20.09.2016 | Rentenhöhe

Entgeltersatzleistungen beeinflussen Rente

Rentenversicherungsbeiträge werden auch während des Bezugs von Entgeltersatzleistungen gezahlt
Bild: MEV-Verlag, Germany

Vom Arbeitsentgelt werden jeden Monat Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung abgeführt. Wird eine Entgeltersatzleistung (z. B. Krankengeld) bezogen, reduzieren sich die hieraus zu zahlenden Beiträge - und dies hat Einfluss auf die spätere Rentenhöhe.

Welche Höhe eine spätere Rente hat, bestimmen mehrere Faktoren. Der wichtigste Faktor ist die Beitragshöhe. Bei der Frage, ob überhaupt ein Anspruch auf Rente besteht, spielen auch die Beitragszeiten eine Rolle.

Welche Zeiten werden für den Rentenanspruch berücksichtigt?

Für Zeiten in denen Arbeitnehmer berufstätig sind und Arbeitsentgelt beziehen, besteht in der Rentenversicherung eine Pflichtversicherung. Der Arbeitgeber führt aus dem Arbeitsentgelt regelmäßig Beiträge ab. Diese gelten als Beitragszeiten. Bei Vorliegen weiterer Anspruchsvoraussetzungen, können daraus Leistungsansprüche abgeleitet werden. Gleiches gilt für Beitragszeiten von pflichtversicherten Selbstständigen und auch für Zeiten eines Minijobs bis zu 450 Euro, für welche eine freiwillige Aufstockung der Beiträge erfolgt ist. 

Beiträge während des Bezugs von Entgeltersatzleistungen

Neben den vorgenannten Beitragszeiten werden in der Regel auch Zeiten

  • der beruflichen Ausbildung,
  • des Bundesfreiwilligendienstes (früher auch Wehr- und Zivildienst),
  • der Kindererziehung,
  • der Pflege eines Familienmitglieds (mindestens 14 Stunden pro Woche),
  • des Bezuges von Entgeltersatzleistungen wie Kranken- oder Arbeitslosengeld und
  • für die freiwillig Beiträge eingezahlt wurden

als weitergehende Beitragszeiten berücksichtigt. Eine Unterbrechung der Berufstätigkeit durch eine Entgeltersatzleistung hat daher grundsätzlich keine Auswirkungen auf Beitragszeiten in der Rentenversicherung.

Tipp: Viele der genannten weitergehenden Beitragszeiten werden nicht automatisch bei der Rentenversicherung erfasst. Um diese Zeiten nicht zu verschenken, sollten auch diese Zeiten im Rentenkonto erfasst werden. Die notwendigen Formulare können unter www.deutsche-rentenversicherung.de abgerufen oder sogar online ausgefüllt und übermittelt werden.

Pflichtbeiträge aus Entgeltersatzleistungen

Während des Bezugs einer Entgeltersatzleistung werden Sozialversicherungsbeiträge entrichtet. Krankengeldzeiten werden dem zuständigen Rentenversicherungsträger von der Krankenkasse gemeldet und die Rentenversicherungsbeiträge dorthin überwiesen. Die Beiträge werden von der Krankenkasse und vom Versicherten getragen. In der Praxis wird daher oft vom Brutto- oder Netto-Krankengeld gesprochen. Das Brutto-Krankengeld beträgt 70 Prozent des zuletzt vor der Arbeitsunfähigkeit bezogenen Arbeitsentgelts, darf aber 90 Prozent des Nettoarbeitsentgelts nicht übersteigen. Das Netto-Krankengeld ergibt sich, wenn vom Brutto-Krankengeld die vom Versicherten zu tragenden Beiträge zur Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge abgezogen werden. 

Höhe der Beiträge

Die Höhe der Beiträge wirkt sich auch auf die Höhe einer zukünftigen Rente aus. Wird eine Entgeltersatzleistung bezogen, reduzieren sich die hieraus abzuführenden Beiträge gegenüber dem Arbeitsentgelt. Die Höhe der Beiträge leitet sich nämlich nicht direkt aus dem Brutto-Krankengeld ab. Vielmehr werden die Beiträge auf Basis einer gesetzlich vorgegebenen fiktiven Bemessungsgrundlage ermittelt. Hiernach werden die Beiträge aus 80 Prozent des Arbeitsentgelts oder Arbeitseinkommens ermittelt, welches der Leistung zugrunde lag. Das bedeutet, dass während eines Jahres Krankengeldbezug Beiträge in der Höhe von 80 Prozent des vorausgegangenen Beschäftigungsjahrs abgeführt werden.

Auch Ruhens- der Versagenszeiten haben Einfluss

Zusätzlich haben aber auch Zeiten, für welche die Entgeltersatzleistung nicht ausgezahlt wurde, Einfluss auf die Rentenhöhe. Hintergrund ist, dass Beiträge nur dann entrichtet werden, wenn auch tatsächlich eine Entgeltersatzleistung ausgezahlt wurde. Wurde das Krankengeld aus bestimmten Gründen versagt oder der Anspruch ruht, dann besteht auch für diese Zeit keine Beitragspflicht.

Schlagworte zum Thema:  Krankengeld, Entgeltersatzleistung, Rente

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