Urteile zur gesetzlichen Unfallversicherung im Überblick
Diese Übersicht zu den wichtigsten Urteilen der vergangenen Jahre zeigt die bisherige Rechtsprechung zur gesetzlichen Unfallversicherung. Die Liste wird laufend ergänzt und enthält Links zu den ausführlicheren Beiträgen und Zusammenfassungen der Urteile.
Neueste Urteile zur Unfallversicherung 2025
Chronisches Erschöpfungssyndrom nach Virusinfektion: Anspruch auf Entschädigung bestätigt
27.11.2025 - LSG Berlin-Brandenburg (L 3 U 206/19): Ein Chronisches Fatigue-Syndrom (CFS) kann unfallversicherungsrechtliche Folgen haben, sofern es zum Beispiel aufgrund einer beruflich „erworbenen“ Ringelröteln-Infektion entsteht. Die gesetzliche Unfallversicherung hat der erkrankten Erzieherin eine Rente aufgrund einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 40 % zu zahlen.
Private Eifersucht in arbeitsbezogenem Kontext – Unfallversicherungsschutz?
19.11.2025 - SG Dortmund (S 18 U 324/22): Der Kläger wurde vom eifersüchtigen Ex-Ehemann einer Kollegin nach einer privaten Mitfahrgelegenheit angegriffen. Obwohl der Rückweg von der Arbeit grundsätzlich versichert ist, lehnte die Unfallversicherung den Schutz ab. Grund: Der Angriff beruhte auf privater Motivation des Täters und fällt daher nicht in den Schutzbereich der Unfallversicherung.
Anerkennung von PTBS als „Wie-Berufskrankheit“
14.11.2025 - LSG Baden-Württemberg (L 8 U 3211/23 ZVW): Die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) eines lange Zeit als Rettungssanitäter arbeitenden Mannes wird nunmehr vom LSG Baden-Württemberg als „Wie-Berufskrankheit“ anerkannt. Ausschlaggebend war nicht das eine extreme Ereignis, sondern vielmehr die schiere Vielzahl an schwer belastenden und hoch traumatischen Einsätzen über 30 Jahre hinweg.
Arbeitsunfall auf der Skipiste: Für Skilehrer ja, für Geschäftsführer nein?
14.11.2025 - SG Hannover (S 22 U 203/23): Wer bei einer geschäftlich angehauchten Ski-Auszeit stürzt, kann daraus keinen Arbeitsunfall interpretieren. Selbst wenn die Visitenkarten fürs „Networking“ im Gepäck sind – auf der Piste fährt man privat.
Besteht während der Rufbereitschaft zu Hause ein Unfallversicherungsschutz?
6.11.2025 - LSG Berlin-Brandenburg (L 3 U 42/24): Der Fahrer eines Abschleppdienstes stürzte nachts im Treppenhaus seines Wohnhauses, als er sich auf dem Weg zu einem Notfall befand. Die Berufsgenossenschaft und das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg bewerteten, ob das Ereignis als Arbeitsunfall anerkannt werden kann.
Plötzlicher Herztod nach Schwitzkasten als Arbeitsunfall anerkannt
14.10.2025 - SG Dortmund (S 17 U 367/23): Ein Sicherheitsmitarbeiter erlitt während einer körperlichen Auseinandersetzung einen plötzlichen Herztod. Das war ein Arbeitsunfall, so das SG Dortmund, weswegen die hinterbliebene Frau des Mannes entsprechende Sozialleistungen bekommt.
Kein Arbeitsunfall nach Akku-Explosion im Homeoffice
9.10.2025 - LSG Berlin-Brandenburg (L 21 U 47/23): Ein Softwareentwickler verletzte sich schwer, als er nach einer E-Roller-Akku-Explosion aus dem Fenster seines Homeoffices sprang. Das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg entschied jedoch: Kein Arbeitsunfall – der Sprung diente primär der Lebensrettung und stand nicht in direktem Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit.
Sturz beim Kaffeeholen im Betrieb kann Arbeitsunfall sein
24.9.2025 - BSG (B 2 U 11/23 R): Grundsätzlich sind Arbeitnehmende beim Kaffeeholen im Betrieb nicht gesetzlich unfallversichert. Doch es gibt Ausnahmen. Eine solche Ausnahme sah das BSG im vorliegenden Fall. Es erkannte, wie schon zuvor das Hessische LSG das Unfallereignis als Arbeitsunfall an.
Möglicher Unfallversicherungsschutz für „Wetten, dass…?“-Kandidaten
24.9.2025 - BSG (B 2 U 12/23 R): Der seit dem "Wetten, dass..?"-Unfall querschnittsgelähmte Schauspieler Samuel Koch konnte vor dem Bundessozialgericht (BSG) einen Zwischenerfolg erzielen. Der Unfall sei zwar kein Arbeitsunfall eines herkömmlich Beschäftigten gewesen, Koch könnte aber als Unternehmer unfallversichert sein.
Wann stehen jugendliche Fußballspieler unter dem gesetzlichen Unfallversicherungsschutz?
19.9.2025 - Hessisches LSG (L 9 U 65/23): Das Hessische Landessozialgericht entschied, dass ein 15-jähriger Fußballspieler als Beschäftigter eines Bundesligavereins gilt. Trotz seines Alters und eines möglichen Verstoßes gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz bleibt damit der gesetzliche Unfallversicherungsschutz bestehen.
