit, in der Krankengeld oder Übergangsgel bezogen werden, wird der Versicherte auch nicht an den Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung beteiligt.
Erst. wenn es im schlimmsten Fall dazu kommt, dass die Krankenkasse das Krankengeld einstellt, wird´s eng. Es schließt sich automatisch eine Versicherung an, für die der Versicherte selbst die Beiträge aufbringen muss. Ein Krankengeldanspruch ist darin nicht enthalten. Ggf. kann eine kostenfreie Familienversicherung durchgeführt werden.

Achtung bei bereits gestelltem Reha-oder Rentenantrag

Krankenkassen „schieben“ auch gerne eine Aufforderung nach, wenn der Versicherte bereits selbst einen Reha- oder Rentenantrag gestellt hat. Der Vorteil für die Krankenkasse liegt auf der Hand. Trotz des freiwillig gestellten Antrags verliert der Versicherte durch die „nachgeschobene“ Aufforderung sein Dispositionsrecht. Die Einleitung eines Rentenverfahrens kann er dann z. B. nicht verhindern.

Schlagworte zum Thema:  Krankengeld, Rentenantrag, Rehabilitation, Reha-Einrichtung

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