OLG Karlsruhe Beweiskraft eines elektronischen Empfangsbekenntnisses ist kaum zu erschüttern Die Beweiskraft eines elektronischen Empfangsbekenntnisses wird nicht dadurch außer Kraft gesetzt, dass erhebliche Zweifel an der Richtigkeit einer extrem späten Datierung des Empfangs eines Versäumnisurteils bestehen.
OLG Karlsruhe Trotz körperlicher Gewalt: Keine Verkürzung des Trennungsjahres Die Scheidung einer Ehe setzt in der Regel eine einjährige Trennung der Eheleute voraus. Selbst körperliche Gewalt und sexueller Missbrauch der Tochter führen nicht in jedem Fall zu einer Verkürzung.
BGH Berufung trotz katastrophaler Berufungsbegründung nicht unzulässig Eine juristisch unterirdische Berufungsbegründung führt nicht zur Unzulässigkeit der Berufung. Entscheidend ist, dass ein postulationsfähiger Anwalt mit seiner Unterschrift für die Begründungsschrift verantwortlich zeichnet.
LG Darmstadt Keine Vergütung für KI-generiertes Sachverständigengutachten Ein Gericht reduzierte die Vergütung eines medizinischen Sachverständigen für ein komplett mittels KI generiertes Gutachten mangels persönlicher Erstellung auf null.
OLG Frankfurt Ablehnung von Terminverlegung wegen Todesfall begründet Besorgnis der Befangenheit Der plötzliche Tod eines nahen Angehörigen des Prozessvertreters stellt einen wichtigen Grund für eine Terminverlegung nach § 227 ZPO dar. Weist das Gericht den Antrag zurück, so liege hierin eine Verletzung der Partei in ihrem Grundrecht auf rechtliches Gehör nach Art. 103 Abs. 1 GG.
OLG Frankfurt Unzulässige Ausschöpfung von Rechtsmittelfristen in Eilverfahren Die komplette Ausnutzung von Rechtsmittelfristen kann in Eilverfahren einen Anwaltsregress auslösen. Die Ausnutzung der Berufungsbegründungsfrist kann die Dringlichkeit einer beantragten einstweiligen Verfügung widerlegen.
OLG Hamburg Keine Kostenerstattung für externes Rechtsgutachten Anwälte müssen auch komplizierte Rechtsfragen selbst beurteilen. Kosten, die neben der Beauftragung eines Rechtsanwalts für ein externes Rechtsgutachten entstehen, muss der unterlegene Gegner nicht erstatten.
KG Berlin Anwalt muss bei eigenmächtiger Berufung Verfahrenskosten zahlen Das KG Berlin hat entschieden, dass ein Prozessbevollmächtigter bei missbräuchlicher Ausübung einer erteilten Prozessvollmacht persönlich für die Kosten des Berufungsverfahrens haftet. Der Rechtsanwalt hatte ohne Abstimmung mit seinem bedürftigen Mandanten Berufung eingelegt.
OLG München Richter dürfen auch mal auf den Tisch hauen Deutliche, scharf formulierte Unmutsaufwallungen eines Richters gegenüber einer Partei begründen keine Besorgnis der Befangenheit, wenn sie keine persönliche Missachtung zum Ausdruck bringen.
BGH Fehlendes Aktenzeichen entschuldigt keine Fristversäumung Versäumt das Beschwerdegericht nach eingelegter Beschwerde die Mitteilung des Aktenzeichens, so entbindet das den Verfahrensbevollmächtigten nicht von der Pflicht zur frist- und formgerechten Einreichung der Beschwerdebegründung.
BGH Rechtsmittelführer tragen Risiko der Ablehnung einer Fristverlängerung Beantragt ein Anwalt die Verlängerung einer Berufungsbegründungsfrist, darf er nur in eindeutigen Fällen auf die Gewährung der Verlängerung durch das Gericht vertrauen. Andernfalls trägt seine Partei das Risiko der Verfristung.
Elektronischer Rechtsverkehr Dokumente mit großen Datenmengen jetzt auch auf USB-Stick einreichbar Schriftsätze, die die Übertragungsgrenzen des beA überschreiten, dürfen seit dem 30.7.2025 auch auf USB-Stick bei Gericht eingereicht werden. Die neue ERVB 2025 ergänzt CD und DVD um einen weiteren digitalen Datenträger.
VGH Baden-Württemberg Müssen Gerichtstermine verlegt werden, wenn der Anwalt Urlaub macht? Die Verhinderung eines Prozessbevollmächtigten infolge eines zum Zeitpunkt einer gerichtlichen Ladung bereits gebuchten Urlaubs ist bei einem Einzelanwalt regelmäßig ein zwingender Verlegungsgrund.
BGH Einfache Signatur auf beA-Schriftsatz muss lesbar sein Regressfalle einfache Signatur: Die einfache Signatur eines Anwalts auf einem über sein beA eingereichten Schriftsatz muss den für den Schriftsatz verantwortlichen Anwalt durch eine entzifferbare Unterschrift erkennen lassen.
BGH Rechtsanwälte sollten beA auch in eigener Sache verwenden Ein Rechtsanwalt muss auch in eigenen Angelegenheiten Anträge und Rechtsmittel in elektronischer Form bei Gericht einreichen. Neben dem beA besteht die Option eines De-Mail-Kontos.
OLG Celle Bei Defekt des EGVP-Servers keine Ersatzeinreichung erforderlich Streikt beim Gericht der EGVP-Server, müssen fristgebundene Schriftsätze nicht ersatzweise per Fax oder Brief eingereicht werden. Es genügt die elektronische Übermittlung nach wiederhergestellter Funktionsfähigkeit.
BVerwG Anwalt muss im beA gerichtliche Eingangsbestätigung überprüfen Zu den anwaltlichen Sorgfaltspflichten gehört die Kontrolle der gerichtlichen Bestätigung des Eingangs eines elektronischen Dokuments. Ohne glaubhaft gemachte Prüfung keine Wiedereinsetzung wegen einer Fristversäumnis.