Kein Arbeitsunfall: Sturz über Hundeleine auf dem Firmenparkdeck
7.7.2025 - SG Dortmund (S 18 U 347/24): Ein Geschäftsführer stürzte auf dem Parkdeck beim Weg zur Arbeit über die Leine seines Hundes. Obwohl dieser Hund als „Forderungsmanager“ auf der Firmenwebsite geführt wird, scheiterte die Klage am fehlenden Zusammenhang zwischen der konkreten Verrichtung – dem Führen einer Hundeleine – und der versicherten Tätigkeit.
Versicherungsschutz bei Sturz von Kliniktoilette
17.06.2025 - BSG (B 2 U 6/23 R): Ein Toilettensturz im Krankenhaus muss nicht immer der privaten Sphäre zugeordnet werden. Das Bundessozialgericht (BSG) hat entschieden, dass unfallversicherungsrechtliche Ansprüche geprüft werden müssen, wenn krankenhaustypische Gefahren vorliegen.
Arbeitsunfall einer ehrenamtlichen Gassi-Geherin
7.5.2025 - SG Oldenburg (S 73 U 162/21): Das Sozialgericht Oldenburg hat entschieden: Der Sturz einer ehrenamtlichen Gassi-Geherin beim Ausführen eines Tierheimhundes ist ein Arbeitsunfall. Das Gericht stellte fest, dass alle Merkmale eines abhängigen Beschäftigungsverhältnisses erfüllt sind.
Kein Verletztengeld trotz Berufskrankheit
25.3.2025 - BSG (B 2 U 2/23 R): Ein ehemaliger Profifußballer kann kein Verletztengeld beanspruchen, obwohl er wegen einer anerkannten Berufskrankheit arbeitsunfähig ist. Das Bundessozialgericht entschied, dass seine fortlaufenden Einkünfte aus seiner Physiotherapiepraxis dagegen sprechen.
Neueste Urteile zur Unfallversicherung 2024
Wann die Abholung von Arbeitsschlüsseln vor Arbeitsantritt ein Arbeitsunfall ist
26.9.2024 - BSG (B 2 U 15/22 R): Verunfallen beschäftigte Personen auf dem Weg von ihrer Arbeit nach Hause oder andersrum, liegt regelmäßig ein Arbeitsunfall vor. Wie es sich verhält, wenn der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin auf dem Weg von einer privaten Veranstaltung zur eigenen Wohnung verunglückt, um Arbeitsschlüssel und -unterlagen von dort abzuholen, hat das Bundessozialgericht (BSG) nun entschieden.
Kein Arbeitsunfall bei Firmen-Fußballturnier
26.9.2024 - BSG (B 2 U 14/22 R): Das Bundessozialgericht (BSG) entschied, dass ein Unfall bei einem firmeninternen Fußballturnier kein Arbeitsunfall ist. Ein Mitarbeiter, der sich bei einem solchen Event verletzte, verlangte eine Entschädigung, scheiterte jedoch vor Gericht. Das BSG argumentierte, dass das Event keine arbeitsvertragliche Pflicht darstellt und trotz Presseberichterstattung nicht als Werbeveranstaltung gilt.
Unfallversicherungsschutz bei Heizkesselexplosion im Homeoffice
21.3.2024 - BSG (B 2 U 14/21 R): Ein Busunternehmer steht bei einer Verletzung durch eine Verpuffung im Heizkessel beim Aufdrehen der Heizung an seinem häuslichen Arbeitsplatz unter dem Schutz der Unfallversicherung. Das hat der 2. Senat des Bundessozialgerichts am 21.3.2024 entschieden.
Motorradunfall nach Urlaub als Arbeitsunfall?
30.1.2024 - LSG Berlin-Brandenburg (L 21 U 202/21): Das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg (LSG) hatte darüber zu entscheiden, ob der Ehefrau nach dem tödlichen Motorradunfall ihres Mannes ein Anspruch auf Sterbegeld und Witwenrente aus der gesetzlichen Unfallversicherung zusteht. Im Kern ging es um die Frage, ob sich der Unfall auf einem versicherten Arbeitsweg ereignet hatte, da sich das Ehepaar auf dem Heimweg aus dem Urlaub befand.
-
Wie wirkt sich Krankengeld auf die Rente aus?
1.462
-
Neue Arbeitsverhältnisse
785
-
Urlaub während Krankschreibung: Was ist zu beachten?
667
-
Entgeltfortzahlung und Krankengeld - unterschiedliche Berechnungen beachten
378
-
Einmalzahlungen und ihre Wirkung auf das Krankengeld
371
-
Erste Fragen zur neuen AU-Bescheinigung
349
-
Entgeltfortzahlung statt Kinderkrankengeld für Azubis
326
-
Die rechtmäßige Aufforderung durch die Krankenkasse
318
-
MDK Untersuchung der Arbeitsunfähigkeit
256
-
Ab Juli gilt eine neue Bescheinigung bei Erkrankung eines Kindes
231
-
Vertrauen in Pflegeversorgung schwindet – Mehrheit fordert Reformen
27.02.2026
-
Diskussionen über Krankenhausreform verzögern Abschluss der Gesetzespläne
25.02.2026
-
Antragsloses Kindergeld soll Eltern entlasten
20.02.2026
-
Elektronische Patientenakte bleibt hinter Erwartungen zurück
19.02.2026
-
Mehrheit hält Sozialstaat für nicht finanzierbar
11.02.2026
-
Grundrente verbessert Einkommen von über einer Million Menschen
09.02.2026
-
Bundesrat äußert sich kritisch zur geplanten Reform der Apothekenversorgung
04.02.2026
-
Keine Kostenübernahme für Nierentransplantation im Ausland
29.01.2026
-
Krankenkassen planen digitales Navigationstool für Facharztüberweisungen
27.01.2026
-
Verordnung für Intensivpflege künftig per Videosprechstunde möglich
26.01.2026