02.09.2013 | Serie Kanzleipositionierung

Das Radio – ein auch von Anwälten unterschätztes Medium

Serienelemente
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Von den rund 15 Milliarden Euro, die die deutsche Wirtschaft für Werbung ausgibt, entfallen rund 900 Mio. EUR auf die Hörfunkwerbung. Meistens ist die Radio-Werbung schrill und laut. 70 % der Spots arbeiten zudem mit Comedy-Elementen. Gute Chancen bietet das Medium Anwälten, die es verstehen, über Radiowerbung Vertrauen aufzubauen. Sie setzen damit auf ein Zukunftsmedium.

Radio ist das mit Abstand meistgenutzte Unterwegs-Medium. Genau 82 % der Deutschen hören generationsübergreifend Radio, wenn sie beispielsweise auf Reisen oder auf dem Weg von und zur Arbeit unterwegs sind.

Und im Unterschied zu den digital-visuellen Medien sorgt das Radio für Erdung und Stabilisierung der Hörer, sagen die Forscher des Kölner Rheingold Instituts. „Insgesamt wird Radio 2015 bedeutsamer, denn die Kernfunktion des Radios, seelische Stabilisierung, wird wichtiger werden“, lautet das Resümee der Forscher.

Zukunfts-Medium - von Anwälten noch nicht entdeckt

Anwälte tun sich bekanntermaßen generell noch schwer mit Werbung. Seitdem die Gelben Seiten abgewirtschaftet haben, konzentrieren sie sich vor allem auf das Internet. Dabei kommt die Frage viel zu kurz, wofür sie eigentlich stehen und welchen Menschen und Mandanten sie eigentlich helfen wollen und ihre Dienste anbieten. Es hapert an einer echten Kommunikation, so dass viele Menschen gar nicht wissen, für was sie alles einen Anwalt oder eine Anwältin brauchen können.

Spots nicht überfrachten

Wer Werbespots anhört, dem stellen sich bisweilen die Nackenhaare zu Berge – viel zu schrill im Ton und zu viele Informationen auf einmal. Radiowerbung darf nämlich nicht mit Informationen überladen sein, sagt Ralph van Dijk, gegenüber dem Branchenblatt Werben & Verkaufen. Der Niederländer Dijk ist der weltweit am meisten ausgezeichnete Radiowerber und hat mit seiner Londoner Agentur „Eardrum“ Werbegeschichte geschrieben. Das Radio sei ein Medium, zu dem der Hörer eine sehr persönliche Beziehung hat. „Wir müssen also den Hörer respektieren. Wenn wir ihm auf unterhaltsame und involvierende Weise zeigen, welchen Nutzen ihm das Produkt bietet, dann wird die Radiokampagne auf jeden Fall erfolgreich sein“, so Dijk.  

Was bedeutet Hörern Gerechtigkeit?

Versicherungsgesellschaften erklären ihren Kunden über Radiospots, was sie tun müssen, damit sie sich sicher fühlen im Leben, Banken zeigen Wege auf, wie Kunden zu Geld kommen. Warum sollten Anwälte den Menschen nicht über die Radiowerbung zeigen, wie sie für Gerechtigkeit sorgen. Das können kleine Kurzgeschichten sein, die reale Fälle erzählen und dabei durchaus auch die Emotionen ansprechen dürfen.

Hörer fesseln - Bekanntheit steigern

Und warum sollte eine Anwaltskanzlei nicht auch einmal über das Radio einen Gewinn für diejenigen Hörer ausloben, die eine kniffelige Rechtsfrage richtig beantwortet haben. Kommunikationsideen gibt es also durchaus viele. Wichtig ist, die Inhalte zusammenzustellen, eine professionelle Radioagentur auszuwählen, um dann eine Gesamtkampagne über einen längeren Zeitraum in den regionalen Radiostationen zu schalten.

Mit keinem anderen Medium wird man als Anwältin oder Anwalt innerhalb kürzester Zeit seine Bekanntheit derart steigern wie über das Radio – im guten wie im schlechten Sinn. Die professionelle Beschäftigung mit dem Medium Radio ist für Anwälte allemal sinnvoller als sich mit der Frage zu beschäftigen, ob man nun auch bei Facebook oder Twitter vertreten sein muss. Muss man nämlich nicht, wenn man gute Radiospots schaltet. Dabei sollte man sich aber die Warnung von Ralph von Dijk zu Herzen nehmen, der sagt: „Radio ist ein schwieriges Medium. Es ist nichts leichter, als einen mittelmäßigen Spot zu produzieren“. Seiner Erfahrung nach präferieren Hörer „realistische Szenarien, denen sie vertrauen können“. In vielen Ländern würde aber in der Radiowerbung zu dick aufgetragen. 

Schlagworte zum Thema:  Kanzlei, Kanzleimarketing, Kanzleimanagement, Strategie, Kanzleiorganisation

Aktuell

Meistgelesen